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Die geplante Stammleitung 8 soll die Fernwärmeversorgung im Augsburger Norden und Westen erweitern. Für Unternehmen, Krankenhäuser, Industriebetriebe und größere Wohnquartiere ist das Vorhaben vor allem als Teil des langfristigen Netzausbaus relevant: Die Leitung soll Wärme aus bestehenden und künftigen Erzeugungsanlagen in Stadtteile transportieren, in denen die vorhandenen Kapazitäten bei steigender Nachfrage nicht mehr ausreichen könnten.
Die rund 15 Kilometer lange Leitung soll von den Erzeugungsanlagen im Nordosten Augsburgs über Oberhausen und den Bärenkeller bis nach Neusäß führen. Sie ist mit einer Wärmeleistung von 90 Megawatt und Rohren mit einem Durchmesser von bis zu 500 Millimetern geplant.
Nach Angaben der Stadtwerke Augsburg transportiert die Stammleitung Wärme aus der Abfallverwertungsanlage und dem Biomasseheizkraftwerk in Lechhausen. Zudem soll sie weitere Einspeisepunkte ermöglichen. Als mögliche Quelle nennen die swa unter anderem die Gewinnung von Wärme im Klärwerk im Augsburger Norden. Die Leitung soll außerdem Netzringe schließen. Damit könnte sich die Versorgungssicherheit etwa in Oberhausen und Kriegshaber erhöhen, weil diese Bereiche künftig von zwei Seiten versorgt werden könnten.
Fernwärmenetze benötigen einen Vor- und einen Rücklauf: Heißes Wasser fließt zu den Abnehmern, abgekühltes Wasser zurück zu den Erzeugungsanlagen. Für beide Rohre der Stammleitung 8 ist laut swa ein Graben von knapp drei Metern Breite erforderlich.
Das macht die Verlegung im Straßenraum anspruchsvoll. Im Untergrund verlaufen bereits Leitungen für Gas, Trinkwasser und Abwasser. Angaben zu Bauzeit, Investitionsvolumen, konkretem Trassenverlauf oder möglichen Verkehrseinschränkungen nennen die Stadtwerke in ihrer Mitteilung nicht.
Direkte Anschlüsse einzelner Einfamilienhäuser an die Stammleitung 8 sind nicht vorgesehen. Dafür wären zusätzliche, kleinere Versorgungsleitungen notwendig. Die swa bewerten dies entlang der Transportleitung als technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Das Fernwärmenetz der Stadtwerke Augsburg umfasst nach Unternehmensangaben derzeit mehr als 230 Kilometer. Im Jahr 2026 seien mehr als zehn Kilometer Leitungen hinzugekommen. Je nach Witterung lieferten die swa bislang bis zu 553 Gigawattstunden Wärme; das entspreche rechnerisch dem Wärmebedarf von rund 35.000 Haushalten.
Bis 2040 streben die Stadtwerke eine Wärmemenge von rund 912 Gigawattstunden an. Bis 2045 soll die Erzeugung nach ihren Plänen vollständig auf erneuerbare Energien und Abwärme umgestellt werden. Damit sollen bis zu 31 Prozent des Augsburger Wärmebedarfs gedeckt werden.
Der weitere Ausbau hängt laut swa unter anderem von verfügbaren Wärmemengen, größeren Abnehmern, gesetzlichen Rahmenbedingungen und staatlichen Förderungen ab. In kleinteilig bebauten Eigenheimvierteln sieht das Unternehmen dagegen eher Wärmepumpen oder Pelletheizungen als wirtschaftliche Alternative zur Fernwärme.