Nach dem Aus der Produktion in Mering

Kein Sozialplan für die Mitarbeiter von Ludwig Leuchten

Ludwig Leuchten in Mering. Foto: Ludwig Leuchten
Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Produktion von Ludwig Leuchten in Mering nach Bergen verlagert wird. Seit August haben Geschäftsführung und Arbeitnehmer über einen Interessensausgleich für die betroffenen Mitarbeiter verhandelt. Diese Verhandlungen sind nun abgeschlossen.

Am Montag, den 19. Februar, hat die Einigungsstelle beschlossen, dass kein Sozialplan aufgestellt wird. Hintergrund ist, dass die finanziellen Mittel, die dem Unternehmen dafür zur Verfügung standen, im Wesentlichen durch das Einigungsstellenverfahren aufgebraucht wurden. Außerdem ist Ludwig Leuchten am Standort Mering durch einen außergewöhnlich hohen Krankenstand belastet. Zudem steht Ludwig Leuchten hohen Kosten für zahlreiche Arbeitsgerichtsprozesse, die bisher für das Unternehmen entschieden wurden, gegenüber.

Einigungsstelle tagte insgesamt vier Mal

Die ersten Gesprächsrunden zu einem Interessenausgleich im Juli und August verliefen erfolglos. So hatten die Verhandlungspartner die Einigungsstelle angerufen. Dort verhandeln Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter unter dem Vorsitz eines Arbeitsrichters über eine einvernehmliche Lösung. Diese Einigungsstelle tagte insgesamt vier Mal und gab – auf Kosten des Arbeitgebers – zwei Gutachten in Auftrag: Das erste sollte die finanzielle Situation des Unternehmens beleuchten, das zweite die Plausibilität des ersten Gutachtens überprüfen.

Geld ging an Berater, Anwälte und Gutachter statt an die Mitarbeiter

„Leider ist die Arbeitnehmerseite nicht auf unsere Angebote eingegangen, mit der wir unserer sozialen Verantwortung gerecht werden wollten. Statt in Abfindungen für die Mitarbeiter sind die finanziellen Mittel nun an Berater, Anwälte und Gutachter geflossen. Dass es keinen weiteren finanziellen Spielraum gibt, hatten wir von Anfang an klar gemacht“, so das Statement des Ludwig Leuchten-Geschäftsführers Florian Möckel.

Produktion bereits in Bergen gebündelt

Rund 80 Mitarbeiter in Mering sind von Kündigungen betroffen, Ende März wird die Produktion dort eingestellt. Positiv ist jedoch, dass aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt bereits mehr als die Hälfte von ihnen neue Arbeitsplätze gefunden hat. Unterdessen hat das Unternehmen die Restrukturierung vorangetrieben und die Produktion an seinem zweiten Standort in Bergen bei Dresden gebündelt: Die Spezialmaschinen für den Leuchtenbau sind umgezogen. Die Mitarbeiter wurden entsprechend geschult. Inzwischen produziert das Unternehmen in Bergen im Zwei-Schicht-Betrieb und hat dort 20 neue Mitarbeiter eingestellt. „Die Nachfrage nach unseren Produkten ist da“, so Möckel. „Gut, dass wir uns nun wieder stärker auf unsere Kunden fokussieren und nach vorne blicken können.“

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