Airport-Interview

Flughafen Memmingen: Es wird 2021 keinen „Reiseboom“ geben

Die Corona-Pandemie schränkt auch das Reisen ein. Airport-Geschäftsführer Ralf Schmid verrät im Interview, wie es dem Flughafen in dem aktuellen Lockdown geht und für wie wahrscheinlich er einen Reiseboom in 2021 hält.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Ralf Schmid, Sie sind Geschäftsführer am Flughafen Memmingen. Welche Auswirkungen hat der aktuelle Corona-Lockdown auf Ihr Geschäft?

Ralf Schmid: Die Bevölkerung ist aufgrund vielfältiger Beschränkungen verunsichert, was das Reisen anbelangt. Dadurch erfahren wir auch einen Rückgang der Auslastung auf den derzeit noch durchgeführten Flügen. Die Änderungen in der Teststrategie wie beispielsweise die Einführung einer Testpflicht, stellen uns zudem vor neue Herausforderungen. Bisher konnten wir aber gemeinsam mit den Betreibern der Testcenter und den zuständigen Behörden schnell und zuverlässig reagieren und alle Auflagen entsprechend umsetzen.

Bei den Fluggesellschaften: Der erneute Lockdown führte zu einer Reduktion der Flugziele bei Ryanair bis Ende März. Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air hält ihr Flugprogramm aufrecht, allerdings sind ebenfalls bis März einige Frequenzen gekürzt worden. Im Bereich der General Aviation verzeichnen wir derzeit nur einen leichten Rückgang.

Experten sagen für dieses Jahr einen Reiseboom voraus. Was halten Sie davon?

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Das Reiseaufkommen wird von der Länge des Lockdowns, von den ausgewiesenen Risikogebieten, der Einreise-Quarantäne Verordnung, den Impfungen sowie den Regelungen bezüglich einer Test- oder Impflicht in den jeweiligen Reiseländern abhängen. Im ersten Halbjahr 2021 wird es deshalb sicher keinen Reiseboom geben. Wir gehen eher von einem Trend zu kurzfristigen Reisen aus. Eine Erholung in Richtung Reiseboom erwarten wir frühestens für das zweite Halbjahr 2021 und spätestens in 2022.

Wie bereitet sich der Flughafen auf Frühjahrs- und Sommerreiseverkehr vor?

Schon seit Monaten gelten am Flughafen eine Maskenpflicht sowie die Mindestabstandsregelung. Darüber hinaus haben wir bereits mehr Aufstellflächen und Platz im Terminal geschaffen. Hinzu kommt eine Gepäckhalle, die den ankommenden Passagieren ebenfalls mehr freie Fläche zum Aufstellen bietet. Das Mittel der Kurzarbeit wird auch in diesem Jahr weiter angewandt, um betriebsbedingte Kündigen zu vermeiden und qualifizierte Mitarbeiter zu halten. So können wir bei mehr Flugbetrieb kurzfristig wieder hochfahren.

Das Thema „Impfen“ beschäftigt Deutschland. Rechnen Sie mit einer Flug-Einschränkung für nicht-geimpfte Personen?

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Fluglinien planen derzeit nicht mit einer Test- oder Impfpflicht vor Abflug. Es wird jedoch sicher Länder geben, die eine Einreise nur mit einem negativen Testergebnis oder einem Impfnachweis möglich machen werden. Dies wird jedoch eher auf Ebene der Länder entschieden.

Inwiefern wird Corona die Flugbranche noch verändern?

Geschäftsreiseverkehre werden sich nachhaltig ändern und sicherlich nicht mehr in dem Umfang wie vor Corona stattfinden. Alle Fluggesellschaften werden noch kostenoptimierter arbeiten. Hier beziehe ich mich zum Beispiel auf den reduzierten Bordservice bei der Lufthansa. Bei Flügen unter 50 Minuten gibt es gar keinen Service mehr. Die Bedeutung des Pendlerverkehrs wird unter anderem durch das Fehlen von Arbeitskräften, wenn keine Flüge stattfinden, gestärkt.

Mit welcher allgemeinen Entwicklung rechnen Sie im laufenden Jahr 2021?

Eine Prognose für das Jahr 2021 ist schwierig. Wir rechnen aber dennoch mit einer Verbesserung zu 2020. Insbesondere das dritte und vierte Quartal müsste durch die Impfmaßnahmen eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr aufweisen.

Welche Investitionen sind für dieses Jahr geplant?

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Bereits im vergangenen Jahr wurden einige Maßnahmen verschoben beziehungsweise nur notwenige Bauarbeiten umgesetzt. Im Jahr 2021 soll die Gepäckhallenerweiterung fertiggestellt und das neue Instrumentenlandesystem für die Landerichtung 06 in Betrieb genommen werden. Zudem wird eine neue Parkierungsanlage installiert.

Es wird derzeit über eine mögliche Amazon-Ansiedlung in Nähe des Flughafens diskutiert. Würde das für den Airport Vorteile bringen?

Die Allgäu Airport GmbH & Co. KG (AAP) hat das Kaufgesuch einer Fläche im Gewerbepark zurückgezogen und plant nun eine Realisierung des Projektes auf einem eigenen Grundstück. Dadurch muss die AAP kein Grundstück kaufen. Vorteile ergeben sich zudem durch etwaige Pachteinnahmen und einer Diversifizierung des Geschäftsmodells des Flughafens in schwierigen Zeiten.

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Bei den Fluggesellschaften: Der erneute Lockdown führte zu einer Reduktion der Flugziele bei Ryanair bis Ende März. Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air hält ihr Flugprogramm aufrecht, allerdings sind ebenfalls bis März einige Frequenzen gekürzt worden. Im Bereich der General Aviation verzeichnen wir derzeit nur einen leichten Rückgang.

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Wie bereitet sich der Flughafen auf Frühjahrs- und Sommerreiseverkehr vor?

Schon seit Monaten gelten am Flughafen eine Maskenpflicht sowie die Mindestabstandsregelung. Darüber hinaus haben wir bereits mehr Aufstellflächen und Platz im Terminal geschaffen. Hinzu kommt eine Gepäckhalle, die den ankommenden Passagieren ebenfalls mehr freie Fläche zum Aufstellen bietet. Das Mittel der Kurzarbeit wird auch in diesem Jahr weiter angewandt, um betriebsbedingte Kündigen zu vermeiden und qualifizierte Mitarbeiter zu halten. So können wir bei mehr Flugbetrieb kurzfristig wieder hochfahren.

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Inwiefern wird Corona die Flugbranche noch verändern?

Geschäftsreiseverkehre werden sich nachhaltig ändern und sicherlich nicht mehr in dem Umfang wie vor Corona stattfinden. Alle Fluggesellschaften werden noch kostenoptimierter arbeiten. Hier beziehe ich mich zum Beispiel auf den reduzierten Bordservice bei der Lufthansa. Bei Flügen unter 50 Minuten gibt es gar keinen Service mehr. Die Bedeutung des Pendlerverkehrs wird unter anderem durch das Fehlen von Arbeitskräften, wenn keine Flüge stattfinden, gestärkt.

Mit welcher allgemeinen Entwicklung rechnen Sie im laufenden Jahr 2021?

Eine Prognose für das Jahr 2021 ist schwierig. Wir rechnen aber dennoch mit einer Verbesserung zu 2020. Insbesondere das dritte und vierte Quartal müsste durch die Impfmaßnahmen eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr aufweisen.

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Es wird derzeit über eine mögliche Amazon-Ansiedlung in Nähe des Flughafens diskutiert. Würde das für den Airport Vorteile bringen?

Die Allgäu Airport GmbH & Co. KG (AAP) hat das Kaufgesuch einer Fläche im Gewerbepark zurückgezogen und plant nun eine Realisierung des Projektes auf einem eigenen Grundstück. Dadurch muss die AAP kein Grundstück kaufen. Vorteile ergeben sich zudem durch etwaige Pachteinnahmen und einer Diversifizierung des Geschäftsmodells des Flughafens in schwierigen Zeiten.

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