B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Dr. Marc Lucassen: „Der süddeutsche Raum verspielt gerade seine wirtschaftliche Führungsposition“
Anzeige
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
Interview

Dr. Marc Lucassen: „Der süddeutsche Raum verspielt gerade seine wirtschaftliche Führungsposition“

Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben.
Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Foto: IHK Schwaben

Die Energie-Krise hinterlässt auch ihre Spuren in der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft – und dabei ist noch nicht einmal Winter. Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, stellt deshalb im Interview klare Forderungen an die Politik und stellt Vorschläge vor, wie die Krise besser überwunden werden kann.

Anzeige
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

B4BSCHWABEN.de: Herr Lucassen, wir befinden uns gerade erst am Herbstanfang und die Unsicherheit in Blickrichtung Winter steigen. Beobachten Sie diesen Trend auch bei den Unternehmern in unserer Region?

Dr. Marc Lucassen: Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die bedrohliche Lage. Wenn jetzt schon mehr als jedes dritte Unternehmen in Industrie und Bauwirtschaft über Produktionsausfälle oder -einschränkungen klagt, werden wir bei weiteren Kostensteigerungen oder gar einer Mangellage eine deutliche Erosion unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erleben. Der stark industriell geprägte süddeutsche Raum verspielt gerade seine wirtschaftliche Führungsposition – sowohl innerhalb Deutschlands als auch im internationalen Vergleich.

Anzeige
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Woher kommt diese Annahme?

Produktionsverlagerungen finden bereits statt oder sind in Planung. In einigen Firmenzentralen fallen bereits Entscheidungen gegen den hiesigen Wirtschaftsstandort. Eine Abwanderungsbewegung ist damit in Gang gesetzt. Das sind klare Vorboten einer Deindustrialisierung unserer Region. Wenn wir diese Energiekrise nicht in den Griff bekommen, werden immer mehr Unternehmen in Schieflage geraten. Mehr als ein Drittel ist schon jetzt von der Energiekrise stark betroffen; jedes vierte Unternehmen sieht sogar das eigene Geschäftsmodell in Gefahr. Wir müssen verhindern, dass sich die Energiekrise zur Axt am Stamm des Wirtschaftsstandorts Bayerisch-Schwaben entwickelt.

Anzeige
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Haben wir in Sachen Krisen-Management denn nichts aus Corona gelernt?

Der Staat muss jetzt – ähnlich wie in der Corona-Pandemie – entschlossen handeln, um die Energiekrise in den Griff zu bekommen. Andernfalls droht tatsächlich eine Insolvenzwelle. Das setzt allerdings voraus, dass die politisch Handelnden ihre parteitaktischen Überlegungen hinten anstellen und sich einzig und allein auf die Lösung dieser Jahrhundertkrise konzentrieren. Denn die sich überlagernden Krisen führen bereits zu erheblichen Lieferkettenproblemen in wichtigen Schlüsselbranchen.

Von welchen Schlüsselbranchen sprechen Sie?

Wenn etwa chemische Basisprodukte nicht mehr produziert werden, stehen umgehend weitere Branchen still. Wenn metallische Bauteile nicht durch Galvanisierung gehärtet werden können, hat das dramatische Auswirkungen auf den Maschinenbau, die Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie oder etwa die Medizintechnik. Wenn Adblue für Dieselfahrzeuge fehlt, dann bleiben Lkw und Busse auf dem Hof, Regale bleiben leer, Schüler und Arbeitnehmer bleiben zu Hause und vielen mittelständischen Betriebe droht der Produktionsstopp. All das zeigt, wie unser gesamtes Wirtschaftssystem von einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung abhängig ist.

Sie fordern entschlossenes Handeln von der Politik. Wie kann das konkret aussehen?

Angesichts der dramatischen Lage geht es nicht nur um kleinteilige Eingriffe, sondern um den großen Wurf, der auch vor manchen Tabus nicht Halt macht. Aus Sicht der IHK Schwaben gibt es mehrere Stellhebel zur Bewältigung der Krise. Zunächst muss in der jetzigen Situation alles getan werden, um das Strom- und Gasangebot auszuweiten. Daraus ergibt sich, dass alle verfügbaren Kapazitäten zur Stromproduktion auch tatsächlich genutzt werden und die Hemmnisse des Ausbaus weiterer Kapazitäten endlich fallen. Zusätzliche Kosten auf den Strompreis wie CO2 -Abgabe und Stromsteuer müssen umgehend auf das europäische Minimum gesenkt werden. Auch das Entlastungspaket sollte schnell um gezielte Unterstützungsmaßnahmen für den Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft ergänzt werden. Trotz der ordnungspolitischen Risiken erscheint es zudem notwendig, die komplexen Mechanismen des europäischen Strommarktes zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen.  Es ist also schnelle Hilfe gefragt.

Was können Unternehmer schon jetzt machen, um der Krise entgegen zu wirken?

Wir beraten die Unternehmen zu allen Aspekten des Energiesparens. Hier ist das Potenzial aber begrenzt, da die meisten Unternehmen ohnehin sehr energieeffizient wirtschaften. Viele Unternehmen prüfen derzeit den Umstieg von Gas auf Öl oder Kohle. Als IHK klären wir über alle rechtlichen Vorgaben auf. Ansonsten sind unsere Unternehmen sehr krisenerfahren und finden in der Regel den besten Weg für ihren Betrieb. Sollten nun mehr Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft kommen, gilt es zügig die Anforderungen zu prüfen und anschließend entsprechende Anträge einzureichen. Auch hier stehen wir beratend an der Seite unserer Unternehmen. Wir schaffen darüber hinaus Gesprächsforen zwischen Energieversorgern und Großkunden, um eine Gasmangellage zu verhindern.

Artikel zum gleichen Thema