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Was gibt es bei einem gelungenen Insolvenzverfahren zu beachten?
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Maria Lengemann, vfr Verlag

Was gibt es bei einem gelungenen Insolvenzverfahren zu beachten?

Wirtschaftsexpertin Maria Lengemann. Foto: vfr Verlag

Das Wort „Insolvenzwelle“ geht derzeit fast täglich durch die Medien. Viele Unternehmen gehen derzeit pleite und müssen Insolvenz anmelden. Doch auch viele Privatpersonen betrifft es immer mehr. Aufgrund der steigenden Preise und anderen Umständen können viele Menschen ihre Rechnungen und Verbindlichkeiten nicht mehr bezahlen. Doch was bedeutet eine Insolvenz eigentlich? Wirtschaftsexpertin Maria Lengemann kennt die Antwort.

Wie ist der Ablauf bei einem Insolvenzverfahren?

Eine Insolvenz bedeutet, dass der Schuldner zahlungsunfähig ist und seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. In Deutschland gibt es zwei Arten von Insolvenzverfahren:

  • Verbraucherinsolvenz / Privatinsolvenz
  • Regelinsolvenzverfahren

In diesem Verfahren werden die Schulden abgewickelt, sodass nach der veranschlagten Zeit einer Insolvenz ein Neuanfang für den Schuldner möglich ist.

Wie lange dauert eine Verbraucher-/ Privatinsolvenz?

Es ist abhängig vom Datum, wie lange eine solche Insolvenz dauert. Anträge, die zwischen dem 01.07.2014 und 17.12.2019 gestellt wurden, dauern grundsätzlich sechs Jahre. Abhängig von bestimmten Voraussetzungen, können diese Verfahren jedoch auch nach drei bis fünf Jahren abgeschlossen sein. Verfahren, die zwischen dem 17.12.2019 und 30.09.2020 beantragt wurden, ist die Dauer vom konkreten Datum der Antragsstellung abhängig,

Welche Rechte haben Gläubiger im Insolvenzverfahren?

In der Insolvenzordnung (InsO) sind alle Aspekte einer Insolvenz geregelt. In § 1 der InsO bekommen alle Gläubiger den gleichen prozentualen Anteil aus dem Vermögen des Schuldners. Dies wird vom Insolvenzverwalter geregelt und wird „Gläubigergleichberechtigung“ genannt. Allerdings ist dies eingeschränkt. Bei einer Privatinsolvenz werden alle Gläubiger gleich behandelt, wenn sie den gleichen „Rang“ haben, denn es gibt auch hierbei eine Rangordnung.

Der Gläubiger muss seine Forderungen jedoch beim Insolvenzverwalter anmeldet, um bei dem Verfahren auch berücksichtigt zu werden. Ansonsten geht der Gläubiger leer aus und erhält kein Geld aus der Insolvenzmasse. Gläubiger können beim Gericht auch die „Versagung der Restschuldbefreiung“ beantragen, wenn gewichtige Bedenken bestehen, dass der Schuldner:

  • falsche Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen gemacht hat
  • er seinen Pflichten bei einer Insolvenz nicht nachkommt
  • seiner Erwerbsobliegenheit nicht nachkommt

Tipp: Wird dem Schuldner die Restschuldbefreiung versagt, kann der Gläubiger seine Forderungen dank der Insolvenztabelle leichter in die Wege leiten und so den Vollstreckungstitel nutzen, den sie durch das fehlgeschlagene Verfahren erlangt haben.

Gibt es eine Reihenfolge bei der Auszahlung an die Gläubiger?

Bei der Verbraucher- oder Privatinsolvenz gibt es eine Rangfolge bezüglich der Gläubiger.

  • Aussonderungsberechtigte Gläubiger: Dies sind Gläubiger, deren Besitztümer sich in den Händen des Schuldners befinden. Dadurch haben sie einen sogenannten Herausgabeanspruch (fachlich Aussonderungsrecht genannt) bei den Gegenständen. Diese werden nicht zur Insolvenzmasse gezählt.
  • Absonderungsberechtigte Gläubiger: Diese Gruppe Gläubiger erhält eine bevorzugte Behandlung. Sie haben einen bestimmten Gegenstand besonders abgesichert, wie beispielsweise durch eine Hypothek oder Grundschuld (bei Grundstücken). Auch diese Gegenstände sind Teil der Insolvenzmasse, jedoch geht der Erlös dieser Bereiche an die absonderungsberechtigten Gläubiger.
  • Massegläubiger: Diese besitzen ebenfalls privilegierte Rechte, denn die ihnen zustehenden Verbindlichkeiten sind vor den übrigen Gläubigern zu begleichen. Dies sind beispielsweise Gerichtskosten und die Vergütung des Insolvenzverwalters.
  • Insolvenzgläubiger: Diese Gruppe erhält den Teil der Insolvenzmasse, der noch übrige bleibt, wenn alle anderen bedient sind. Jeder dieser Gläubiger erhält dann den gleichen Prozentanteil.

Kann man nach einer Insolvenz wieder eine Firma gründen?

Grundsätzlich ist dies sogar in dem laufenden Insolvenzverfahren möglich. Dabei muss jedoch der Insolvenzverwalter zustimmen und auch die Freigabe für die Selbstständigkeit erteilen. Grundsätzlich ist jedoch wichtig, sich vorab darüber im Klaren zu sein, wer sich selbstständig macht, kann auch scheitern. Es handelt sich um ein unternehmerisches Risiko und dies lässt sich nicht gänzlich ausschließen. Eine Person, die sich in einer Privatinsolvenz befindet, ist entgegen der gängigen Meinung, nicht für eine gewisse Zeit als Selbstständiger gesperrt. Es darf ein neues Unternehmen gegründet werden.

Tipp: In Deutschland gibt es den Grundsatz der Gewerbefreiheit und somit hat jeder Mensch das Recht, sich erneut selbstständig zu machen.

Wenn ja – Welche Voraussetzungen gibt es?

Ein neues Unternehmen in einem laufenden Verfahren zu gründen, ist grundsätzlich möglich, jedoch bedarf es der Zustimmung des Insolvenzverwalters. Viele Insolvenzverwalter stehen diesem Schritt positiv gegenüber, denn diesen ist es vom Grunde her gleich, woher die Einkünfte kommen. Voraussetzung ist lediglich, dass bei der Arbeit ein Teil des Geldes für die Tilgung der Schulden übrig ist.

In Deutschland sind lediglich die Rechtsformen der Firmen festgeschrieben, um der Geschäftstätigkeit einen rechtlichen Rahmen zu geben. In der sogenannten Wohlverhaltungsphase der Insolvenz hat der Schuldner zudem die Verpflichtung, keine neuen Schulden zu machen und jede ihm zumutbare Arbeit anzunehmen.

Ebenso muss der Schuldner in dieser Zeit auch Zahlungen an die Gläubiger leisten. Diese müssen den Umfang haben, als wenn der Schuldner eine angestellte Tätigkeit angenommen hätte. Dieses fiktive Einkommen wird seitens des Insolvenzverwalters an verschiedenen Daten errechnet wie dem Alter, Berufsabschluss und Erfahrung. Die Schulden leben erneut auf, wenn dieser Punkt missachtet wird. Auch die Zinsen werden dann rückwirkend berechnet. Unter Umständen dürfen dann auch die Unternehmensanteile des Schuldners gepfändet werden, wenn das Insolvenzverfahren wieder aufleben sollte. Daher ist an dieser Stelle äußerste Vorsicht geboten.

Fazit

Ein Insolvenzverfahren ist kein Scheitern als Unternehmer. Viele Menschen gehen davon aus, allerdings ist dem nicht so. Es sind jedoch viele Aspekte bei einer Insolvenz zu beachten, die unter allen Umständen berücksichtigt werden müssen. Andernfalls scheitert die Insolvenz.

In einem laufenden Insolvenzverfahren darf ein neues Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen gegründet werden. An dieser Stelle sollte jedoch stets enger Kontakt zum Insolvenzverwalter gehalten werden.

Dieser Artikel stützt sich unter anderem auf die Quelle von

schuldnerberatungen.org