Tag der Logistik

Frauen in der Logistik: Das sagt Ingrid Eibner zur „Männerdomäne“

Die Logistikbranche kämpft stark mit mangelndem Fachkräftenachwuchs. Wir haben bei Ingrid Eibner, Geschäftsführerin des Logistik Clusters Schwaben, nachgefragt, wie sie selbst in die Branche gekommen ist und weshalb das Bild der reinen Männerdomäne längst überholt ist.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie sind Sie selbst in die Logistik gekommen?

Ingrid Eibner: Ich war eine Quereinsteigerin. Direkt nach meinem Wirtschaftsgeografie-Studium bin ich durch einen Zufall in der Branche gelandet. Eine Logistikkollegin hat mal gesagt: „Logistik ist überall.“ Das ist wie bei der Geografie. Durch die verschiedenen Bereiche wie Transport-, Kontrakt- und Intralogistik ist die Branche auch sehr vielseitig. Diese Bandbreite fasziniert mich bis heute.

Der Ruf der Männerdomäne eilt der Branche voraus – zu Unrecht?

Vom Ruf her ist die Logistik eine Männerdomäne, aber Frauen sind hier sehr gut aufgehoben. Bei den Studierendenzahlen ist das Verhältnis mittlerweile sogar ausgeglichen. In den Ausbildungsberufen wie Berufskraftfahrer, Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik sind Männer zwar in der Überzahl, in den kaufmännischen Bereichen gibt es aber auch sehr viele Frauen. Die Branche ist heute hochtechnologisch und zukunftsträchtig. Es gibt inzwischen viele Hilfsmittel, durch die sogar schweres Heben meist wegfällt – das kommt natürlich nicht nur den Frauen zugute.

Ist es schwer als Frau in der Logistik Fuß zu fassen?

Natürlich muss man sich behaupten können, das ist wie in jeder anderen Branche auch, wenn man einen höheren Karriereweg verfolgt. Aber Frauen haben jede Chance in der Logistik. Die größte Barriere sind oft die Frauen selbst, weil sie sich das nicht zutrauen. Aber wenn man das überwindet, kann man durchaus eine schöne Karriere machen. Es gibt so viele Jobs in der Branche, die Frauen mindestens genauso gut können wie Männer.

Gibt es zwischen den Logistikerinnen eine Plattform für den Austausch?

Ja, die gibt es: In unserer Region nennt sich das „Ladies in Logistics“. Das ist eine Absplitterung der Bundesvereinigung Logistik (BVL) Regionalgruppe Südbayern. Vorbild war die „Ladies Logistics Lounge“ in Hamburg, die auch in anderen Regionen zum Austausch angeregt hat. In den Gruppen kommen viele Frauen aus Management-Positionen zusammen.

Was raten Sie einer Frau, die in die Logistik will?

Unbedingt machen! Die Logistik ist eine tolle Branche, die auch mit einer Ausbildung viele Karrierewege und Weiterbildungen ermöglicht. Außerdem wird es die Logistik immer geben, damit ist auch der Arbeitsplatz sicher.

Gibt es ein Vorurteil, mit dem Sie immer schon mal aufräumen wollten?

Ich würde gerne die Logistik aus den „Tatorten“ streichen. Die Leichen werden nahezu in jeder Episode auf einem Containerhof gefunden. So viele Leichen haben wir gar nicht!

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie sind Sie selbst in die Logistik gekommen?

Ingrid Eibner: Ich war eine Quereinsteigerin. Direkt nach meinem Wirtschaftsgeografie-Studium bin ich durch einen Zufall in der Branche gelandet. Eine Logistikkollegin hat mal gesagt: „Logistik ist überall.“ Das ist wie bei der Geografie. Durch die verschiedenen Bereiche wie Transport-, Kontrakt- und Intralogistik ist die Branche auch sehr vielseitig. Diese Bandbreite fasziniert mich bis heute.

Der Ruf der Männerdomäne eilt der Branche voraus – zu Unrecht?

Vom Ruf her ist die Logistik eine Männerdomäne, aber Frauen sind hier sehr gut aufgehoben. Bei den Studierendenzahlen ist das Verhältnis mittlerweile sogar ausgeglichen. In den Ausbildungsberufen wie Berufskraftfahrer, Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik sind Männer zwar in der Überzahl, in den kaufmännischen Bereichen gibt es aber auch sehr viele Frauen. Die Branche ist heute hochtechnologisch und zukunftsträchtig. Es gibt inzwischen viele Hilfsmittel, durch die sogar schweres Heben meist wegfällt – das kommt natürlich nicht nur den Frauen zugute.

Ist es schwer als Frau in der Logistik Fuß zu fassen?

Natürlich muss man sich behaupten können, das ist wie in jeder anderen Branche auch, wenn man einen höheren Karriereweg verfolgt. Aber Frauen haben jede Chance in der Logistik. Die größte Barriere sind oft die Frauen selbst, weil sie sich das nicht zutrauen. Aber wenn man das überwindet, kann man durchaus eine schöne Karriere machen. Es gibt so viele Jobs in der Branche, die Frauen mindestens genauso gut können wie Männer.

Gibt es zwischen den Logistikerinnen eine Plattform für den Austausch?

Ja, die gibt es: In unserer Region nennt sich das „Ladies in Logistics“. Das ist eine Absplitterung der Bundesvereinigung Logistik (BVL) Regionalgruppe Südbayern. Vorbild war die „Ladies Logistics Lounge“ in Hamburg, die auch in anderen Regionen zum Austausch angeregt hat. In den Gruppen kommen viele Frauen aus Management-Positionen zusammen.

Was raten Sie einer Frau, die in die Logistik will?

Unbedingt machen! Die Logistik ist eine tolle Branche, die auch mit einer Ausbildung viele Karrierewege und Weiterbildungen ermöglicht. Außerdem wird es die Logistik immer geben, damit ist auch der Arbeitsplatz sicher.

Gibt es ein Vorurteil, mit dem Sie immer schon mal aufräumen wollten?

Ich würde gerne die Logistik aus den „Tatorten“ streichen. Die Leichen werden nahezu in jeder Episode auf einem Containerhof gefunden. So viele Leichen haben wir gar nicht!

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