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Baumschwebebahn Bad Harzburg: Durch Bäume schweben
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Biedenkapp Stahlbau

Baumschwebebahn Bad Harzburg: Durch Bäume schweben

Stefan Weidle und Helmut Mühlbauer sind stolz auf die Anerkennung der Leistung ihres Teams. Foto: M&T
Stefan Weidle und Helmut Mühlbauer sind stolz auf die Anerkennung der Leistung ihres Teams. Foto: M&T

Der Deutsche Metallbaupreis 2022 in der Kategorie „Stahlkonstruktionen“ geht an die Firma Biedenkapp Stahlbau aus Wangen im Allgäu. Wie das Unternehmen sich diesen Erfolg mit der Baumschwebebahn in Bad Harzburg verdient hat.

Für die Planung und Errichtung einer Baumschwebebahn in Bad Harzburg wurde ein Stahlbauer gesucht, der die Herausforderungen mitten im Harzer Wald meistern konnte. Mit einer präzisen Planung und einer spektakulären Montage baute Biedenkapp Stahlbau aus Wangen diese bisher einmalige Konstruktion und gewann den Deutschen Metallbaupreis in der Kategorie Stahlkonstruktionen. Die Jury hebt die Komplexität der Aufgabe für das ausführende Unternehmen und die hohen planerischen und statischen Anforderungen hervor. Insbesondere die herausfordernde Montage am steilen Hang und mittels Hubschrauber hat das Team in herausragender Weise gemeistert. Mit der Baumschwebebahn ist ein naturangepasstes Stahlbauwerk entstanden, das den Werkstoff Stahl als idealen Konstruktionswerkstoff hervorhebt.

An der Konstruktion schwebend erreicht man nach einer Fahrt durch die Baumwipfel die Talstation in Bad Harzburg. Foto: Baumschwe
An der Konstruktion schwebend erreicht man nach einer Fahrt durch die Baumwipfel die Talstation in Bad Harzburg. Foto: Baumschwebebahn Bad Harzburg

Einmaliges Bauprojekt in Einklang mit der Natur

An der Baumschwebebahn, die unter Berücksichtigung der Natur und des dicht bewaldeten Geländes direkt in einen steilen Hang integriert wurde, schweben die Nutzer in Laufwagen eingeklinkt die schlangenförmige Bahn hinab. Mehr als sechs Minuten dauert die Fahrt ins Tal vorbei an den Baumwipfeln des Harzes. Die Schwebebahn sollte ursprünglich an den Bäumen selbst montiert werden – diese Idee konnte aber wegen der Borkenkäferproblematik in den Harzer Wäldern nicht umgesetzt werden. Daher musste bei diesem Projekt die gesamte Bahn an Fachwerkständern aus Stahlprofilen mit einem abgehängten Edelstahlrohr als Laufschiene und diversen Abspannungen aus Edelstahlseilen umgesetzt werden. Ein Projekt, das es so vorher noch nicht gegeben hat. Bei Aufbau und Montage sollte möglichst kein Baum beschädigt oder gar gefällt werden. Beim Aufbau waren insbesondere die dynamischen Lasten, eine sehr schlanke und zurückhaltende und naturangepasste Bauweise und die hohen Sicherheitsanforderungen zu berücksichtigen.

Die sehr leicht wirkende und beinahe schwebende Konstruktion schlängelt sich der Natur angepasst den Hang hinunter. Foto: M&T
Die sehr leicht wirkende und beinahe schwebende Konstruktion schlängelt sich der Natur angepasst den Hang hinunter. Foto: M&T

Mit dem Hubschrauber montiert

Eine weitere Herausforderung stellte die schwierige Montage in dem unwegsamen Gelände dar. Für die Tragfähigkeit im Waldgrund wurden Mikropfähle verbaut. Die Fundamente wurden mit einem Schreitbagger ausgehoben und der Beton über bis zu hundert Meter lange Rutschen den Hang herunter transportiert. Die Stahlbauteile wurden auf einem Parkplatz vormontiert und anschließend mit einem Lastenhubschrauber in den Hang geflogen. Die Tragseile wurden von Hand eingezogen. Zu den Leistungen gehörten auch das Start- und das Zielgebäude, der Aufzug für die Transportwägen sowie alle (auch die Holz-)Verkleidungen.

Fazit: Zurückhaltend und naturangepasst

Das Gewinnerobjekt in der Kategorie Stahlkonstruktionen hat die Jury durch die Komplexität der Aufgabe und die hohen planerischen und statischen Anforderungen überzeugt. Mit der Baumschwebebahn ist ein sehr naturangepasstes und nachhaltiges Stahlbauwerk entstanden. Der Werkstoff Stahl hat bei diesem Projekt seine Vorteile gegenüber dem für Schädlinge anfälligen Holz und unter Beweis stellen können.