Stadtsparkasse Augsburg

SSKA unterstützt „contact-Dorf“

SSKA-Vorstandsmitglied Claudia Kollmer überreichte die Stiftungsurkunde an Roswitha Kugelmann, contact-Dorf. Foto: B4B SCHWABEN
SSKA-Vorstandsmitglied Claudia Kollmer überreichte die Stiftungsurkunde an Roswitha Kugelmann, contact-Dorf. Foto: B4B SCHWABEN
SSKA-Vorstandsmitglied Claudia Kollmer überreichte die Stiftungsurkunde an Roswitha Kugelmann, contact-Dorf. Foto: B4B SCHWABEN
SSKA-Vorstandsmitglied Claudia Kollmer überreichte die Stiftungsurkunde an Roswitha Kugelmann, contact-Dorf. Foto: B4B SCHWABEN

Im HAUS DER STIFTER – Stiftergemeinschaft der Stadtsparkasse Augsburg wurde mit der Stiftung „Gemeinsam.Besser.Leben“ die erste Themenstiftung eingerichtet. Die Idee der Stiftung ist klassisch und revolutionär zugleich: Es soll ein Dorf entstehen, das „contact-Dorf“.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Das HAUS DER STIFTER der Stadtsparkasse Augsburg vereint unterschiedliche Stiftungen unter einem Dach. Die Stiftung „Gemeinsam.Besser.Leben“ hat ein ehrgeiziges Projekt vor Augen: Im „contact-Dorf“ soll gemeinschaftliches Leben im Vordergrund stehen.

Ein eigenes Dorf für 120 bis 200 Menschen

In dem Dorf wird gemeinsam gelebt und gearbeitet. Es setzt auf Nachhaltigkeit, angefangen von der Verkehrsplanung bis hin zu den Energiestandards. Das Dorf soll autark und unabhängig sein und einen Großteil des Lebensbedarfs selber abdecken können. In dem Dorf ist jeder willkommen, unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder Religion. Das sogenannte „contact-Dorf“ ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt. Es soll ein Dorf entstehen, dass alles hat: Familien, junge Menschen, Senioren. Schulen und Kindergärten sollen hier Platz haben, ebenso wie ein Metzger, ein Gemüseladen oder ein Friseur. 120 bis 200 Menschen aus allen Gesellschaftsschichten sollen hier ein Zuhause finden. Die Initiatorin Roswitha Kugelmann schätzt, dass für das Projekt zwischen 5 und 10 Hektar Land benötigt wird. Das „contact-Dorf“ wird Millionen kosten. Jeder Euro, den die Stiftung über Spenden einnehmen kann, zählt. Bis das Dorf wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen kann, werden Jahre vergehen. Doch die Stadtsparkasse Augsburg steht fest hinter der Idee Roswitha Kugelmanns.

contact: seit über 15 Jahren sozial und unternehmerisch erfolgreich

Die Initiatorin des Projekts, Roswitha Kugelmann, betreibt mit ihrem Verein contact in Augsburg e.V. das Sozialkaufhaus. Sie und die Vorstände der Stadtsparkasse freuten sich, am 22. Mai 2014 das Projekt vorzustellen. Roswitha Kugelmann ist keine Anfängerin auf dem Gebiet. Seit 15 Jahren leitet sie den contact in Augsburg e. V. und das damit verbundene Sozialkaufhaus. Freiwillige engagieren sich hier gemeinsam für sozial Schwächere.

SSKA mach Kugelmanns Vision möglich

Die SSKA sieht ihre Rolle unter anderem in der Beratung, die im Vorfeld stattfindet. Gerade bei einem Millionenprojekt wie dem „contact-Dorf“ ist es beispielsweise sinnvoll, das Projekt auch mit Rechtsanwälten und anderen Experten durchzusprechen. Zusätzlich verwaltet die SSKA die Gelder und begleitet das Marketing. Das „contact-Dorf“ will in der derzeitigen Phase seinen Bekanntheitsgrad vervielfachen – dabei kann die SSKA behilflich sein. „Jede Idee braucht nicht nur Menschen, die sie bewegen, sondern auch die notwendigen Mittel“, so Cornelia Kollmer, Vorstandsmitlgied der SSKA.

Ein eigenes Dorf – geht das überhaupt?

„Der Verein contact ist ähnlich entstanden, und es funktioniert. Heute ist contact als mittelständisches Unternehmen zu verstehen. Warum sollte die Idee des ‚contact-Dorfs‘ also nicht machbar sein? Roswitha Kugelmann hat schon einmal gezeigt, was sie kann. Und falls das Konzept doch scheitern sollte, sind bereits Alternativen ausgearbeitet, welche die Philosophie des Projekts aber immer weiterhin unterstützen“, so Cornelia Kollmer.

Gemeinschaft als Sicherheit

Eine der Besonderheiten des Projekts ist die Idee, dass niemandem das Dorf gehört. Der Gemeinschaftsgedanke steht im Vordergrund. Keiner kann sich einkaufen. Niemand wird sein Haus an den Meistbietenden weiterverkaufen. Kein Eigentum – das macht vielen Menschen Angst. Wodurch ist jemand abgesichert, vor allem auch im Alter, der kein Eigentum hat? Roswitha Kugelmann ist sich sicher, dass die vermeintliche Sicherheit, nach der viele streben, eine Illusion ist: „All das, was wir zu besitzen glauben, kann unheimlich schnell wieder weg sein.“ Der Grundgedanke des „contact-Dorfs“ ist, dass Gemeinschaft mehr Sicherheit und mehr Lebensqualität bietet als Eigentum. Dieses Konzept geht komplett gegen das wirtschaftspolitische System, das wir in Deutschland haben. Doch gemeinschaftliches Wohnen liegt im Trend: Immer mehr Menschen entscheiden sich ganz bewusst dafür, in Gemeinschaft mit anderen zu leben. Vielleicht ist es ja für die Gesellschaft an der Zeit, ein Umdenken zu wagen.

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