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„Arbeit 1.0 – alles auf Anfang“ | Teil 1

Kögel: Wagnerei wird weltbekannt

 Artikelbild
Die Kögel-Fertigung in den 50er Jahren und Heute. Fotos: Kögel

Industrie 4.0, Internet der Dinge, digitale Transformation. Wie verändern diese Dinge unsere Arbeitswelt? Und: Wie hat sich diese schon in den vergangenen Jahren gewandelt? Im ersten Teil von „Arbeit 1.0 – alles auf Anfang“ begleiten wir eine kleine Wagnerei auf dem Weg zum drittgrößten Trailerhersteller Deutschlands: Kögel.

Als Franz Xaver Kögel am 1. Mai 1934 den Betrieb seines ehemaligen Lehrherrn Georg Schmid übernimmt, hat der ehrgeizige junge Mann längst erkannt, welche Chancen im Kraftverkehr liegen.

Franz Xaver Kögel, 1934. Foto: Kögel

In der Keplerstraße 6 in Neu-Ulm beginnt der junge Wagnermeister mit einem Lehrling, Aufbauten für Lastwagen und Kippaufbauten zu fertigen und Karosseriearbeiten auszuführen. Eines der ersten Produkte ist ein Kippaufbau für einen Ford-Lkw mit Zweiachs-Anhänger.

Der Ford V8 mit Kögel Aufbau und Anhänger (1935). Foto: Kögel

Erste Kooperation als Meilenstein für Erfolg

Beim Neu-Ulmer Schmied August Welte entstehen Anhänger und Unterbauten für Kipper. Kögel komplettiert sie mit Boden, Bordwänden und sonstigen holzbezogenen Ausstattungen. Diese erste Kooperation ist Keimzelle für alle späteren Entwicklungen – der Weg vom kleinen Handwerksmeister in der beschaulichen Wagnerei zum international aufgestellten Unternehmer.

Umzug nach Neu-Ulm

Der Wandel macht keinen Halt vor Kögel. Veränderte Gegebenheiten erfordern schon bald Verbesserungen in der maschinellen Ausstattung der Wagnerei. Bald reichen die Räumlichkeiten nicht mehr aus. Kögel zieht 1937 mit seinem Betrieb ans andere Donau-Ufer: vom bayerischen Neu-Ulm ins württembergische Ulm.

Blick in die Kögel Werkstatt (ca. 1940). Foto: Kögel

Hier, an der Blaubeurer Straße, erwirbt Kögel freies Gelände und lässt es nach seinen Vorstellungen bebauen. Doch im Dezember 1944 zerstört ein alliierter Bombenangriff den Kögel-Betrieb dort völlig.

Das Kögel Werk in Ulm in der Blaubeurer Str. (1937-1944). Foto: Kögel

Übergang vom Handwerks- zum Industriebetrieb

Im wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg expandiert auch „F. X. K.“ wieder. Das Unternehmen sieht sich in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erneut mit Erweiterungsplänen konfrontiert. 1956 ist Kögel eine der ersten Ansiedlungen im neuen Industriegebiet Donautal.

Die Kögel Fertigung von Anhängern im Donautal (1956). Foto: Kögel

Die Vollendung des ersten Bauabschnittes im Donautal markiert auch den endgültigen Übergang vom Handwerks- zum Industriebetrieb mit ganz neuen Produktionsmöglichkeiten. Einer der Schwerpunkte: Fahrerhäuser für Magirus und Krupp, die jetzt auf regelrechten Fertigungsstraßen produziert werden können.

Die Kögel Fertigung von Fahrerhäusern (1955). Foto: Kögel

Burtenbach wird Kögel Stammsitz

In den sechziger, siebziger und achtziger Jahren entwickelt sich Kögel zu einem international produzierenden Hersteller. Mit der Übernahme der Auflieger- und Anhängerfertigung der Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH 1993 im bayerischen Burtenbach übernimmt Kögel den führenden Anbieter im Bereich der Nutzfahrzeug-Aufbauten und Anhänger für General Cargo, kombinierten Verkehr und Fahrzeuge für die Bauwirtschaft. In den Folgejahren entwickelt sich das Werk Burtenbach zum Kögel Stammsitz. 1999 wird vor Ort ausgebaut.

Roboter ziehen ein

Heute ist Kögel unter dem Inhaber Ulrich Humbaur (Übernahme 2009) der drittgrößte Trailerhersteller in Deutschland. Schlagworte wie „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ spielen damit natürlich auch hier eine große Rolle. Daher nahm in den letzten Jahren eine neue Roboterschweißanlage und eine Roboterbodenverschraubung für die neue Fahrzeuggeneration „NOVUM“ ihren Betrieb auf.

Schweißroboter in Burtenbach. Foto: Kögel

Gleiches gilt für die Digitalisierung: Dank einem Digital Manager und einem Manager für kontinuierliche Verbesserungen ist Kögel auch hier vorne dabei und für die Zukunft gerüstet.

Symbolbild. Die Kögel Produktion in Burtenbach. Foto: Kögel

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