Interview

Titania Neusäß verliert jede Woche im Lockdown 25.000 Euro

Das Titania in Neusäß darf aufgrund des Corona-Virus seit Monaten nicht öffnen. Im Interview verrät Betriebsleiterin Jana Freymann, wie es zu Umsatzeinbußen von knapp zwei Millionen Euro gekommen ist und ob die Hilfen von der Politik reichen, um die Kosten zu decken.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie haben bereits seit Wochen geschlossen. Wie bewerten Sie die Entscheidungen der Politik?  

Angesichts der Entwicklung der Pandemie sind die Entscheidungen der Politik für uns nachvollziehbare Maßnahmen. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, war die Schließung der Freizeit- und Wellnessanlage ein logischer Schritt. Trotzdem fehlt uns leider weiterhin die Perspektive – damit ist einfach schwierig umzugehen: wirtschaftlich und menschlich.

Wie viel Umsatz haben Sie durch den erneuten Lockdown verloren? 

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Entsprechend unserer Planung fehlen uns allein von November bis Februar rund 1,7 Millionen Nettoumsatz. Der Lockdown trifft zudem unsere umsatzstärksten Monate im Jahr – diese sind traditionell von November bis nach den Osterferien.

Was kostet Sie jede weitere Woche, die das Bad nicht öffnen darf?

Wir haben die Kosten drastisch reduziert. Trotzdem verlieren wir wöchentlich rund 25.000 Euro. In den vier Monaten, die wir im vergangenen Jahr von Mitte März bis Mitte Juli geschlossen und somit null Euro Umsatz hatten, sind dennoch Kosten von mehr als eine Million Euro angefallen.

Bekommen Sie genug Hilfen, um die Kosten zu decken? 

Seit Beginn der Schließphase ab dem 16. März 2020 wurde Kurzarbeitergeld sowie Überbrückungshilfen beantragt. Außerdem unterstützt uns die Stadt Neusäß als Eigentümerin des Titania mit Kapitalverstärkungen und nutzt die Schließphasen zur Wartung und Attraktivierung der Anlage.

Was ist aktuell mit den Mitarbeitern?

Ein Großteil der Mitarbeiter befindet sich seit dem 02. November des vergangenen Jahres in hundertprozentiger Kurzarbeit. Nur zwei Teams mit je vier Mitarbeitern halten die Anlage technisch und organisatorisch am Laufen. Auch wenn die Luft- und Wassertemperaturen auf ein Minimum heruntergefahren und zum Beispiel Attraktionen nur ab und an eingeschalten werden, läuft die Wasseraufbereitung weiter. Die Verwaltung kümmert sich um die Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie Kundenanfragen. Außerdem wird der Kontakt zu den Mitarbeitern aufrecht gehalten, um sie regelmäßig mit neuen Informationen zu versorgen und ihnen zu zeigen, dass sie für das Unternehmen wichtig sind und gebraucht werden.

Wie hoch ist das Infektionsrisiko in Schwimmbädern tatsächlich? 

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Natürlich ist die Gefahr in Bädern und Saunen bei Nichteinhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ebenso hoch wie anderswo. Aber dass Corona-Viren über das Badewasser verbreitet werden, kann in Bädern mit einer Badewasseraufbereitung nach DIN EN 19643 ausgeschlossen werden. In Saunen mit Temperaturen über 60 Grad besteht ebenfalls kaum die Gefahr der Virenverbreitung. Das renommierte Wissenschaftsjournal The Lancet berichtet in einem Artikel, dass das Corona-Virus bei einer Temperatur von 70 Grad Celsius innerhalb von fünf Minuten inaktiviert wird.

Gemeinsam mit unserer Managementgesellschaft GMF haben wir im vergangenen Jahr ein Hygienekonzept für den Betrieb entwickelt, welches vor dem zweiten Lockdown sehr gut funktioniert hat. Dieses beinhaltete unter anderem einen Online-Ticket-Verkauf an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien sowie Kapazitätsbeschränkungen in Bad und Sauna mit rund zwei von drei weniger Besuchern als sonst. Alle Mitarbeiter erhielten Hygieneschulungen und eigene Hygieneteams haben die frequentierten Bereiche regelmäßig desinfiziert.

Welchen Verlauf sehen Sie für das aktuelle Jahr voraus?  

Der zukünftige Verlauf wird sehr stark vom weiteren Infektionsgeschehen abhängen. Natürlich hoffen wir, noch in diesem Frühjahr wieder an den Start gehen zu dürfen. 

Was wird sich aufgrund der Pandemie nachhaltig für Bäder ändern? 

Dass der Klimaschutz einen immer höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt, ist gerade in der derzeitigen Situation deutlicher ins Bewusstsein gerückt. Das ist auch gut so. Daher könnte ein möglicher Effekt sein, dass man künftig statt auf umweltschädigende Fernreisen, noch stärker die Erholungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe nutzt. Hier kommen Freizeiteinrichtungen wie der unseren eine entscheidende Rolle zu.

Das Schwimmen hilft vielen Menschen bei der körperlichen Gesundheit. Was wollen Sie diesen Menschen mit auf den Weg geben? 

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Saunieren und der Aufenthalt im warmen Wasser mit Schwimmen oder Wassergymnastik fördern nicht nur Fitness und Wohlbefinden, sondern tragen ganz unmittelbar auch zur Gesundheitsvorsorge bei. Ganz zu schweigen vom gesellschaftlichen Aspekt, die vor allem den regelmäßigen Saunagängern derzeit fehlen. Insbesondere liegt uns am Herzen, dass die Kinder endlich wieder die Chance erhalten, schwimmen zu lernen. Hier besteht extrem großer Nachholbedarf, was wir allein an den täglichen Kundenanfragen sehen.

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Angesichts der Entwicklung der Pandemie sind die Entscheidungen der Politik für uns nachvollziehbare Maßnahmen. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, war die Schließung der Freizeit- und Wellnessanlage ein logischer Schritt. Trotzdem fehlt uns leider weiterhin die Perspektive – damit ist einfach schwierig umzugehen: wirtschaftlich und menschlich.

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Wir haben die Kosten drastisch reduziert. Trotzdem verlieren wir wöchentlich rund 25.000 Euro. In den vier Monaten, die wir im vergangenen Jahr von Mitte März bis Mitte Juli geschlossen und somit null Euro Umsatz hatten, sind dennoch Kosten von mehr als eine Million Euro angefallen.

Bekommen Sie genug Hilfen, um die Kosten zu decken? 

Seit Beginn der Schließphase ab dem 16. März 2020 wurde Kurzarbeitergeld sowie Überbrückungshilfen beantragt. Außerdem unterstützt uns die Stadt Neusäß als Eigentümerin des Titania mit Kapitalverstärkungen und nutzt die Schließphasen zur Wartung und Attraktivierung der Anlage.

Was ist aktuell mit den Mitarbeitern?

Ein Großteil der Mitarbeiter befindet sich seit dem 02. November des vergangenen Jahres in hundertprozentiger Kurzarbeit. Nur zwei Teams mit je vier Mitarbeitern halten die Anlage technisch und organisatorisch am Laufen. Auch wenn die Luft- und Wassertemperaturen auf ein Minimum heruntergefahren und zum Beispiel Attraktionen nur ab und an eingeschalten werden, läuft die Wasseraufbereitung weiter. Die Verwaltung kümmert sich um die Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie Kundenanfragen. Außerdem wird der Kontakt zu den Mitarbeitern aufrecht gehalten, um sie regelmäßig mit neuen Informationen zu versorgen und ihnen zu zeigen, dass sie für das Unternehmen wichtig sind und gebraucht werden.

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Gemeinsam mit unserer Managementgesellschaft GMF haben wir im vergangenen Jahr ein Hygienekonzept für den Betrieb entwickelt, welches vor dem zweiten Lockdown sehr gut funktioniert hat. Dieses beinhaltete unter anderem einen Online-Ticket-Verkauf an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien sowie Kapazitätsbeschränkungen in Bad und Sauna mit rund zwei von drei weniger Besuchern als sonst. Alle Mitarbeiter erhielten Hygieneschulungen und eigene Hygieneteams haben die frequentierten Bereiche regelmäßig desinfiziert.

Welchen Verlauf sehen Sie für das aktuelle Jahr voraus?  

Der zukünftige Verlauf wird sehr stark vom weiteren Infektionsgeschehen abhängen. Natürlich hoffen wir, noch in diesem Frühjahr wieder an den Start gehen zu dürfen. 

Was wird sich aufgrund der Pandemie nachhaltig für Bäder ändern? 

Dass der Klimaschutz einen immer höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt, ist gerade in der derzeitigen Situation deutlicher ins Bewusstsein gerückt. Das ist auch gut so. Daher könnte ein möglicher Effekt sein, dass man künftig statt auf umweltschädigende Fernreisen, noch stärker die Erholungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe nutzt. Hier kommen Freizeiteinrichtungen wie der unseren eine entscheidende Rolle zu.

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