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LEDVANCE in Augsburg: „Situation muss nochmal bewertet werden“

LEDVANCE in Augsburg. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Gut eine Woche, nachdem das Aus des Augsburger LEDVANCE Werks bekannt gegeben wurde, zeigen zahlreiche Partner ihre Solidarität und Unterstützung. Auch Notfallpläne für die Mitarbeiter, sollte es wirklich eine komplette Schließung geben, bestehen bereits.

Soweit wird es hoffentlich nicht kommen, ist einhellig zu vernehmen. Das Traditions-Unternehmen am Lech findet in der Region viele Fürsprecher. „Momentan versuchen viele Partner zu vermitteln, ob nicht der Weg Richtung Teilerhalt zu erreichen ist“, beschreibt auch die neue Chefin der Agentur für Arbeit, Elsa Koller-Knedlik, die aktuelle Situation. „Bei Traditionsfirmen ist es immer so, dass große Betroffenheit in der Region herrscht.“

Wolfgang Hehl: Innovationspark könnte von Kompetenzen des Unternehmens profitieren

Welche Bedeutung das LEDVANCE Werk für Augsburg hat, machte Wolfgang Hehl, Leiter des Technologiezentrums Augsburg (TZA), gegenüber unserer Redaktion deutlich: „LEDVANCE hat äußerst wertvolle und im Markt auch erfolgreiche Kompetenzen, die über die Jahre gewachsen sind. Ich habe das Gefühl, dass dies bei den aktuellen Entscheidungen nicht ausreichend wahrgenommen worden ist und dringend noch einmal neu bewertet werden muss. Ich meine dabei insbesondere die hohe Maschinenbaukompetenz im Technologiebereich. Gerade die dort vorhandenen Fähigkeiten, komplexe technische Systeme zu planen, zu bauen und sogar zu betreiben, könnten auch bei Zukunftsprojekten im Augsburg Innovationspark sehr nützlich sein.“

„Die Agentur für Arbeit hat Routine“

Für den Ernstfall ist die Agentur für Arbeit dennoch gerüstet. „Augsburg ist ein Standort, der schon einiges mit großen Firmen erlebt hat“, betont Koller-Knedlik. „Die Agentur für Arbeit hat Routine und verschiedene Unterstützungs-Möglichkeiten, die greifen könnten, im Falle einer Voll- oder Teilschließung. Grundlage dafür sind aber die laufenden Gespräche zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung.“ Erst die Ergebnisse werden zeigen, ob und wie viel Unterstützung nötig ist.

„Generell haben wir eine sehr gute Situation im Bereich Metall und Maschinenbau auf dem Arbeitsmarkt mit vielen Angeboten“, so Koller-Knedlik weiter. Doch: „Auch wenn der Markt gut ist, müsste ein Angebot für den Einzelnen immer geprüft werden.“ Unterschiede bei den Konditionen im neuen Arbeitsvertrag und eventuell benötigte Qualifizierungen spielen hier beispielsweise eine Rolle. Dies sowie die Flexibilität des Suchenden entscheiden schlussendlich über die Dauer der Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis. Im Bezug auf die Auszubildenden macht sich Elsa Koller-Knedlik keine Sorgen. Sollte es zu einer Schließung – wie groß oder klein auch immer – kommen, würden andere Unternehmen einspringen. Auch KUKA führt beispielsweise derzeit Gespräche, Azubis aufzunehmen.

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