101 Köpfe, Folge 111

Harald Zickhardt: „Kunst ist meine Insel“

Harald Zickhardt, Geschäftsführer und Inhaber der ZUP! Beratung • Marketing • Kommunikation GmbH. Foto: ZUP!
Harald Zickhardt ist Gründer und Geschäftsführer der ZUP! Beratung • Marketing • Kommunikation GmbH in Augsburg. Was ihm neben der Karriere die Kunst und die Musik bedeuten, verrät er im 101 Köpfe-Interview.


Name: Harald Zickhardt

Alter: 51

Position: Geschäftsführer und Inhaber

Unternehmen: ZUP! Beratung · Marketing · Kommunikation GmbH

Hobbies: Interesse an Wissen, Malen, Musik, etwas Yoga, Meditieren


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie haben die ZUP! Beratung · Marketing · Kommunikation GmbH gegründet. Was bedeutet Ihnen das Unternehmen?

Harald Zickhardt: Mit ZUP! angefangen habe ich schon 1989, die GmbH wurde 1994 gegründet. Wir haben also bald schon 30 Jahre hinter uns. Natürlich bin ich stolz darauf, weil ich sehe, wie schnell Unternehmen heute beginnen und auch wieder aufhören. Meine Arbeit ist mein Hobby und ich bin dankbar diese Arbeit tun zu dürfen.

War Ihnen schon immer klar, dass Sie Ihr eigenes Unternehmen führen wollen?

Alles, was ich bisher getan habe, war selbstbestimmt. Mit zwölf Jahren begann ich zu zeichnen, habe Musik gemacht, war später beim privaten Rundfunk und hatte immer den Drang eigenes zu gestalten. Warum also nicht mein eigenes Leben? Ich bin da so hineingeglitten und es fühlt sich bis heute jeden Tag gut an.

Neben Ihrer Arbeit als Geschäftsführer sind Sie auch als Künstler aktiv. Welchen Stellenwert nimmt die Kunst in Ihrem Leben ein?

Sie ist mir sehr wichtig. Kunst ist meine Insel, die mir hilft, mich selbst zu reflektieren. Die Kunst ist für mich eine Art der Meditation. Wenn es anderen gefällt, mag ich das. In erster Linie male ich aber für mich.

Mit ART MEETS JAZZ verbinden Sie zwei Leidenschaften. Wie kam es zu dieser Konstellation?

Die Geschichte ist genauso lang wie verrückt. Ein Auftrag für ein Schallplattencover zum Tod von Miles Davis 1991 brachte mich zum Jazz. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen. Ich mag Menschen, die Dinge mit Leidenschaft tun. Beim Jazz ist das so.

Was macht für Sie guten Jazz aus?

Ich beschränke das nicht nur auf Jazz. Bei guter Musik ist Authentizität und auch etwas Unberechenbarkeit wichtig. Menschen, die Musik schaffen, die Generationen immer wieder begeistert, faszinieren mich. Und das finde ich eben häufiger im Jazz, aber auch in anderen Kategorien wie Soul, Funk, Rock, Klassik und manchmal auch in Pop.

Spielen Sie ein Instrument? Wenn ja, welches?

Leider nicht mehr. Ich habe Percussion und etwas Schlagzeug gespielt. Ich habe erkannt, dass ich es mit meinem Einsatz nicht zu einer ansehnlichen Leistung bringen kann und habe aufgehört.

Die Führung eines Unternehmens als auch die Kunst sind zwei zeitintensive Tätigkeiten. Wie bringen Sie beides unter einen Hut?

Keine Zeit zu haben, ist für mich nur eine Ausrede. Ich nehme mir die Zeit. Es gab Jahre, da habe ich tagsüber mein Geschäft geführt und nachts gemalt. Ich kann heute noch kaum glauben, wie viel Energie mir das gegeben hat. Heute liegt mein Fokus absolut auf meiner Unternehmung. Ich habe das beste Team, mit dem ich arbeiten darf und bin begeistert wie am ersten Tag. Ich liebe was ich tue und mit wem ich das tun darf.

Wo entsteht Kreativität und wo holen Sie sich Ihre Inspirationen?

Das ist ganz unterschiedlich. Kreativität entsteht im Tun, in Gesprächen in der Interaktion mit Menschen in jeder Sekunde eben. Wie alles im Leben ist es Übung und Fleiß. Ich glaube, dass der Fleißige den Talentierten auf Dauer überholt. Begabt und faul zu sein, hat noch niemanden zur Exzellenz gebracht.

Brauchen Sie ein sortiertes oder ein chaotisches Arbeitsumfeld? 

Schwierig. Ich hätte wohl gerne ein sortiertes und ordentliches Umfeld. Mein Büro ist allerdings eher chaotisch. Ich versuche mich immer wieder zu disziplinieren. Das gelingt mir aber nur streckenweise. Ich tröste mich mit Anleihen aus der Motivdiagnostik: Intelligente Menschen können mit Komplexität umgehen.

Sie beschäftigen sich seit Jahren mit den Neurowissenschaften. Was fasziniert Sie daran?

Das Warum hinter dem Was und Wie. Ich denke, meine Kunden haben das Recht, schon vorher eine präzise Einschätzung zu bekommen was wirkt und was nicht. Aus diesem Grund habe ich die letzten Jahre auch ein weiteres Studium zum Master of Cognitive Neuroscience absolviert. Meine Kerngebiete sind Multisensorik und Motivdiagnostik. Mich fasziniert daran, dass es nie aufhört und täglich neue Erkenntnisse gibt. Und ich mag es mein Wissen an Universitäten als Dozent, auf der Bühne als Referent und als Partner und Berater an unsere Kunden weiter zu geben. Teilen vervielfacht Wissen.

Sie sind ein vielbeschäftigter Mann. Wenn Sie mal einen Tag frei haben, was tun Sie?

Ich genieße es Menschen zu beobachten, gute Gespräche zu führen und einfach nur da und entspannt zu sein.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Ich denke jeder Mensch ist auf seine Weise eine tolle Persönlichkeit. Für mich sind das meine Tochter, jeder einzelne aus meinem Team und meine engen Freunde.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben