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DLR eröffnet weltweit einzigartige Testinfrastruktur in Augsburg
Forschung

DLR eröffnet weltweit einzigartige Testinfrastruktur in Augsburg

Von links: Maria Cortes, Anton Rittel, Thomas Köhler, Bernd Zitzelsberger, Prof. Sabine Ardey, Tobias Gotthardt, Dr. Markus Fischer, Andreas Schilp sowie Antonio La Maida. Foto: DLR
Von links: Maria Cortes, Anton Rittel, Thomas Köhler, Bernd Zitzelsberger, Prof. Sabine Ardey, Tobias Gotthardt, Dr. Markus Fischer, Andreas Schilp sowie Antonio La Maida. Foto: DLR

An seinem Standort im Innovationspark hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt neue Prüfanlagen für Gasturbinen in Betrieb genommen. Was genau dort erforscht wird.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine neue Testinfrastruktur in Betrieb genommen. Die Forschungsanlage im Institut für Test und Simulation für Gasturbinen im Augsburger Innovationspark soll detaillierte Lebensdauerprüfungen von Triebwerksbauteilen unter extremen Bedingungen ermöglichen und damit dabei helfen, langfristig Flugzeugantriebe effizienter sowie nachhaltiger zu gestalten.

Bei der Eröffnungsveranstaltung Anfang Oktober 2026 waren neben Mitgliedern des DLR rund um Institutsdirektorin Prof. Sabine Ardey auch Gäste aus Politik und Wirtschaft anwesend, darunter Thomas Köhler, COO der IABG und Matthias Karrer, Geschäftsleitung der Renk Test System GmbH.

Lesen Sie hier: Institutsdirektorin Ardey im Interview: „Wir müssen in Europa Lösungen für Europa liefern“

Vier verschiedene Anlagen für realitätsnahe Belastungstests

Der Fokus der neuen Prüfstände liegt auf der Untersuchung von Materialien unter realitätsnahen Belastungsszenarien. Triebwerksbauteile seien im regulären Flugbetrieb extremen mechanischen, thermischen sowie chemischen Einflüssen ausgesetzt. Um die Lebensdauer dieser Komponenten präziser vorhersagen zu können, umfasst die Einrichtung vier unterschiedliche mechanisch-thermisch-chemische Testanlagen. Die Versuchsobjekte werden in speziellen Druckbehältern platziert, mit bis zu 20 bar Abgasdruck belastet sowie mittels Lasersystemen auf bis zu 1.400 Grad Celsius erhitzt. Je nach Versuchsaufbau simulieren die Anlagen parallel dazu extreme Zug-, Biege- oder Reibungskräfte bei unterschiedlichen Schwingungsfrequenzen. Kamerasysteme sollen während der bis zu 100 Tage andauernden Tests entstehende Risse oder Dehnungen im Material in Echtzeit erfassen.

Rotorprüfstand untersucht das Kühlsystem der Turbinen

Zusätzlich zu den Belastungsanlagen startet am Standort ein spezieller Rotorprüfstand, der das sogenannte Sekundärluftsystem von Gasturbinen in Originalgröße analysiert. Bei diesem System strömen rund 20 Prozent der angesaugten Luft nicht durch den Hauptantrieb, sondern zirkulieren zur Kühlung in den Nebenstrom. Dies sei technisch zwingend notwendig, reduziere jedoch die Gesamteffizienz des Triebwerks. Um dieses System ressourcenschonender zu gestalten, können Dichtungen künftig bei bis zu 27.000 Umdrehungen pro Minute auf ihr Betriebs- sowie Verschleißverhalten geprüft werden. Laut Institutsdirektorin Ardey ist die neue Anlage in ihrem Leistungsspektrum weltweit einzigartig und stelle damit einen Meilenstein für die Entwicklung klimaverträglicher Antriebe dar.

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