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Raiba-Chef Korkisch: Leitzins - Gewinner und Verlierer
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Aktuelles Interview

Raiba-Chef Korkisch: Leitzins - Gewinner und Verlierer

 © Klaus Korkisch

In der vergangenen Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) überraschend den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Damit soll der Konjunkturflaute und der drohenden Deflation der Kampf angesagt werden. Doch war das die richtige Maßnahme? Klaus Korkisch, Leiter der Niederlassung Augsburg Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG erzählt B4B SCHWABEN im aktuellen Interview, was nun geschieht und wie der Endverbraucher nun reagieren sollte. 

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

B4B SCHWABEN: Herr Korkisch, die EZB hat den Leitzins überraschend auf 0,05 Prozent herabgesetzt. War das abzusehen?

Korkisch: Obwohl die EZB nie einen Zweifel daran gelassen hat, alles zu unternehmen, um die Konjunktur auf Trab zu bringen, hat diese Senkung doch alle überrascht. Absehbar war das nicht unbedingt. Die Senkung der Leitzinsen ist jedoch eher als eine „kosmetische“ Maßnahme zu werten. Von höherer Relevanz für die Geld- und Kapitalmärkte war sicherlich die Ankündigung des Kaufprogramms für besicherte Anleihen.

B4B SCHWABEN: Welche Idee verfolgt die EZB mit diesem Rekordtief des Leitzinses?

Korkisch: Ziel der EZB ist es, Investitionen sowie Konsum anzukurbeln. Und es ist jedenfalls ein Signal, dass alles unternommen wird, um eine Deflation zu verhindern.

B4B SCHWABEN: Wer sind die Gewinner des Niedrigzinses?

Korkisch: Die Bemühungen der EZB bleiben vorerst darauf konzentriert, in der Währungsunion die Kreditvergabe an den Privatsektor anzuregen. Darüber hinaus sollen natürlich auch die Unternehmen günstiger investieren können. Immobilien sind in einem niedrigen Zinsumfeld ebenso gefragt wie Aktien, da in diese Anlageklassen aus Mangel an Alternativen weiterhin Geld fließen wird und dadurch die Kurse anziehen sollten.

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B4B SCHWABEN: Wer sind die Verlierer?

Korkisch: Das niedrige Zinsniveau ist natürlich für alle eine große Herausforderung und es sollte in einem persönlichen Gespräch mit dem Berater geklärt werden, welche Möglichkeiten bestehen.

B4B SCHWABEN: Was müssen Sparer jetzt beachten?

Korkisch: Sparer sind durch die Niedrigzinspolitik der EZB sicherlich sehr nahe an der Schmerzgrenze. Alternativen zu klassischen Sparformen gibt es beispielsweise mit Anleiheninvestments und mit Fondslösungen. Und für risikobewusste, langfristig orientierte Investoren bieten Aktienmärkte nach wie vor gute Chancen. In diesem Bereich stellen regelmäßige Ansparpläne auf Wertpapierfonds eine sehr innovative und sehr  interessante Alternative dar.

B4B SCHWABEN: Was müssen Leute, die schon vor längerer Zeit einen Kredit aufgenommen haben, nun beachten oder gar verändern?

Korkisch: Da kann man keinen generellen Ratschlag erteilen, da es von den individuellen Bedingungen abhängt, die bei der Finanzierung vereinbart wurden. Ich rate Kreditnehmern dazu, sich bei einem Gespräch mit Ihrem Berater individuell zu informieren, was jetzt zu tun ist.

B4B SCHWABEN: Lohnt es sich, jetzt erst recht einen Kredit aufzunehmen?

Korkisch: Finanzierungen sind jetzt natürlich günstig wie noch nie. Grundsätzlich investieren Unternehmen aber, wenn sie auf eine positive Wirtschaftsentwicklung vertrauen. Ich glaube, dass ein um 0,10 Prozentpunkte niedrigeres Zinsniveau für eine Investition nicht der alleinig ausschlaggebende Punkt ist.

B4B SCHWABEN: Lohnt es sich überhaupt noch, sein Geld auf einem Sparbuch anzulegen? Welche neuen Alternativen gibt es?

Korkisch: Das Sparbuch ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Sparkultur. Vor allem Sicherheit und Verfügbarkeit dieser eisernen Reserve werden geschätzt. Als Alternative oder Ergänzung bietet sich ein Mix an, der verschiedene Anleihen und auch Aktien beinhalten kann.

B4B SCHWABEN: Was sollte man jetzt zuallererst machen? Das Geld in Sicherheit bringen? Aktien kaufen? In Immobilien investieren? Gar nichts?

Korkisch: Zielführend ist es, eine eiserne Reserve am Sparbuch zu haben. Je nach Risikobereitschaft und Veranlagungsdauer des Kunden ist es im aktuellen Marktumfeld sinnvoll, einen Teil des Vermögens in Wertpapiere zu investieren. Aktien bieten in der jetzigen Marktphase langfristig wohl das interessanteste Investment. Allein die derzeitige Dividendenrendite auf europäischer Ebene mit rund drei Prozent liegt deutlich über den zehnjährigen deutschen Bundesanleihen, die mittlerweile weniger als ein Prozent p.a. Ertrag abwerfen. Allerdings muss jedem Kunden, der in Aktien beziehungsweise in Aktienfonds investiert, klar sein, dass diese Anlageklasse deutlichen höheren Schwankungen unterliegt. Ein mittel- bis langfristiger Veranlagungshorizont sollte daher im Mittelpunkt stehen.

B4B SCHWABEN: Kann der Leitzins jetzt noch weiter sinken?

Korkisch: Die Notenbank hat klargestellt, dass die untere Grenze bei den Leitzinsen nunmehr erreicht wurde. Die EZB hat aber noch einen Pfeil im Köcher – bei Eintrübung der Konjunktur bei gleichzeitigem Rückgang der Inflationserwartungen könnte die EZB das derzeitige Konjunkturprogramm auf Staatsanleihenkäufe ausdehnen.

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