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Studierende entwickeln digitale Werkzeuge für Unternehmen aus der Region
Projektreihe

Studierende entwickeln digitale Werkzeuge für Unternehmen aus der Region

Das Gewinnerteam entwickelte ein Planungstool für Photovoltaikanlagen für die Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft aus Neus
Das Gewinnerteam entwickelte ein Planungstool für Photovoltaikanlagen für die Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft aus Neusäß. (v.l.n.r.): Simon Rusche, Niklas Eischer (FIM - Forschungsinstitut für Informationsmanagement), Nils Hoffmann, Simon Markgraf und Benjamin Dietz (Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft). Bild: Heike Ditzler/IHK Schwaben

Beim IHK-Projekt „Hands-on Innovation“ haben Studierende der Technischen Hochschule Augsburg innovative Lösungen für regionale Unternehmen entwickelt. Die Ergebnisse reichen von KI-Anwendungen über Analysetools bis hin zu Lösungen für Photovoltaik und Virtual Reality.

Wissenschaft und Wirtschaft sollen beim Projekt „Hands-on Innovation“ der IHK Schwaben eng zusammenarbeiten. Studierende der Technischen Hochschule Augsburg (THA) entwickeln dabei innerhalb eines Semesters Lösungen für konkrete Aufgaben von Unternehmen aus dem Landkreis Augsburg. Bei der Abschlussveranstaltung in der IHK Schwaben präsentierten die Projektteams ihre Ergebnisse. Das Publikum wählte anschließend das beste Projekt.

Die Projektreihe „Hands-on Innovation“ gibt es seit 2017. Sie soll Studierende und Unternehmen aus der Region zusammenbringen. Die Unternehmen stellen Aufgaben aus ihrer täglichen Praxis, während die Studierenden dafür unter fachlicher Begleitung des Forschungsinstituts für Informationsmanagement (FIM) mögliche Lösungsansätze entwickeln.

Siegerprojekt optimiert Planung von Photovoltaikanlagen

Zum Gewinner wurde ein achtköpfiges Team gewählt, das für die Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft aus Neusäß ein Planungstool für Photovoltaikanlagen entwickelt hat. Die Anwendung optimiere die Ausrichtung der Anlagen automatisch mit dem Ziel, den Eigenverbrauch zu erhöhen. Damit soll die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen trotz sinkender Einspeisevergütungen verbessert werden. Das Tool bildet aktuelle Strompreise und die Lebenszykluskosten einer Anlage über eine integrierte Schnittstelle ab, wodurch Planer wiederum verschiedene Faktoren wie Speichergröße, Ausrichtung und schwankende Stromtarife in einer Grobanalyse berücksichtigen können.

Das waren die weiteren Projekte

Auch die restlichen Teams präsentierten Innovationskraft für die Region. Für die Rational AG aus Landsberg am Lech entwickelte ein Team ein Kalkulationstool für das digitale Servicemanagement. Der Rechner zeigt den wirtschaftlichen Nutzen von vorausschauender Wartung und Ferndiagnose auf. Anhand weniger Angaben, etwa zu Kochsystemen, Energiekosten, Wasserhärte oder der Entfernung zum Servicepartner, berechnet das System den Return on Investment und stellt mögliche Einsparungen übersichtlich dar.

Für die Pharmpur GmbH aus Königsbrunn entstand eine Virtual-Reality-Lösung für den Einsatz im Reinraum. Dort müssen Materialien über Schleusen in den sterilen Produktionsbereich gebracht werden. Die Abläufe unterscheiden sich je nach Produkt und sind mit hohem Dokumentationsaufwand verbunden. Die entwickelte Anwendung führt Mitarbeitende mithilfe einer VR-Brille Schritt für Schritt durch den jeweiligen Prozess. Das soll Zeit sparen und Fehler reduzieren.

Für Everllence SE in Augsburg entwickelten Studierende eine KI-gestützte Wissens- und Analyseplattform. Ziel ist es, Wartungs-, Service- und Reparaturdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen. Die Lösung basiert auf Microsoft Copilot. Sie analysiert und strukturiert verschiedene Datenquellen automatisch. Die Informationen stehen anschließend Servicetechnikern, der Instandhaltung und weiteren Fachbereichen für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung.

Für die Soffico GmbH aus Augsburg entstand das System „soffiA“. Es nutzt KI-Agenten, um den Erstkontakt mit Kunden zu übernehmen. Die Antworten basieren auf verifizierten Frage-und-Antwort-Katalogen sowie Handbüchern. Dadurch sollen präzise, kontextbezogene und personalisierte Antworten entstehen. Neue Informationen lassen sich durch den modularen Aufbau jederzeit in die Wissensbasis integrieren, ohne Änderungen am Programmcode vorzunehmen.

Wissenschaft und Unternehmen arbeiten gemeinsam an Praxisprojekten

Georg Muschik, der Koordinator der Projektreihe, stellt die Frage, wo man sich besser kennenlernen könne, als bei einem gemeinsamen erfolgreichen Projekt. „Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ermöglicht es uns, wertvolles Know-how zwischen Unternehmen und Studierenden auszutauschen und potenzielle Fachkräfte frühzeitig mit heimischen Unternehmen in Kontakt zu bringen“, so Muschik.

Auch Björn Häckel vom Technologietransferzentrum Donauwörth begleitet das Projekt als wissenschaftlicher Leiter. Insgesamt arbeiteten in diesem Jahr 21 Studierende in fünf Teams an den Aufgaben. 

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