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So entgeht der Allgäu Airport einer Bruchlandung
Allgäu Airport GmbH & Co. KG

So entgeht der Allgäu Airport einer Bruchlandung

Die Flughafen-Betreiber arbeiten weiter daran, schwarze Zahlen zu schreiben. Foto: Allgäu Airport
Die Flughafen-Betreiber arbeiten weiter daran, schwarze Zahlen zu schreiben. Foto: Allgäu Airport

Zuletzt war die Stimmung bei den Verantwortlichen des Allgäu Airports angespannt: Die Passagierzahlen sinken und die Verluste steigen – doch unterkriegen lässt sich der regionale Flughafen davon nicht. Jetzt wurde sogar ein neuer Flugbetreiber gefunden, der German Wings 2015 ablösen wird.

von Martina Lakotta, Online-Redaktion

Von Jahr zu Jahr starten weniger Passagiere am Memminger Flughafen. Flugverbindungen wurden aus dem Flugplan gestrichen und die Umsätze sind weiter gesunken. Die Geschäfte für den Allgäu Airport könnten besser laufen. Doch die Flughafen-Betreiber lassen sich nicht unterkriegen. Denn auch wenn der Memminger Flughafen noch keine schwarzen Zahlen schreibt, ist seine Bedeutung für die Region nicht zu verachten. B4B SCHWABEN erklärt, wie der Allgäu Airport um seinen Erhalt kämpft und warum er für den Wirtschaftsstandort Allgäu wichtig ist.

Allgäu Airport kämpft um schwarze Zahlen

Auch in diesem Jahr ist es dem Allgäu Airport noch nicht gelungen, aus den roten Zahlen Schwarze zu machen: Im Jahr 2013 hatte der Memminger Regionalflughafen ein Defizit von 1,6 Millionen Euro zu verzeichnen. Und auch für dieses Geschäftsjahr prognostizierte Geschäftsführer Ralf Schmid im Interview mit B4B SCHWABEN, dass sich das Ergebnis fast analog zur Passagierentwicklung verhalten werde: Während der Allgäu Airport im Jahr 2013 noch 840.000 Fluggäste begrüßen konnte, wurden im diesen Jahr nur mehr 770.000 erwartet. Und weniger Passagiere bedeuten im Umkehrschluss auch geringere Umsätze. Zudem verkündete der Allgäu Airport Anfang Dezember, dass die Fluggesellschaft German Wing die innerdeutschen Strecken von Memmingen nach Berlin ab Ende Februar 2015 nicht mehr bedienen werde.

Allgäu Airport verhindert Bruchlandung

Doch die Bruchlandung ist für die Betreiber des Flughafens keine Option. Die Verantwortlichen zeigen sich zuversichtlich und wollen den Allgäu Airport nach vorne bringen. In den vergangenen Jahren wurden dort rund 120 Millionen Euro aus vor allem privater Hand finanziert. So werden auch neue Strecken mit in den Flugplan aufgenommen: Ab 1. April nächsten Jahres heben zwei Mal die Woche Flieger nach Palermo ab. Und auch für die innerdeutschen Strecken, die German Wings nicht mehr lange bedienen wird, wurde mit der Fluggesellschaft InterSky ein neuer Anbieter gefunden, der von Memmingen nach Berlin und Hamburg fliegen wird.

Unterallgäuer Landrat möchte Allgäu Airport unterstützen

Auch Hans-Joachim Weirather vom Landratsamt Unterallgäu glaubt an das Potenzial des Memminger Flughafens. In einem Bürgerentscheid solle beschlossen werden, ob der Allgäu Airport finanzielle Unterstützung durch den Landkreis erhalten wird. Bereits im Jahr 2005 wurde eine Finanzierung für den Flughafen durch den Landkreis abgelehnt: In einem damaligen Bürgerentscheid sprach sich die Bevölkerung gegen eine Förderung in Höhe von 400.000 Euro aus. Allerdings stellt auch Landrat Weirather für die finanzielle Beteiligung Bedingungen an den Allgäu Airport. So muss der Memminger Flughafen mit einem Wirtschaftsplan seine Zukunftsfähigkeit belegen.

Allgäu Airport wichtig für Region

Außerdem, so der Landrat, habe der Allgäu Airport für den regionalen Wirtschaftsraum wichtige Bedeutung. So belege eine Studie, dass die einreisenden Fluggäste pro Jahr rund 150 Millionen Euro in Bayern ausgeben. Das Allgäu erziele laut der Studie einen Kaufkraftgewinn von 50 bis 60 Millionen Euro jährlich, von dem auch der Landkreis Unterallgäu profitiert. Zudem habe der Memminger Flughafen rund 1.500 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Allgäu Airport lebt von Investitionen aus privater Hand

Im Jahr 2014 investierte der Allgäu Airport in vorbereitende Maßnahmen zur Verbreitung der Start- und Landebahn finanziert. Etwa die Hälfte des Betrags wird mit Fördermitteln des Freistaats Bayern finanziert. Das größte Risiko für den Betrieb trägt im Fall Allgäu Airport nicht der Steuerzahler. Denn der Flughafen in Memmingen liegt fast ausschließlich in privater Hand: Insgesamt teilen sich 72 Gesellschafter die Kosten – und das Risiko. Jedenfalls würden nach den Sanierungsarbeiten größere Flugzeuge in Memmingen landen können. Auf diese Weise möchte der Allgäu Airport die Attraktivität des Flughafens für verschiedene Airlines steigern.