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Das Kemptener Energieunternehmen Präg erweitert das Kraftstoffangebot an seiner PIN-Tankstelle in der Meraner Straße in Augsburg. Dort können Kunden jetzt auch HVO tanken. In Augsburg ist der alternative Dieselkraftstoff bereits an anderen Tankstellen erhältlich.
HVO steht für „Hydrotreated Vegetable Oil“ und wird aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt. Zum Einsatz kommen können beispielsweise gebrauchte Pflanzenöle, die hydriert und anschließend weiterverarbeitet werden. Der Kraftstoff erfüllt die Norm DIN EN 15940.
Für Präg ist die Aufnahme von HVO vor allem mit Blick auf gewerbliche Kunden relevant. Unternehmen aus Logistik, Handwerk oder Bau verfügen häufig über Diesel-Fuhrparks, deren Fahrzeuge über mehrere Jahre genutzt werden. HVO kann für solche Flotten eine Möglichkeit sein, den bilanziellen CO₂-Ausstoß zu reduzieren, ohne unmittelbar in neue Fahrzeuge investieren zu müssen.
Eine technische Umrüstung ist bei geeigneten Dieselfahrzeugen nicht erforderlich. Voraussetzung ist allerdings, dass der jeweilige Hersteller das Fahrzeug für Kraftstoffe nach DIN EN 15940 freigegeben hat. Entscheidend ist die sogenannte XTL-Freigabe, die Unternehmen für ihre Fahrzeuge im Einzelfall prüfen müssen.
„Vor allem für gewerbliche Kunden, die ihre Flotten schrittweise in Richtung Dekarbonisierung weiterentwickeln wollen, kann der Kraftstoff eine sinnvolle Lösung sein“, sagt Klaus-Rüdiger Bischoff, Geschäftsführer bei Präg und verantwortlich für den Tankstellenbereich.
HVO lässt sich zudem mit herkömmlichem Diesel nach DIN EN 590 mischen. Damit sind auch Wechselbetankungen möglich. Für Unternehmen bedeutet das, dass eine Umstellung nicht zwingend für die gesamte Flotte oder dauerhaft erfolgen muss. Ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit bleibt allerdings der Preis. Wie groß der Preisunterschied zwischen HVO und herkömmlichem Diesel an der Augsburger PIN-Tankstelle ist, geht aus der Mitteilung von Präg nicht hervor.
Nach Angaben von Präg lassen sich mit dem angebotenen HVO mindestens 85 Prozent der CO₂-Emissionen gegenüber rein fossilem Diesel einsparen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Well-to-Wheel-Betrachtung: Berücksichtigt werden die Emissionen von der Herstellung des Kraftstoffs bis zu dessen Verbrauch.
Die Berechnung erfolgt laut Präg nach den Vorgaben der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II. Die Angabe bedeutet somit nicht, dass bei der Verbrennung von HVO im Fahrzeug kein CO₂ entsteht.
Mit dem Angebot in der Meraner Straße baut Präg sein Geschäft mit alternativen Kraftstoffen weiter aus. Das Unternehmen sieht Einsatzmöglichkeiten insbesondere bei gewerblichen Flotten, etwa im Liefer- und Logistikverkehr, im Handwerk und im Baugewerbe sowie im öffentlichen Personennahverkehr. Für Unternehmen hängt die Entscheidung für HVO letztlich von mehreren Faktoren ab: Neben der Freigabe der Fahrzeuge spielen der Kraftstoffpreis, die Verfügbarkeit und die eigenen CO₂-Ziele eine Rolle.