Wirtschaftsminister Bayern

Interview mit Franz Josef Pschierer: Hier hat Schwaben Nachholbedarf

Franz Josef Pschierer bei einem Unternehmensbesuch. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Wo steht Bayerisch-Schwabens Wirtschaft aktuell? Wir haben bei Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer nachgefragt, wo er noch Defizite sieht und welches Problem die Unternehmen von sich aus angehen müssen.

Herr Pschierer, der erste Punkt des CSU „Bayernplans“ wurde 2013 mit „Menschliche Arbeitswelt, starke Wirtschaft, moderne Infrastruktur“ betitelt. Wo würden sie für Bayerisch-Schwaben bei diesen Punkten ein Plus, wo ein Minus setzen?

Wir haben in allen drei Aspekten stark gepunktet. Die Arbeitswelt in Bayern ist menschlich, wir haben tolle Unternehmen, die auf die Arbeitsqualität und das Umfeld wertlegen. Wir sind die stärkste Wirtschaftskraft in Deutschland und wir haben bei der modernen Infrastruktur viel aufgeholt. Aber da gibt es noch Defizite. Diese liegen bei Breitband, Mobilfunk und 5G. Da müssen wir noch nachsteuern. Also: Starke Wirtschaft Nummer eins, menschliche Arbeitswelt Nummer zwei und bei der Infrastruktur müssen wir noch nachjustieren.

Wir haben also bei der Infrastruktur kein Minus, sind aber nicht ganz bei einem Plus?

Nein, da ist noch Luft nach oben. Breitband müssen wir gerade bei Gewerbegebieten noch nachrüsten. Aber auch autonomes Fahren funktioniert nur mit flächendeckendem 5G.

Was ist bei Breitband, Mobilfunk und 5G das große Problem?

Wir haben hier im Vergleich zu anderen Industrienationen Nachholbedarf. Es gibt viele Länder, mit denen wir im Wettbewerb stehen, die hier wesentlich weiter sind. Wir sind bei Breitband vorangekommen, aber ich halte die Mobilfunkversorgung in Deutschland insgesamt für völlig unzureichend. Wir haben nach wie vor weiße Flecken, und wir haben nach wie vor entlang von Bundesautobahnen das Problem, dass man nicht unterbrechungsfrei telefonieren kann.

Was würden Sie als dringendsten Punkt ansehen, der zum Wohle der Wirtschaft umgehend umgesetzt werden müsste?

Der eindeutig wichtigste Punkt wäre für mich die Reduzierung der bürokratischen Belastung, insbesondere für die mittelständischen Betriebe.

Welches aktuelle Problem muss die Wirtschaft von sich aus angehen, wo ist die Politik an erster Stelle gefragt?

Die Wirtschaft muss das Thema Digitalisierung angehen. Das ist das Zukunftsthema für die Wirtschaft. Sie muss ihre Betriebe fit machen dafür. Die Politik ist aktuell insbesondere gefragt, der Wirtschaft beim Thema Fachkräftemangel zu helfen.

Wie kann die Politik der Wirtschaft da helfen?

Es gibt ganz konkrete Vorschläge über ein Fachkräftezuwanderungs-Gesetz, das der Bund verabschiedet. Das ist die erste Säule. Die zweite Säule ist: Er werden gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit alles dafür tun, um Langzeitarbeitslose und Studienabbrecher in den Erwerbsprozess zu bekommen. Vielleicht auch die Teilzeitquote bei Frauen nicht nur zu erhöhen, sondern auf Vollzeit zu bekommen und dort wo es gewünscht wird, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Die dritte Säule wird eine flexible Handhabung sein, wenn es darum geht, Flüchtlinge, die bei uns sind und einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben, hier zu integrieren.

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Franz Josef Pschierer bei einem Unternehmensbesuch. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
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Herr Pschierer, der erste Punkt des CSU „Bayernplans“ wurde 2013 mit „Menschliche Arbeitswelt, starke Wirtschaft, moderne Infrastruktur“ betitelt. Wo würden sie für Bayerisch-Schwaben bei diesen Punkten ein Plus, wo ein Minus setzen?

Wir haben in allen drei Aspekten stark gepunktet. Die Arbeitswelt in Bayern ist menschlich, wir haben tolle Unternehmen, die auf die Arbeitsqualität und das Umfeld wertlegen. Wir sind die stärkste Wirtschaftskraft in Deutschland und wir haben bei der modernen Infrastruktur viel aufgeholt. Aber da gibt es noch Defizite. Diese liegen bei Breitband, Mobilfunk und 5G. Da müssen wir noch nachsteuern. Also: Starke Wirtschaft Nummer eins, menschliche Arbeitswelt Nummer zwei und bei der Infrastruktur müssen wir noch nachjustieren.

Wir haben also bei der Infrastruktur kein Minus, sind aber nicht ganz bei einem Plus?

Nein, da ist noch Luft nach oben. Breitband müssen wir gerade bei Gewerbegebieten noch nachrüsten. Aber auch autonomes Fahren funktioniert nur mit flächendeckendem 5G.

Was ist bei Breitband, Mobilfunk und 5G das große Problem?

Wir haben hier im Vergleich zu anderen Industrienationen Nachholbedarf. Es gibt viele Länder, mit denen wir im Wettbewerb stehen, die hier wesentlich weiter sind. Wir sind bei Breitband vorangekommen, aber ich halte die Mobilfunkversorgung in Deutschland insgesamt für völlig unzureichend. Wir haben nach wie vor weiße Flecken, und wir haben nach wie vor entlang von Bundesautobahnen das Problem, dass man nicht unterbrechungsfrei telefonieren kann.

Was würden Sie als dringendsten Punkt ansehen, der zum Wohle der Wirtschaft umgehend umgesetzt werden müsste?

Der eindeutig wichtigste Punkt wäre für mich die Reduzierung der bürokratischen Belastung, insbesondere für die mittelständischen Betriebe.

Welches aktuelle Problem muss die Wirtschaft von sich aus angehen, wo ist die Politik an erster Stelle gefragt?

Die Wirtschaft muss das Thema Digitalisierung angehen. Das ist das Zukunftsthema für die Wirtschaft. Sie muss ihre Betriebe fit machen dafür. Die Politik ist aktuell insbesondere gefragt, der Wirtschaft beim Thema Fachkräftemangel zu helfen.

Wie kann die Politik der Wirtschaft da helfen?

Es gibt ganz konkrete Vorschläge über ein Fachkräftezuwanderungs-Gesetz, das der Bund verabschiedet. Das ist die erste Säule. Die zweite Säule ist: Er werden gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit alles dafür tun, um Langzeitarbeitslose und Studienabbrecher in den Erwerbsprozess zu bekommen. Vielleicht auch die Teilzeitquote bei Frauen nicht nur zu erhöhen, sondern auf Vollzeit zu bekommen und dort wo es gewünscht wird, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Die dritte Säule wird eine flexible Handhabung sein, wenn es darum geht, Flüchtlinge, die bei uns sind und einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben, hier zu integrieren.

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