B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Ist der Bobinger Industriepark in Gefahr?
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
IG BCE

Ist der Bobinger Industriepark in Gefahr?

 Luftaufnahme des Industriepark Bobingen, Foto: ABB

Ende 2013 endet der Dienstleistungsvertrag zwischen den Standortfirmen, dem IWB (Industriepark Werk Bobingen GmbH & Co. KG) und der ABB/SEB GmbH. Was dann mit dem Industriepark passiert und die Zukunft der Beschäftigten ist ungewiss. Aus diesem Grund hat sich jetzt eine Standortinitiative gegründet.

Die Standortinitiative „Erhalt des Industrieparks Bobingen“ hat sich gegründet, um sich betriebsübergreifend am Industriepark und darüber hinaus, für den Erhalt des Industrieparks in Bobingen einzusetzen. In der Standortinitiative haben sich die Betriebsratsvorsitzenden der Firmen Trevira GmbH, Johns Manville GmbH, Nextrusion GmbH, ABB/SEB GmbH und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) zusammen geschlossen. Dass die Gruppierung sich um den Industriepark Bobingen sorgt hat folgenden Grund. Ende 2013 endet der Dienstleistungsvertrag zwischen den Standortfirmen, dem IWB (Industriepark Werk Bobingen GmbH & Co. KG) und der ABB/SEB GmbH. Derzeit bangen knapp 100 Beschäftigte der ABB/SEB GmbH um ihre berufliche Zukunft. Für sie gibt es bisher über den 31.12.2013 hinaus keine Aufträge.

Gemeinsam eine Lösung finden

Die Initiatoren der Standortinitiative „Erhalt des Industrieparks Bobingen“ haben bereits den Augsburger Landrat Martin Sailer und den ersten Bürgermeister der Stadt Bobingen um Hilfe bei ihrem Vorhaben gebeten. Auf Einladung des Landratsamtes hat bereits Ende Januar ein erstes Abstimmungsgespräch stattgefunden. Laut Standortinitiative geht es darum, eine zukunftsfähige Lösung für hochwertige Industriedienstleistungen (Instandhaltung kontinuierlicher und diskontinuierlicher Produktionsanlagen, Umbauten, Erweiterungen, Optimierungen von Produktionsanlagen und Gebäuden, Mechanische und elektrische Komponentenfertigung, Werkschutz, Werkfeuerwehr, Betrieb und Instandhaltung der Ver- und Entsorgungsanlagen, Verbrauchsgerechte Energie- und Medienabrechnung, sowie die Ausbildungswerkstatt) zu finden. Dies war bisher mit ABB/SEB als Anbieter möglich. Ob dies mit alternativen Anbietern möglich ist, muss sich zeigen. Sollte es nicht gelingen eine Nachfolgelösung gemeinsam zu erarbeiten, dann drohe dem Industriepark Bobingen die Zersplitterung, sind sich die Initiatoren der Standortinitiative sicher.

Billige Alternativen anstatt qualitativen Lösungen?

Für Torsten Falke, IG BCE Bezirksleiter aus Augsburg sieht es im Industriepark Bobingen momentan danach aus, als ob die Kundenfirmen am Standort in Bobingen in erster Linie nach billigen Alternativen suchen. Die Qualität der Lösungen geraten dabei immer mehr in den Hintergrund. Dies will Falke vermeiden und plädiert daher für Lösungen, die auch den Facharbeiter und den gut ausgebildeten Angestellten faire Chancen gibt, am Industriepark in Bobingen weiterhin zu arbeiten. Hierzu sind nach Ansicht der IG BCE auch ordentliche Tarifverträge notwendig.

Für den Erhalt der Ausbildungswerkstatt

Mit den Ängsten um die Zukunft des Industriepark Bobingen steht auch die Zukunft der Ausbildungswerkstatt am Industriepark in den Sternen. Bereits 2008 hatte die IG BCE Alarm geschlagen. Damals haben sich die Standortfirmen nicht offensiv für einen Fortbestand der im Landkreis Augsburg drittgrößten Ausbildungswerkstatt eingesetzt hatten. Auch damals gab es große Unruhe bei den betroffenen Auszubildenden. Für die IG BCE sind hier alle gesellschaftlichen Gruppen in der Pflicht. Wer heute nicht an den in den kommenden Jahren einsetzenden Fachkräftemangel denkt, der wird später die Zeche doppelt und dreifach zahlen müssen. Um für den Erhalt der Ausbildungswerkstatt am Industriepark Bobingen zu kämpfen, wird die Standortinitiative auch öffentlichkeitswirksame Aktivitäten entwickeln.

Warum ist ein Industriepark sinnvoll

Ein Industriepark bietet den dort ansässigen Firmen viele Vorteile. So bestehen unter anderem in einem abgeschlossenen Industrieparkgelände Sonderregelungen, die es ermöglichen, Gefahrgut ohne GGVS-Vorschriften einzuhalten, von einem Betrieb zum anderen zu transportieren. Auch ein professioneller Werkschutz und eine eigene Werkfeuerwehr erleichtern einige, ansonsten geltenden, gesetzlichen Vorschriften. Ferner können gemeinsam finanzierte Dienstleistungen von allen Firmen in einem Industriepark genutzt werden und die Unternehmen müssen nicht jede Leistung selbst vorhalten. Die Standortinitiative setzt sich dafür ein, dass alle bisher von der Firma ABB/SEB erbrachten Dienstleistungen geprüft und nach Möglichkeit weiterhin erhalten bleiben, natürlich mit Blick auf Kosten und die Erforderlichkeit. Aber eines ist für die Beteiligten auch eine bittere Erfahrung aus der Vergangenheit; eine gute und sinnvolle Dienstleistung ist schnell abgeschafft, aber nur mit einem sehr hohen, zusätzlichen, finanziellen Aufwand wieder einzuführen.

Artikel zum gleichen Thema