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„Logistik funktioniert nicht alleine, man braucht Netzwerke und Partner“, eröffnete Gastgeber David Frey von DSV das Businessfrühstück am 18. September im Güterverkehrszentrum (GVZ). Das Güterverkehrszentrum wird von den drei Städten Neusäß, Gersthofen und Augsburg getragen. 2027 soll dort ein neuer Containerbahnhof eröffnen, angebunden an die A8, die B17 und die B2. „Wir müssen möglichst viele Güter von der Straße auf die Schiene bringen“, sagt Ralf Schmidtmann, Geschäftsführer der GVZ GmbH.
Den Vorteil rechnete Susanne Olita, Bürgermeisterin von Gersthofen vor: Wenn 500 Lkw je eine Strecke von 600 Kilometern fahren, legen sie zusammen 300.000 Kilometer zurück. Hinzu kommt der Fahrermangel in der Branche, der Verschleiß der Lkw sowie Kosten für Maut und Diesel.
Wenn die Lkw aber nur 60 Kilometer unterwegs sind, weil sie die Container zu einem Containerbahnhof bringen, werden 270.000 Kilometer eingespart. Für Olita ist der Kombinierte Verkehr – also Transport über Lkw und Güterzüge – effizienter als der reine Transport auf der Straße.
Mitte 2027 soll im GVZ der neue Containerbahnhof eröffnen und mehr Kapazitäten bieten als der bisherige in Augsburg-Oberhausen: Mit vier Gleisen und zwei Portalkränen sollen bis 2030 jährlich 62.000 Ladeeinheiten umgeschlagen werden. Das spart laut GVZ pro Jahr 2,3 Millionen Lkw-Kilometer und 1.754 Tonnen CO₂ ein. Am Containerbahnhof in Augsburg-Oberhausen werden derzeit rund 18.000 Ladeeinheiten pro Jahr umgeschlagen. Der Containerbahnhof ist schon lange an seiner Kapazitätsgrenze.
Doch der neue Containerbahnhof hat über diese Zahlen hinaus eine Bedeutung für die Region: Er soll den Wirtschaftsraum Augsburg stärken. „Eine leistungsfähige Logistik ist die Voraussetzung für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort“, sagt Olita. Der neue Containerbahnhof verbessere die Rahmenbedingungen für alle Unternehmen in der Region: Zum einen sind sie für ihre Lieferketten auf eine funktionierende Logistik angewiesen. Zum anderen verbindet der neue Containerbahnhof den Wirtschaftsraum Augsburg mit Häfen wie in Hamburg im Norden sowie mit Verona und Genua im Süden. Die Region wird stärker an europäische Märkte und internationale Verkehrsachsen angebunden.
Betrieben wird der neue Containerbahnhof von der DUSS – der Deutschen Umschlagsgesellschaft Schiene-Straße, Tochter der Deutschen Bahn. Perspektivisch können die zwei Portal-Kräne auf insgesamt drei Kräne erweitert werden. Die Kräne sind teilautomatisiert, das heißt sie können auch vom Büro aus gesteuert werden, sodass ein Mensch zwei Krane bedienen kann. Auch eine KI-basierte Steuerung ist möglich.
Doch die Güterzüge sind auch von der starken Auslastung der Zugstrecken und der hohen Verspätungsquote der Züge betroffen. „Das was auf der Schiene passiert, können wir nicht beeinflussen“, sagt Guiseppa Santospangolo, Regionalbereichsleiterin Süd-Ost bei der DUSS. Allerdings schaffe es die DUSS die Verspätungen zu 80 Prozent wieder rauszuholen – in dem die eigenen Abläufe effizienter gestaltet wurden. So müssen die Lkw-Fahrer am Eingang zu den Umschlagterminals inzwischen nicht mehr aussteigen, um sich persönlich anzumelden. Stattdessen können sie das inzwischen per App. Zudem zeigt ein Ampelsystem in der App an, um wie viel Uhr das Terminal noch Kapazitäten zum Be- und Entladen hat. So kommt die DUSS bei der Durchlaufzeit der Lkw auf einen bundesweiten Durchschnitt von 16:41 Minuten.
Für die Städte Augsburg, Neusäß und Gersthofen ist mit der Eröffnung des neuen Containerbahnhofs Mitte 2027 die Arbeit aber noch nicht getan. Es geht darum, weiter die Infrastruktur um das GVZ zu stärken und auszubauen. Dabei spielen die Kapazitäten auf der B17 sowie der Anschluss an die A8 bei Neusäß eine Rolle.
Auch die Unternehmen müssen laut GVZ-Geschäftsführer Schmidtmann „Der Containerbahnhof schafft die Infrastruktur – den eigentlichen Nutzen für die Region erreichen wir aber erst dann, wenn Unternehmen ihn in ihre Lieferketten integrieren können“, sagt er. Dafür will das GVZ die Unternehmen miteinander zu vernetzen und Bedarfe bündeln.
Außerdem ist ein erweitertes Lastdepot geplant, das rund 600 Containerstellplätze bieten soll. Hierfür wird derzeit die Finanzierung geklärt.