Chinaforum Bayern e.V.

China - Konkurrent oder Partner für die heimischen Unternehmen?

Das Chinaforum Bayern informiert laufend über die Geschäftsbeziehungen zwischen China und Bayern. Foto: B4B SCHWABEN
Ist China Partner oder Konkurrent der deutschen Maschinenbauer? Foto: S. FLint / pixelio.de

Mit Bildergalerie: China ist ein wichtiges Land für bayerische Exporte geworden. Die wirtschaftlichen Beziehungen zum „Reich der Mitte“ werden in der fortschrittlichen Welt immer wichtiger. Doch die technologischen Fortschritte wie auch die Globalisierung machen China nicht nur zu einem Partner, sondern auch zu einem Konkurrenten. Die Vortragsreihe „China Manager Aktuell“ informiert laufend über die Veränderungen im chinesischen Markt.

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Zahlreiche international erfolgreiche Maschinenbau-Unternehmen haben ihren Sitz in Bayerisch-Schwaben. Viele von ihnen arbeiten eng mit China zusammen und exportieren ihre Produkte dorthin. Doch die Exportzahlen sinken von Jahr zu Jahr. Besonders in den letzten drei Jahren konnte ein hoher Negativtrend bei den Ausfuhren beobachtet werden. Welchen Stellenwert hat China aktuell in der Maschinenbau-Branche eingenommen? Bietet China noch einen Markt für deutsche Ingenieurskunst? Agiert das Land als Partner oder gar als Konkurrent in der Maschinenbau-Branche? Diesen Fragen stellte sich die aktuelle Veranstaltung aus der Reihe „China Manager Aktuell“ des Chinaforums Bayern.

Rückläufige Exporte nach China

Thema der Veranstaltung am 25. September in den Räumlichkeiten der IHK war „China und der deutsche Maschinenbau – Markt, Konkurrent oder Partner?“. Stefan Geiger, Geschäftsführer des Chinaforums Bayern, machte die Gründe für die rückläufigen Exportzahlen deutlich: Deutsche Firmen produzieren inzwischen vermehrt direkt vor Ort in China, statt ihre Produkte in Deutschland zu produzieren, um sie anschließend nach China zu exportieren. Chinesische Firmen investieren in deutsche Unternehmen und übernehmen dadurch auch ihr Know-how. Und hinzu kommt, dass chinesische Maschinenbau-Unternehmen auch immer innovativer werden.

Unternehmen müssen sich den Anforderungen Chinas anpassen

Haiying Chen, Vice President bei Struktur Management Partner, erklärte, welche Konsequenzen sich aus dem Wandel im chinesischen Maschinenbau-Markt für deutsche Maschinenbauer ergeben. Die deutschen Unternehmen müssten laut Chen besonderen Wert auf das Gewinnen neuer Kunden(-gruppen) legen und neue Produkte in den Markt einführen. Selbstverständlich seien inzwischen schon die laufende Prozessoptimierung im Unternehmen sowie ein ausgereiftes Lean Management. Herausforderungen, denen sich die deutschen Unternehmen dabei stellen müssen, seien vor allem die steigenden Lohnkosten und der Rückgang des Preisniveaus. Zum Schluss seiner Präsentation gab Haiying den zahlreichen Gästen einige wichtige Tipps für die Praxis, um ein deutsches Unternehmen erfolgreich am chinesischen Markt zu etablieren: Finden Sie eine klare Segment-Positionierung! Sorgen Sie für marktfähige Produkte! Passen Sie Ihre China-Organisation an Ihre Positionierung an!

Mitarbeiter sind zufrieden mit chinesischen Investoren

Wolfgang Müller, Vertreter der IG Metall Bayern, referierte hingegen aus Sicht der Arbeitnehmer. Er erläuterte, weshalb Arbeitnehmer von deutschen Firmen mit Sitz in China oder eines chinesischen Investors oft gute Erfahrungen machen. Der wichtigste Faktor für den zufriedenen Arbeitnehmer ist oft die Investition selbst. Denn die Mitarbeiter sind sich durchaus bewusst, dass Investitionen ihre Arbeitsplätze sichern. Investitionen bedeuten zudem fast immer auch, dass Wachstumsstrategien ausgearbeitet werden, was wiederum den gleichen Effekt der Arbeitsplatzsicherung mit sich bringt. Ausschlaggebend sei aber auch, dass die chinesischen Investoren sehr respektvoll mit ihren Geschäftspartnern, deren Unternehmen und Mitarbeitern umgehen. Sie akzeptieren die deutschen Tarifverträge und die Mitbestimmung der deutschen Unternehmer. Doch um China nicht zum großen Konkurrenten aufsteigen zu lassen, was Arbeitsplätze direkt vor Ort gefährden würde, müssen sich die Unternehmer Gedanken darüber machen, wie sie ihren Know-how Vorsprung sichern und ihre geistiges Eigentum schützen können.

Praxisbeispiel von Linde Hydraulics

Frank Schlosser, Vice President Global Sales bei der Linde Hydraulics GmbH & Co. KG, berichtete direkt aus der Praxis, wie Linde Hydraulics den Weg in den chinesischen Markt gemeistert hat. Das Unternehmen hat den größten chinesischen Hersteller von Dieselmotoren, Weichai Power, als Investor gewinnen können. Schlosser gab passende Beispiele für Unternehmens-Maßnahmen. In einer Fragerunde beantworteten die Referenten, anschließend an ihre Vorträge, die Fragen der Teilnehmer. Diese bezogen sich vor allem direkt auf Pläne der regionalen Unternehmen in Bezug auf den chinesischen Markt.

Wieder einmal war die Vortragsreihe gut besucht und viele namhafte Unternehmen aus der Region vertreten. 

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Zahlreiche international erfolgreiche Maschinenbau-Unternehmen haben ihren Sitz in Bayerisch-Schwaben. Viele von ihnen arbeiten eng mit China zusammen und exportieren ihre Produkte dorthin. Doch die Exportzahlen sinken von Jahr zu Jahr. Besonders in den letzten drei Jahren konnte ein hoher Negativtrend bei den Ausfuhren beobachtet werden. Welchen Stellenwert hat China aktuell in der Maschinenbau-Branche eingenommen? Bietet China noch einen Markt für deutsche Ingenieurskunst? Agiert das Land als Partner oder gar als Konkurrent in der Maschinenbau-Branche? Diesen Fragen stellte sich die aktuelle Veranstaltung aus der Reihe „China Manager Aktuell“ des Chinaforums Bayern.

Rückläufige Exporte nach China

Thema der Veranstaltung am 25. September in den Räumlichkeiten der IHK war „China und der deutsche Maschinenbau – Markt, Konkurrent oder Partner?“. Stefan Geiger, Geschäftsführer des Chinaforums Bayern, machte die Gründe für die rückläufigen Exportzahlen deutlich: Deutsche Firmen produzieren inzwischen vermehrt direkt vor Ort in China, statt ihre Produkte in Deutschland zu produzieren, um sie anschließend nach China zu exportieren. Chinesische Firmen investieren in deutsche Unternehmen und übernehmen dadurch auch ihr Know-how. Und hinzu kommt, dass chinesische Maschinenbau-Unternehmen auch immer innovativer werden.

Unternehmen müssen sich den Anforderungen Chinas anpassen

Haiying Chen, Vice President bei Struktur Management Partner, erklärte, welche Konsequenzen sich aus dem Wandel im chinesischen Maschinenbau-Markt für deutsche Maschinenbauer ergeben. Die deutschen Unternehmen müssten laut Chen besonderen Wert auf das Gewinnen neuer Kunden(-gruppen) legen und neue Produkte in den Markt einführen. Selbstverständlich seien inzwischen schon die laufende Prozessoptimierung im Unternehmen sowie ein ausgereiftes Lean Management. Herausforderungen, denen sich die deutschen Unternehmen dabei stellen müssen, seien vor allem die steigenden Lohnkosten und der Rückgang des Preisniveaus. Zum Schluss seiner Präsentation gab Haiying den zahlreichen Gästen einige wichtige Tipps für die Praxis, um ein deutsches Unternehmen erfolgreich am chinesischen Markt zu etablieren: Finden Sie eine klare Segment-Positionierung! Sorgen Sie für marktfähige Produkte! Passen Sie Ihre China-Organisation an Ihre Positionierung an!

Mitarbeiter sind zufrieden mit chinesischen Investoren

Wolfgang Müller, Vertreter der IG Metall Bayern, referierte hingegen aus Sicht der Arbeitnehmer. Er erläuterte, weshalb Arbeitnehmer von deutschen Firmen mit Sitz in China oder eines chinesischen Investors oft gute Erfahrungen machen. Der wichtigste Faktor für den zufriedenen Arbeitnehmer ist oft die Investition selbst. Denn die Mitarbeiter sind sich durchaus bewusst, dass Investitionen ihre Arbeitsplätze sichern. Investitionen bedeuten zudem fast immer auch, dass Wachstumsstrategien ausgearbeitet werden, was wiederum den gleichen Effekt der Arbeitsplatzsicherung mit sich bringt. Ausschlaggebend sei aber auch, dass die chinesischen Investoren sehr respektvoll mit ihren Geschäftspartnern, deren Unternehmen und Mitarbeitern umgehen. Sie akzeptieren die deutschen Tarifverträge und die Mitbestimmung der deutschen Unternehmer. Doch um China nicht zum großen Konkurrenten aufsteigen zu lassen, was Arbeitsplätze direkt vor Ort gefährden würde, müssen sich die Unternehmer Gedanken darüber machen, wie sie ihren Know-how Vorsprung sichern und ihre geistiges Eigentum schützen können.

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Frank Schlosser, Vice President Global Sales bei der Linde Hydraulics GmbH & Co. KG, berichtete direkt aus der Praxis, wie Linde Hydraulics den Weg in den chinesischen Markt gemeistert hat. Das Unternehmen hat den größten chinesischen Hersteller von Dieselmotoren, Weichai Power, als Investor gewinnen können. Schlosser gab passende Beispiele für Unternehmens-Maßnahmen. In einer Fragerunde beantworteten die Referenten, anschließend an ihre Vorträge, die Fragen der Teilnehmer. Diese bezogen sich vor allem direkt auf Pläne der regionalen Unternehmen in Bezug auf den chinesischen Markt.

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