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DEKRA: Personalmarketing ignoriert die „Industrie 4.0“
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DEKRA Akademie GmbH

DEKRA: Personalmarketing ignoriert die „Industrie 4.0“

 "Industrie 4.0". Foto: Notorious91 /iStock / thinkstock

„Industrie 4.0“ ist bereits ein häufig erwähnter Begriff. Doch wird er von Recruiting- und Personalmarketing-Verantwortlichen noch gemieden, wie der aktuelle Arbeitsmarkt-Report der DEKRA Akademie zeigt.  Stellenanzeigen im Maschinenbau-Umfeld machen selten klar, ob das Unternehmen im Bereich Industrie 4.0 aktiv ist. Zudem sind nur vereinzelt die entsprechenden Tätigkeitsfelder dafür beschrieben.

von Julia Rißler, Online-Redaktion

Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2015 wurde im Erhebungszeitraum vom 16. bis 22. Februar 2015 erstellt. Dazu sind Stellenanzeigen aus elf deutschen Tageszeitungen, drei Online-Jobbörsen und einem sozialen Netzwerk analysiert worden. Ziel des Reports ist es einen Überblick über die Entwicklungen der Berufe und Berufsfelder zu geben. Genauer unter die Lupe genommen wurden dabei kaufmännische Ausbildungsberufe sowie Tätigkeiten im Bereich Maschinenbau. Ein, für die Zukunft, wichtiges Thema wurde dabei besonders betrachtet: „Qualifizierung für Industrie 4.0“.

„Industrie 4.0“ findet wenig Verwendung im Personalmarketing

Der Begriff „Industrie 4.0“ beschreibt ein Zukunftsprojekt, für das viele Unternehmen momentan wegweisende Technologien entwickeln oder ihre Prozesse umstellen. Doch im Bereich des Personalmarketings ist von diesen Veränderungen noch wenig zu spüren. Selten werden technische Fachkräfte von der Attraktivität einer Position überzeugt, indem auch Aufgaben in einem solchen zukunftweisenden Umfeld erwähnt werden. Auch die Anforderung nach speziellen Kompetenzen hinsichtlich eines solchen Arbeitsplatzes werden wenig abgefragt. Dies dürfte sich aber schnell ändern, ist sich Dr. Peter Littig, Bildungspolitischer Berater der Geschäftsführung der DEKRA Akademie sicher: „Mittlerweile fragen erste Arbeitgeber Bewerber danach, ob sie die Prinzipien einer digital vernetzten Produktion kennen. Darüber hinaus werden bestimmte Soft Skills wichtiger, denn lernfähige und kreative Mitarbeiter sind definitiv ein Wettbewerbsfaktor. Das gilt zwar nicht erst seit heute, gewinnt aber massiv an Bedeutung, da sich die Rahmenbedingungen immer schneller verändern.“ 

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Heutige Tätigkeitsfelder im Maschinenbau-Umfeld

Mit der Weiterentwicklung der Produktionsstätten, verändern sich auch die Aufgaben und Arbeitsweisen. Wird ein Herstellungsprozesse zu „Smart Factories“, werden auch Abläufe in der Wertschöpfungskette angepasst.  Für die Analyse zum Arbeitsmarkt-Report wurden vor allem Informationen für die Bereiche Forschung und Entwicklung (F&E), Produktion und Sales berücksichtigt. Zum Verantwortungsbereich der gesuchten F&E-Mitarbeiter gehören nicht nur mehr Entwicklungs- und Konstruktionsaufgaben. Besonders häufig zählen auch Aufgaben in der Dokumentation (37,6 %) und Qualitätssicherung (28 %) dazu. Auch die Tätigkeiten im Bereich Produktion erstrecken sich über eine weite Bandbreite.  Jeder zweite Mitarbeiter baut nicht nur Maschinen auf oder nimmt sie in Betrieb, sondern arbeitet unter anderem mit der Entwicklungsabteilung und der Dokumentation und Qualitätssicherung zusammen. Die Abteilung Sales hat in einem Betrieb für Maschinenbau ebenfalls ein erweitertes Tätigkeitsfeld. Häufig müssen von Sales-Mitarbeiter auch technische Dokumentationen angelegt oder Produkte beschrieben werden (37,6%). Obwohl viele Unternehmen sich schon mit Industrie 4.0 beschäftigen, finden sich in den Aufgabenprofilen keine Hinweise darauf.

Hohe Qualifikationen sind erwünscht

Die Analyse hat ergeben, dass für mehr als die Hälfte der ausgewerteten Jobs ein Studium erforderlich ist. Jedoch bietet der Stellenmarkt auch für Bewerber mit einer Berufsausbildung durchaus interessante Angebote. So ist es bei Sales-Positionen zum Beispiel grundsätzlich erwünscht mit einem akademischen Abschluss in den Beruf einzusteigen, doch wird auch die entsprechend Arbeitserfahrung in Kombination mit einer Ausbildung gerne gesehen. Die besten Chancen für Bewerber mit einer Berufsausbildung bietet immer noch der Bereich Produktion. Hier wird bei mehr als drei Viertel der ausgeschriebenen Stellen eine dementsprechende Ausbildung als Basis verlangt. Grundsätzlich ist und bleibt ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Bewerbers die Berufserfahrung. Bei mehr als der Hälfte der Anzeigen haben nur erfahrene Fachkräfte eine reale Chance auf eine Anstellung.

Hard und Soft Skills sind wichtige Kriterien

Neben Angaben zur formalen Qualifikation enthält etwas mehr als jedes zweite Anforderungsprofil weitere Kenntnisse, die Kandidaten vorweisen sollten. Hierzu zählen im Bereich Maschinenbau vor allem Anwendungskenntnisse von CAD-Tools. Desweiteren werden auch andere fachspezifische IT-Kenntnisse verlangt. Für mehr als jede vierte F&E-Position sind außerdem nachweisbare Erfahrungen im Projektmanagement von Vorteil. Neben den sogenannten Hard-Skills sind auch die Soft-Skills ein wichtiger Punkt. Personaler legen in erster Linie bei Mitarbeitern für die Produktion und F&E großen Wert auf Teamfähigkeit (58,7 % bzw. 52,2 %). Laut der Auswertung findet sich Motivation und Eigeninitiative als Anforderung hingegen nur bei F&E-Mitarbeitern unter den ersten fünf der gewünschten Soft Skills wieder. Im Vergleich zu den anderen Bereichen kommt es im Sales vor allem auf persönliche Eigenschaften an. Beste Chancen haben hier kommunikations- und durchsetzungsstarke Bewerber mit serviceorientierter Einstellung.

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