Bernd Arnhold

Wie geht eigentlich digitale Markenführung (inkl. Quiz)?

Kommdirekt Geschäftsführer Bernd Arnhold. Foto: © Kommdirekt GmbH
Vor einigen Jahren war es ausreichend Werbung auf dem ein oder anderen Kanal zu schalten, um eine Markenbeziehung zwischen Unternehmen und Kunden aufzubauen. Heute ist dieser Prozess deutlich vielschichtiger und beginnt weitaus früher.

Meist findet die erste Berührung mit einer Marke in der digitalen Welt statt: auf der Unternehmens-Webseite, in Newslettern oder in den sozialen Medien.

Die Marke schrittweise und auf Basis eines wohldefinierten Prozesses aufzubauen, ist der wichtigste Baustein zur erfolgreichen, digitalen Kundenbindung.

Die digitale Markenführung sollte auf jeden Fall ganzheitlich betrachtet werden. Wer sich nur auf einzelne Tools und Maßnahmen, etwa den Social-Media-Auftritt, konzentriert, kreiert eine digitale Insellösung und agiert am Markt und den Kunden vorbei. Der Prozess der digitalen Markenführung gliedert sich im Wesentlichen in sechs Teilschritte, die ein Unternehmen zur digitalen Marke gehen sollte: Analyse, Strategie, Konzeption, Digitaltools, Organisation und schließlich Transformation.

1) Analyse: Wo steht Ihr Unternehmen

Stellen Sie sich – am besten im Team – folgende Fragen:

Wie ist die Markenwahrnehmung aus Sicht der Zielgruppe? Wie ist das Bild der Marke bei Kunden und Nichtkunden? Welches Gefühl löst die Marke aus?

Je detaillierter und ehrlicher Sie diese Fragen beantworten, desto stabiler ist die Basis für die digitale Markenführung.

2) Strategie: Digitale Vision und Mission finden

Hier gilt es im zweiten Schritt die digitale Vision und die digitale Mission herauszuarbeiten und sich darüber im Klaren zu werden, wo Ihre Marke im digitalen Raum positioniert werden soll. Anschließend können Strategien entwickelt werden, wie die klassischen Marken auf ihre digitale Reise gehen können. Diese beiden Faktoren ergeben zusammen die Potenziale und Ziele sowie Anforderungen an eine eBrand Strategie.

3) Konzept: Was soll über welchen Kanal angeboten werden?

In einem Stufenkonzept werden Leistungen, Services und Produkte, sowie künftige Kanäle definiert. Daraus wird eine Neudefinition von Prozessen und Tools abgeleitet.

4) Tools: Die digitale Roadmap

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse kann so eine Digital Roadmap entwickelt werden. Diese kann sich aus Bausteinen, wie beispielsweise einer Sales-App, einer Online-Portallösung, SEA und SEO, Leadmanagement oder Content Marketing, zusammensetzen.

5) Organisation: Schaffen Sie eine „eKultur“

Jetzt kommt ein nicht zu unterschätzender Schritt: die digitale Markenführung muss in den Köpfen Ihres Unternehmens etabliert werden. Unternehmensstrukturen müssen überdacht und möglichweise neu geschaffen werden. Sie müssen eine „eKultur“ und die „eKompetenzen“ mit den entsprechenden Ressourcen implementieren.

6) Transformation: Aus Theorie mach Praxis

Gratulation! Sie sind fast am Ziel! Jetzt sollten die einzelnen Punkte der digitalen Roadmap umgesetzt und implementiert werden.

Wo steht Ihr Unternehmen in Sachen „Digitale Markenführung“? Mit diesem kleinen Quiz können Sie ganz leicht den Ist-Zustand bewerten:

Quiz: Welcher eBranding-Typ sind Sie?

Check 1: Meine Unternehmens-Webseite ..

a) … wird von mir und unseren Kunden als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Bisher habe ich es aber noch nicht geschafft, alles umzusetzen, was nötig wäre. (2 Punkte)

b) … habe ich nicht mehr angefasst, seit sie aufgesetzt wurde. Auf dem Handy sieht die Seite zwar nicht so toll aus, aber es funktioniert alles. Warum also daran schrauben? (1 Punkt)

c) … ist responsive umgesetzt, bietet umfangreiche Service- und Interaktionsmöglichkeiten und hat automatisierte Prozesse hinterlegt. Mein Unternehmen ist bereit für die Digitalisierung! (3 Punkte)

Check 2: Von uns verschickte E-Mails ...

a) ... nutzen das Wissen, das wir über den Empfänger haben. Newsletter sind hochpersonalisiert und werden in unterschiedlichen Versionen an verschiedene Zielgruppen verschickt. (3 Punkte)

b) ... sind optimiert für Handys und bieten ansprechendes Design. Individuelle Inhalte liefern wir damit aber nicht. (2 Punkte)

c) ... werten wir nur begrenzt aus. Wir kennen die Response-Raten und wissen, wer wohin klickt. Eine übergreifende Strategie fehlt uns aber. (1 Punkt)

Check 3: Einen professionellen Webshop ...

a) ... brauche ich nicht, denn meine Kunden kaufen nicht online ein. Dafür sind meine Produkte zu speziell. (1 Punkt)

b) ... sehe ich als zwingenden nächsten Schritt, um mit dem Wettbewerb Schritt halten zu können. Ansonsten werde ich in absehbarer Zeit nicht mehr von den Kunden wahrgenommen. (2 Punkte)

c) ... betreibe ich bereits erfolgreich und optimiere ihn kontinuierlich. (3 Punkte)

Auswertung:

3-4 Punkte: Sie nutzen nicht das ganze Potenzial, das digitale Markenführung bietet: Erfolgsmarken sprechen fließend „digital“ auf allen Ebenen. So schaffen sie mit perfekt aufeinander abgestimmten Tools eine Digital-Brand-Story, die Interessierte anspricht. Sie wünschen sich eine Markeninszenierung, die die Bekanntheit ihrer Marke steigert, Ihr Image verbessert und Ihren Absatz steigert? Holen Sie sich einen Spezialisten zur Seite, der Ihnen mögliche Handlungsfelder aufzeigt.

5-6 Punkte: Sie setzen schon einiges um. Machen Sie so weiter. Es müssen gar nicht alle Digitaltrends auf einmal sein. Konzentrieren Sie sich auf ein bis zwei Hauptthemen, die für Ihr Unternehmen sinnvoll sind. Am einfachsten ist das mit dem richtigen Partner.

7-9 Punkte: Sie sind ein eBrand-Profi! Das wussten Sie aber wahrscheinlich schon. Denn Sie sind ganz vorne mit dabei, wenn es um digitale Trends und deren Umsetzung geht. Bleiben Sie am Ball und suchen Sie sich Sparrings-Partner, der mit Ihnen die Trends diskutiert.

Ihr Bernd Arnhold, Geschäftsführer von Kommdirekt

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