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Sonderbehandlung für Kunden mit Migrationshintergrund? Wirtschaftsjunioren Augsburg
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Wirtschaftsjunioren Augsburg

Sonderbehandlung für Kunden mit Migrationshintergrund? Wirtschaftsjunioren Augsburg

 Die Wirtschaftsjunioren stellten den Einzelhandel in den Fokus ihrer Podiumsdiskussion, Foto: B4B SCHWABEN

Mit Bildergalerie. Eine Umfrage der Wirtschaftsjunioren Augsburg in Kooperation mit der IHK Schwaben zeigt, dass der Anteil von Kunden mit Migrationshintergrund kontinuierlich wächst. Doch was bedeutet dies für den Augsburger Einzelhandel und muss dieser auf die Kundengruppe gesondert reagieren?

Die Wirtschaftsjunioren Augsburg haben am vergangenen Montag, 25. Februar 2013 zur Podiumsdiskussion „Handel im Wandel“ geladen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand vor alle, wie der Augsburger Einzelhandel auf Kunden mit Migrationshintergrund eingeht. Aber braucht es überhaupt eine Sonderbehandlung für Kunden mit Migrationshintergrund? Wolfgang Puff, Geschäftsführer Handelsverband Bayern e.V. Bezirk Schwaben, machte in der Podiumsdiskussion deutlich, dass es keine Sonderbehandlung für Kunden mit Migrationshintergrund geben muss. Dies sieht Felicitas Eitel, Vorstand des AAU e.V., etwas anders. Sie frägt sich, wo die Kunden mit Migrationshintergrund denn seien, wenn nicht in den deutschen Geschäften?

In Augsburg hat jeder vierte Einwohner einen Migrationshintergrund

Um diese Frage zu beantworten sollte man sich vorher mit einigen Rahmendaten der Stadt Augsburg vertraut machen. Diese Rolle übernahm Thomas Staudinger vom Amt für Statistik und Stadtforschung, nach einer kurzen Begrüßung durch die Wirtschaftsjunioren Kirsten Meisinger und Bernhard Maurmeir. Er zeigte den anwesenden Gästen aus Wirtschaft und Politik, sowie einigen Interessierten  Bürgerinnen und Bürger der Stadt Augsburg, wie viele und vor allem wo Menschen mit Migrationshintergrund leben. Dabei galt es zu klären, was überhaupt der Ausdruck Menschen mit Migrationshintergrund bedeutet. Dieser Begriff fasst alle Ausländer, in Augsburg mehr als 16 Prozent der Bevölkerung, sowie alle Deutschen mit Migrationshintergrund, die mehr als 24 Prozent der Augsburger Bevölkerung ausmachen, zusammen. In Augsburg haben somit 41 Prozent der Bürgerinnen und Bürger einen Migrationshintergrund.

Was ist für Kunden mit Migrationshintergrund kaufentscheidend?

Im Anschluss an die Vorstellung der Kundengruppe präsentierte Matthias Köppel die Ergebnisse der Umfrage. Gemeinsam mit der IHK Schwaben haben die Wirtschaftsjunioren Einzelhändler in Augsburg nach deren Einschätzungen der Kunden mit Migrationshintergrund befragt. Die Umfrage spiegelt dabei das Bauchgefühl der Einzelhändler wieder, schließlich ist es oft schwierig Kunden mit Migrationshintergrund von denen ohne zu unterscheiden. Dennoch brachte die Studie wichtige Erkenntnisse wie Köppel mitteilte. So gaben mehr als 80 Prozent der Befragten Einzelhändler an, bis zu 30 Prozent ihrer Kunden einen Migrationshintergrund hätten. Über 50 Prozent gehen von einer Zunahme der Kundengruppe aus. Gründe dafür sieht die Mehrheit in der weiteren Bevölkerungsentwicklung. Auch einige Punkte in Sachen Nachfrageverhalten wurden bei den Augsburger Einzelhändlern abgefragt. So zeigte sich beispielsweise, dass Qualität und Image für Menschen mit Migrationshintergrund gleich wichtig ist, wie für Menschen ohne Migrationshintergrund. Kaufentscheidend ist vor allem der Preis und auch der Service ist für diese Kundengruppe von besonderer Bedeutung. Online-Handel und Bringdienste, sowie der Eventcharakter beim Einkaufen spielen eine weniger wichtige Rolle.

Deutsche Einzelhändler müssen offen sein

Zurück zur Frage von Frau Eitel: Wo sind denn die Kunden mit Migrationshintergrund, wenn sie nicht in den Deutschen Geschäften sind. Oft trifft man diese in Geschäften ihrer Landsleute an. Aber nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund kaufen hier ein. Als jüngstes Beispiel nannte Eitel den neu eröffneten Göl Supermarkt in Pfersee. Hier trifft man Kunden aller Nationalitäten, mit und ohne Migrationshintergrund. Eitel sieht dies als Chance für den „deutschen Einzelhandel“ sich auch in diesen Geschäften umzusehen, um besser nachvollziehen zu können, warum die Kunden dort einkaufen. Auch das Wirtschaftsreferat, das an der Podiumsdiskussion gleich im Doppelpack teilnahm, sieht die Umfrageergebnisse als neue Chance. Eva Weber, Wirtschaftsreferentin der Stadt Augsburg und Mirjam Adamovicz, Ansprechpartnerin für den Einzelhandel im Wirtschaftsreferat, waren sich einig, dass man auf diese Ergebnisse aufbauen kann.

Kontakt ist wichtig

Die Podiumsdiskussion zeigte ein Problem auf. Kunden mit Migrationshintergrund lassen sich oft nicht von denen ohne unterscheiden. Daher ist es auch schwierig, diese speziell anzusprechen. Was natürlich gemacht werden muss, ist den Kontakt, vor allem auch zu Einzelhändlern mit Migrationshintergrund zu pflegen. Dies versucht das Wirtschaftsreferat ebenso wie die IHK Schwaben, wie Dr. Peter Lintner, Geschäftsstellenleiter der IHK Schwaben, mitteilte.

Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Heinz Stinglwagner von der City Initiative Augsburg.

Die Bilder der Podiumsdiskussion Handel im Wandel finden Sie hier

Die Wirtschaftsjunioren luden zur Podiumsdiskussion Handel im Wandel in die IHK Schwaben. Thema der Diskussion, die von Heinz Stinglwagner, Geschäftsführer der City Initiative Augsburg, moderiert wurde, war "Handel im Wandel - Wie der Augsburger Einzelhandel auf Kunden mit Migrationshintergrund eingeht."

Mehr zur Podiumsdiskussion Handel im Wandel erfahren Sie hier.

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