Kommentar

Messe kann auch Zukunft, wenn sie will

Die Messe Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Das Messewesen hatte schon mal mehr Bedeutung als heute. Dennoch – schreiben Sie das Format nicht ab. Wie jede Branche und jeder Wirtschaftszweig verändert es sich. Augsburg hat das verstanden. Gezwungenermaßen.

Die Messe Augsburg feierte Ende September Spatenstich für die neue Halle 2. Kostenpunkt rund 20 Millionen Euro. Auch der Freistaat bezuschusst den Neubau. Damit macht sich die Messe fit für die Zukunft. Aber spielt das Messewesen künftig überhaupt noch eine große Rolle?

Nicht immer, nicht überall und nicht für jeden. Das ist die wohl treffendste Antwort. Messe von heute ist kein Zukunftsmodell. Das Konzept an sich stimmt aber. In einer zunehmend digitalen Welt wird Messe eine ganz besondere Rolle einnehmen. Robotik schafft viel, ist aber kein Ersatz für persönlichen Kontakt. Messe hat die Chance, den persönlichen Kontakt zwischen Ausstellern und Besuchern zu ihren Gunsten zu nutzen, denn: Wo sonst, als hier, werden wir künftig noch so viele menschliche Ansprechpartner finden?

Weiterer Vorteil: Messe lässt sich anfassen. Die Wirtschaft, die Industrie wird haptisch bleiben, trotz aller Digitalisierung. Davon ist auch Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer überzeugt. Beim Spatenstich in Augsburg gratulierte er der Stadt zur Investition. „Der Neubau ist ein deutliches Signal, dass der Messestandort Augsburg seine Position stärken und ausbauen wird.“ Er bekräftigte, wie wichtig es ist, greifbar zu bleiben, im wahrsten Sinne des Wortes.

Dafür muss sich Messe aber verändern. Jedes Unternehmen muss investieren, um in der Zukunft bestehen zu können. Auch die Messe Augsburg. Wesentlichen Anteil daran haben die internationalen Leitmessen, die hier angesiedelt sind: Interlift und GrindTec. Diese fordern – zu Recht – moderne Hallenanlagen. Standbetreiber haben heute andere Anforderungen, müssen Besuchern mehr bieten. Das funktioniert nur in einer entsprechenden Umgebung. Die alte Halle 2 wurde den Ansprüchen nicht mehr gerecht, wird nun ersetzt.

So drastisch muss es aber nicht in allen Bereichen sein. Selbst der größte Feind der Messe, kann ihr bester Freund sein: das Internet. Nirgends sonst erreichen Sie mehr Menschen, potenzielle Käufer und Kooperationspartner als dort. Heißt aber auch, hier lassen sich Messebesucher abholen und bis zum Messestand begleiten. Virtuelle Führungen, Hintergrundinformationen zu Exponaten und Austellern, Videoclips, Live-Übertragungen und vieles mehr erweitern eine Messe. Zusammengefasst in einer App ergänzt ein digitales Format den persönlichen Kontakt vor Ort. Messe off- und online – ein unschlagbares Duo.

Stimmt der Rahmen, entscheidet als nächstes der Inhalt, ob Messe Erfolg hat, oder nicht. „Der Trend geht hin zur Spezialmesse“, weiß Messe Augsburg Geschäftsführer Gerhard Reiter. Die GrindTec beispielsweise habe sich aus der Hannover Messe herausgebildet. Das Thema ging dort unter. Jetzt kann sie Austeller und Besucher gezielter ansprechen. Darauf setzt die Messe künftig, passt ihre Größe an und ihre Ausstattung. Macht sich zukunftssicher.

Augsburg hat den Trend erkannt und handelt entsprechend. Wer allerdings einen Wandel über Nacht erwartet, wird enttäuscht. Das Messewesen wird noch den einen oder anderen Rückschlag hinnehmen müssen. Der Wille zu lernen, sich zu ändern und weiterzumachen ist aber da. Die richtige Basis also, um in der Welt von Morgen zu bestehen.

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Die Messe Augsburg feierte Ende September Spatenstich für die neue Halle 2. Kostenpunkt rund 20 Millionen Euro. Auch der Freistaat bezuschusst den Neubau. Damit macht sich die Messe fit für die Zukunft. Aber spielt das Messewesen künftig überhaupt noch eine große Rolle?

Nicht immer, nicht überall und nicht für jeden. Das ist die wohl treffendste Antwort. Messe von heute ist kein Zukunftsmodell. Das Konzept an sich stimmt aber. In einer zunehmend digitalen Welt wird Messe eine ganz besondere Rolle einnehmen. Robotik schafft viel, ist aber kein Ersatz für persönlichen Kontakt. Messe hat die Chance, den persönlichen Kontakt zwischen Ausstellern und Besuchern zu ihren Gunsten zu nutzen, denn: Wo sonst, als hier, werden wir künftig noch so viele menschliche Ansprechpartner finden?

Weiterer Vorteil: Messe lässt sich anfassen. Die Wirtschaft, die Industrie wird haptisch bleiben, trotz aller Digitalisierung. Davon ist auch Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer überzeugt. Beim Spatenstich in Augsburg gratulierte er der Stadt zur Investition. „Der Neubau ist ein deutliches Signal, dass der Messestandort Augsburg seine Position stärken und ausbauen wird.“ Er bekräftigte, wie wichtig es ist, greifbar zu bleiben, im wahrsten Sinne des Wortes.

Dafür muss sich Messe aber verändern. Jedes Unternehmen muss investieren, um in der Zukunft bestehen zu können. Auch die Messe Augsburg. Wesentlichen Anteil daran haben die internationalen Leitmessen, die hier angesiedelt sind: Interlift und GrindTec. Diese fordern – zu Recht – moderne Hallenanlagen. Standbetreiber haben heute andere Anforderungen, müssen Besuchern mehr bieten. Das funktioniert nur in einer entsprechenden Umgebung. Die alte Halle 2 wurde den Ansprüchen nicht mehr gerecht, wird nun ersetzt.

So drastisch muss es aber nicht in allen Bereichen sein. Selbst der größte Feind der Messe, kann ihr bester Freund sein: das Internet. Nirgends sonst erreichen Sie mehr Menschen, potenzielle Käufer und Kooperationspartner als dort. Heißt aber auch, hier lassen sich Messebesucher abholen und bis zum Messestand begleiten. Virtuelle Führungen, Hintergrundinformationen zu Exponaten und Austellern, Videoclips, Live-Übertragungen und vieles mehr erweitern eine Messe. Zusammengefasst in einer App ergänzt ein digitales Format den persönlichen Kontakt vor Ort. Messe off- und online – ein unschlagbares Duo.

Stimmt der Rahmen, entscheidet als nächstes der Inhalt, ob Messe Erfolg hat, oder nicht. „Der Trend geht hin zur Spezialmesse“, weiß Messe Augsburg Geschäftsführer Gerhard Reiter. Die GrindTec beispielsweise habe sich aus der Hannover Messe herausgebildet. Das Thema ging dort unter. Jetzt kann sie Austeller und Besucher gezielter ansprechen. Darauf setzt die Messe künftig, passt ihre Größe an und ihre Ausstattung. Macht sich zukunftssicher.

Augsburg hat den Trend erkannt und handelt entsprechend. Wer allerdings einen Wandel über Nacht erwartet, wird enttäuscht. Das Messewesen wird noch den einen oder anderen Rückschlag hinnehmen müssen. Der Wille zu lernen, sich zu ändern und weiterzumachen ist aber da. Die richtige Basis also, um in der Welt von Morgen zu bestehen.

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