Augsburger Konjunkturgespräch

IHK Schwaben: „Wirtschaft ist im freien Fall“

Der steilste Absturz der letzten 20 Jahre. Die IHK Schwaben zeichnet bei ihrem Konjunkturgespräch ein düsteres Bild für die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben. Was die Unternehmen jetzt brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen.

Dreimal jährlich befragt die IHK Schwaben ihre Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Lage und den künftigen Erwartungen. Von Anfang bis Mitte Mai hat eine über 1.000 Unternehmen umfassenden Stichprobe aus Produktion, Handel und Dienstleistungen die Fragen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage beantwortet. Neben der wirtschaftlichen Lage standen dabei ebenfalls die Auswirkungen der Corona-Krise im Vordergrund.

Index ist um 34 Punkte gefallen

Im Vergleich zum letzten Herbst ist der IHK-Konjunkturindex um 34 auf 84 Punkte gefallen. „Das ist der steilste Abfall in den letzten 20 Jahren“, betont Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. „Diesen Absturz hat sich keiner von uns auch nur vorstellen können“, pflichtet IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton bei.

„Die Geschäftslage ist im Keller“

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„Die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen fürs kommende Jahr sind im Keller. Und das mit Ausnahme der Bauwirtschaft quer über alle Branchen hinweg“, fasst Dr. Lucassen das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zusammen. Dazu Dr. Kopton: „Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns haben tiefrote Zahlen in den Kassen der IHK-Mitgliedsunternehmen hinterlassen. Wir stehen nun vor der riesigen Herausforderung die Stimmung wieder zu drehen, mit zukunftsorientierten und branchenübergreifenden Programmen.“

Die schlechte Auftragslage macht der Wirtschaft zu schaffen

Seit Inkrafttreten der bayerischen Ausgangsbeschränkungen, verbunden mit Geschäftsschließungen, ist der Nachfragerückgang zu einem branchenübergreifenden Problem geworden. „Knapp die Hälfte unserer Mitgliedsunternehmen berichtet uns von wegbrechendem Neugeschäft und von stornierten Altaufträgen. Hinzu kommt, dass ganze Absatzwege unterbrochen sind, weil beispielsweise Kunden selbst nicht mehr produzieren und die Grenzen für Güter und Menschen geschlossen sind“, erklärt Dr. Lucassen.  

Umsätze sinken, die Auslastung fehlt und das Geld wird knapp

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63 Prozent der Unternehmen erwarten im Vorjahresvergleich einen geringeren Umsatz. Sieben von 100 sogar in einem Umfang von über 50 Prozent. „Das Geld fehlt in der Kasse, um Rechnungen und Gehälter zu bezahlen. Die Corona-Soforthilfe oder das Kurzarbeitergeld helfen zwar die eigenen Kosten zu senken, doch nur kurzfristig und teilweise“, stellt Dr. Lucassen beispielsweise mit Blick auf die besonders betroffene Tourismus- und Gastronomiebranche fest. Die Folge ist, dass dort neun von zehn Betrieben mit künftig weniger Personal planen müssen. Und auch über die ganze Wirtschaft hinweg plant fast jedes zweite Unternehmen mit verringerten Personalkapazitäten.

Der Re-Start muss schnell gelingen

„Die regionale Wirtschaft kann einen zweiten Lockdown nicht überstehen“, ist sich Dr. Kopton sicher. „Daher brauchen wir jetzt ein Paket zukunftsorientierter und branchenübergreifender Maßnahmen, die der Stimmung der Kunden und der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. An erster Stelle steht für die Unternehmen dabei ein zeitgemäßes Steuerrecht, beginnend von international wettbewerbsfähigen Steuersätzen über die Abschreibung getätigter Investitionen bis hin zur Verrechnung des aktuellen Verlustes mit den Gewinnen der Vorjahre. In diesem Zusammenhang wünschen sich die Unternehmen auch bezahlbare Strompreise sowie Investitionen des Staates, beispielsweise in die digitale Infrastruktur oder die praxisnahe Aus- und Weiterbildung.“

Vertrauen muss wiedergewonnen werden

„Unternehmertum ist die Mischung aus Know-how, guten Ideen und Vertrauen in die Zukunft“, betont der IHK-Präsident. „Dieses Vertrauen müssen wir wiedergewinnen und die richtigen Weichenstellungen des Staates einfordern. Die Unternehmen haben in der Krise Verantwortung übernommen und aus der Krise gelernt. Nun ist es an der Politik mutige Reformen zu beschließen und Augenmaß bei den Ausgaben zu beweisen.“

„Wir werden die Krise meistern“

„Es ist ein sehr, sehr bedrohliches Szenario“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Ein dramatischer Einbruch, eine sehr ernste Situation, aber es wird eine Welt nach Corona geben. Wir haben einen starken Wirtschaftsstandort, wir werden diese Krise meistern – wir müssen diese Krise meistern. Wir werden trotz dieser Situation mit Optimismus in die Zukunft schauen müssen.“

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Index ist um 34 Punkte gefallen

Im Vergleich zum letzten Herbst ist der IHK-Konjunkturindex um 34 auf 84 Punkte gefallen. „Das ist der steilste Abfall in den letzten 20 Jahren“, betont Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. „Diesen Absturz hat sich keiner von uns auch nur vorstellen können“, pflichtet IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton bei.

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Seit Inkrafttreten der bayerischen Ausgangsbeschränkungen, verbunden mit Geschäftsschließungen, ist der Nachfragerückgang zu einem branchenübergreifenden Problem geworden. „Knapp die Hälfte unserer Mitgliedsunternehmen berichtet uns von wegbrechendem Neugeschäft und von stornierten Altaufträgen. Hinzu kommt, dass ganze Absatzwege unterbrochen sind, weil beispielsweise Kunden selbst nicht mehr produzieren und die Grenzen für Güter und Menschen geschlossen sind“, erklärt Dr. Lucassen.  

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63 Prozent der Unternehmen erwarten im Vorjahresvergleich einen geringeren Umsatz. Sieben von 100 sogar in einem Umfang von über 50 Prozent. „Das Geld fehlt in der Kasse, um Rechnungen und Gehälter zu bezahlen. Die Corona-Soforthilfe oder das Kurzarbeitergeld helfen zwar die eigenen Kosten zu senken, doch nur kurzfristig und teilweise“, stellt Dr. Lucassen beispielsweise mit Blick auf die besonders betroffene Tourismus- und Gastronomiebranche fest. Die Folge ist, dass dort neun von zehn Betrieben mit künftig weniger Personal planen müssen. Und auch über die ganze Wirtschaft hinweg plant fast jedes zweite Unternehmen mit verringerten Personalkapazitäten.

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Vertrauen muss wiedergewonnen werden

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