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Hollywood widmet sich dem Augsburger „Vater der Fäden“ Walter Oehmichen
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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Hollywood widmet sich dem Augsburger „Vater der Fäden“ Walter Oehmichen

(C) Pressebild Eva Merz

Die junge Regisseurin Eva Merz arbeitet an einem Film über den Gründer der Puppenkiste, Walter Oehmichen. Crowdfunding soll die nötigen Mittel beschaffen helfen.

Hollywood gehen die guten Stoffe nicht aus. Dazu tragen nicht nur phantasievolle Autoren bei, sondern auch das wirkliche Leben – und bisher ungehobene Schätze der Vergangenheit. Zur letzten Kategorie zählen das Werk und Leben Walter Oehmichens. Jenes Mannes, der 1948 in den Schuttruinen des kriegszerstörten Augsburg den Grundstein für eine Bühne legte, die inzwischen Weltruhm erlangt hat: die „Augsburger Puppenkiste“.

Jetzt will eine junge deutsche Regiestudentin, die gerade an der UCLA Extension in Los Angeles ihre Abschlussarbeit vorbereitet, die Geschichte Walter Oehmichens verfilmen. „Strings of Hope“, Fäden der Hoffnung, soll ein Kurzfilm heißen, für den Eva Merz nun ein Crowfunding-Projekt zur Finanzierung gestartet hat. 26.000 US-Dollar braucht die in Hessen geborene und im oberbayerischen Weilheim aufgewachsene Filmemacherin, um ihr Ziel zu verwirklichen.

Kurzfilm über die Puppenkiste entsteht mit echtem Insiderwissen

„Natürlich habe ich die Augsburger Puppenkiste schon lange gekannt“, berichtet Merz im Interview mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN. „Aber die Idee, das Leben Walter Oehmichens zu thematisieren, hatte ein amerikanischer Mitstudent, der Drehbuchautor ist und dem ich bei Recherchearbeiten für Pinocchio von der Puppenkiste erzählt habe.“ Er machte sie bei einer gemeinsamen Recherche auf Wikipedia auf das Potential der Geschichte aufmerksam. „Den Hinweis von seiner Seite hätte ich nicht erwartet. Jemand Deutsches hätte wahrscheinlich so tief gar nicht geforscht, weil er den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen hätte.“

Inzwischen sind die Arbeiten am Drehbuch für den Kurzfilm weit gediehen. Daran beteiligt ist mit Fred Steinbach ein echter Kenner der Materie. Er ist einer der Autoren des 2013 erschienenen Werks „Das große Buch der Augsburger Puppenkiste“ und hat selbst als Produktionsleiter an Inszenierungen von Stücken im Marionettentheater mitgewirkt. Als historischer Berater wirkt Matthias Böttger mit, offizieller Chronist der Puppenkiste und Betreiber der Website „Stars an Fäden“. Fundus für Insiderwissen ist zudem Puppenkiste-Chef Klaus Marschall, mit dem die Filmemacherin in regelmäßigem Kontakt steht. Eva Merz: „Ich bin es Walter Oehmichen und allen, deren Leben er mit der Puppenkiste beeinflusst hat, schuldig, dass dieser Film auf authentischem Material aufbaut.“

Der Glaube das alles gut wird

Gleichwohl schätzt sie, die sich im Gespräch in die Reihe der „Geschichtenerzähler mit Bildern“ positioniert, das märchenhafte Potential der Story. „Ein wesentlicher Teil der Puppenkisten-Qualität besteht darin, Kinder in ihrem Glauben zu bestärken, dass alles gut wird“, sagt sie. „Diesen Wunsch wollte Walter Oehmichen auch den Menschen erfüllen, die Krieg und Elend überstanden hatten.“

Den „Goodies“, mit denen Merz jene belohnen will, die sich am Crowdfunding über Klickstarter beteiligen, merkt man an, dass die junge Regisseurin in Hollywood nicht nur die Ästhetik und die Technik des Filmemachens gelernt hat, sondern auch wie man Geldgeber begeistert. Wer mit größeren Beträgen einsteigt, bekommt nicht nur seine persönliche, digitale Kopie des Films, sondern darf sich auch darauf freuen, im Abspann des parallel entstehenden Kurzfilms als „Executive Producer“ genannt zu werden.

Hollywood-Filmproduzent: Ein potentieller Imagegewinn für Unternehmer

„Produzent bei einem Hollywood-Film mit einem absolut sympathischen Thema – wenn das kein Imagegewinn für einen Unternehmer ist, der den Film dann Kunden und Mitarbeitern vorspielt“, rührt die Künstlerin die Werbetrommel für eine Beteiligung am Projekt. „Das hat man nicht alle Tage.“ Außerdem setzt sie auf die Unterstützung – „auch wenn es nur eine Handvoll Dollar sind“ – von Menschen, denen die Puppenkiste etwas Besonderes bedeutet.

Über die Qualität des Opus brauchen sich die Beteiligten offenkundig keine Sorgen zu machen. Die Referenzliste von Eva Merz zieren nicht nur einige sehenswerte Kurz- und Industriefilme. Sie hat auch schon in Californien, dem Mutterland der Filmindustrie, respektable Preise für ihre Arbeit gewonnen. Was sie mit besonderer Genugtuung erfüllt: Die Münchner Filmhochschule hatte sie einst als Studentin nicht angenommen.

Am Lieblingsstück der 26-jährigen, „Li la lu im Schepperland“, das Anfang der 2000er Jahre im Fernsehen lief, erkennt man ihre Zuordnung Puppenkisten-Generation, an der Lieblingsfigur „Kaschperl“ den Sinn für zeitlose Qualität. Weshalb ihr die Meinung von TV-Verantwortlichen, das Marionettentheater sei keine zeitgemäße Unterhaltung für Kinder mehr, auch aufstößt: „Gerade das Kantige, Unvollkommene der Figuren macht den Kindern das größte Geschenk: Raum für Phantasie. Davon kann man nicht genug bekommen.“ So gesehen, bewegt sich Eva Merz schon genau in den Spuren Walter Oehmichens, dem sie nun ein filmisches Denkmal setzen will. Den zweiten Schritt, dem Kurzfilm später auch einen Spielfilm folgen zu lassen, hat sie schon vor Augen.

von Ulrich Pfaffenberger


Strings Of Hope on KICKSTARTER from Eva Merz on Vimeo.

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