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EU-Verteidigungsagentur beauftragt Airbus mit Drohnenprojekt
Capa-X-Drohne

EU-Verteidigungsagentur beauftragt Airbus mit Drohnenprojekt

Die Drohne Capa-X wiegt rund 120 Kilogramm, erreicht eine Reichweite von 100 Kilometern und kann bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben. Foto: Airbus
Die Drohne Capa-X wiegt rund 120 Kilogramm, erreicht eine Reichweite von 100 Kilometern und kann bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben. Foto: Airbus

Airbus Helicopters arbeitet mit der Europäischen Verteidigungsagentur an der Weiterentwicklung seiner Capa-X-Drohne. Das Projekt soll neue militärische Einsatzmöglichkeiten für unbemannte Fluggeräte erschließen.

Airbus Helicopters mit Sitz in Lançon-de-Provence ist von der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) für das Projekt Multi Mission Uncrewed Aircraft System (M2UAS) ausgewählt worden. Der Auftrag hat eine Laufzeit von 48 Monaten und ein Budget von rund 1,1 Millionen Euro.

Im Rahmen des Projekts soll ein hybrides unbemanntes Fluggerät entwickelt werden, das je nach Konfiguration und Nutzlast unterschiedliche militärische Missionen erfüllen kann.

Die EDA mit Sitz in Brüssel koordiniert seit Jahren Rüstungskooperationen zwischen EU-Mitgliedstaaten und vergibt gezielte Forschungs- und Entwicklungsaufträge, um strategische Fähigkeitslücken zu schließen. Die Ausschreibung für das M2UAS-Programm wurde im Sommer 2025 veröffentlicht und richtete sich ausdrücklich an Anbieter mit nachgewiesener Expertise in modularen Festflügler-Systemen.

Capa-X als technologische Grundlage

Das Projekt baut auf dem bestehenden Drohnensystem Capa-X auf. Die Plattform soll technisch weiterentwickelt werden, um zusätzliche Einsatzmöglichkeiten zu schaffen und ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Christophe Canguilhem, Leiter des Capa-X-Programms bei Airbus Helicopters, sieht in der Auswahl durch die EDA eine Bestätigung der eigenen Kompetenzen: „Diese Auswahl ist eine wichtige Anerkennung unserer Expertise im Bereich taktischer Drohnensysteme und unterstreicht unser Engagement für innovative europäische Verteidigungsfähigkeiten.“

EU investiert stärker in Drohnentechnologie

Der Auftrag an Airbus fällt in eine Phase, in der die Europäische Union ihre Investitionen in unbemannte Systeme deutlich ausweitet. Nach Plänen der Europäischen Kommission sollen bis Ende 2026 erste Teile eines integrierten europäischen Drohnenabwehr- und Drohnensystems einsatzfähig sein, das gesamte System bis Ende 2027.

Im Fokus stehen sowohl defensive Fähigkeiten zur Drohnenabwehr als auch offensive Einsatzmöglichkeiten gegen Bodenziele. Die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg haben den Druck auf europäische Regierungen erhöht, stärker in eigene Technologien und Produktionskapazitäten für Drohnen zu investieren.

Technologie aus Frankreich

Die erste Projektphase dauert zwölf Monate. In diesem Zeitraum sollen aktuelle und zukünftige militärische Anforderungen analysiert sowie technologische Herausforderungen bewertet werden. Ziel ist es, die technologischen Optionen für die Weiterentwicklung der Plattform zu definieren. Langfristig soll das Projekt neue Drohnenarchitekturen ermöglichen, die unterschiedliche Missionen übernehmen können – darunter Aufklärung und Überwachung, elektronische Kampfführung, der Einsatz von Effektoren sowie automatisiertes Auftanken in der Luft.

Die Plattform wird von Survey Copter entwickelt, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Airbus Helicopters. Das Unternehmen mit Sitz in Lançon-de-Provence ist auf taktische unbemannte Luftfahrtsysteme spezialisiert und entwickelt die Capa-X-Familie seit mehreren Jahren für zivile und militärische Kunden. Die Drohne Capa-X wiegt rund 120 Kilogramm, erreicht eine Reichweite von 100 Kilometern und kann bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben. Die maximale Nutzlast liegt bei 20 Kilogramm. Dank ihres modularen Aufbaus lässt sich die Plattform je nach Einsatzanforderung anpassen.

Bedeutung für deutsche Airbus-Standorte

Ob das Projekt konkrete Auswirkungen auf deutsche Airbus-Standorte haben wird, ist derzeit offen. Die Entwicklung der Capa-X-Drohne erfolgt hauptsächlich innerhalb der Drohnenaktivitäten von Airbus Helicopters. Perspektivisch könnten solche Systeme jedoch auch für die Zusammenarbeit zwischen Drohnen und Hubschraubern relevant werden – ein Technologiefeld, an dem auch der Airbus-Standort Donauwörth arbeitet.

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