Stromverbrauch

Der Stromverbrauch im Allgäu bleibt nahezu konstant

Florierende Wirtschaft und steigende Einwohnerzahl - trotzdem ist der Stromverbrauch 2018 im Allgäu nicht gestiegen.

Obwohl im Unterallgäu die Wirtschaft sich ausdehnt und die Einwohnerzahlen steigen, bleibt der Stromverbrauch nahezu konstant. Das zeigen die Zahlen für 2018, die das Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza) kürzlich präsentierte. Während es 2017 1.123 Gigawattstunden (GWh) und 2016 1.113 GWh waren, bleibt auch das vergangene Jahr mit 1.121 GWh im Normbereich. Seit 2011 wird im Unterallgäu der Verbrauch dokumentiert. Damals lag der Gesamtverbrauch im Jahr noch bei 1.250 GWh. Auch auf den Einzelnen runtergerechnet ist der Verbrauch inzwischen geringer: 2011 waren es 9,2 Megawattstunden (MWh) pro Einwohner, im vergangenen Jahr 7,8 MWh.

80 Prozent verbrauchten 2018 Industrie und Gewerbe

Klimaschutzmanagerin Sandra ten Bulte äußert sich folgendermaßen: „Zwischen 2011 und 2014 ist der Stromverbrauch deutlich gesunken, danach wieder etwas gestiegen und seit drei Jahren stagniert der Wert.“ Während der Anteil privater Haushalten nur bei rund 16 Prozent liegt, verbrauchten Industrie und Gewerbe 80 Prozent des Stroms. Laut Sandra ten Bulte sei es erfreulich, dass der Anteil der Haushalte im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gesunken sei. Und das trotz des leichten Anstiegs an Einwohnern.  

Erneuerbare Energien liegen im Trend

Ten Bulte freut sich vor allem darüber, dass sich der Anteil an erneuerbaren Energien seit 2011 erhöht. 40 Prozent des 2011 verbrauchten Stroms stammten aus erneuerbaren Energien. Seit einiger Zeit liegt dieser Anteil bei ungefähr 60 Prozent. „Damit übertreffen wir den bundesweiten Durchschnitt von 38 Prozent weit“, so ten Bulte.

Heiße Sommer machen sich negativ bemerkbar

Laut der Klimaschutzmanagerin machen sich heiße und trockene Sommer negativ bemerkbar. Der Anteil an Strom aus Wasserkraft sank um 25 Prozent im Vergleich zu 2017 - in Zahlen ausgedrückt: 2017 erzeugten Wasserkraftwerke 133 GWh, 2018 waren es 100 GWh. Das sei der niedrigste Wert in der gesamten Aufzeichnungsphase. Auch bei der Kraft-Wärme-Kopplung gab es 2018 einen Einbruch von 40 Prozent. „Das lag am Stillstand eines großen Blockheizkraftwerks, das mittlerweile aber wieder in Betrieb ist“, meint ten Bulte. Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien und aus Kraft-Wärme-Koppelung lag 2018 trotzdem nur vier Prozent unterhalb des Wertes von 2017.

Sonnenenergie spielt große Rolle im Unterallgäu

Biomasse und Solarenergie deckten 2018 etwa die Hälfte des Stromverbrauchs. Sie lieferten 2018 200- beziehungsweise 343 GWh. Somit waren sie vergangenes Jahr eine wichtige Energiequelle. Landrat Hans-Joachim Weirather resümiert: „Unserer Bemühungen um den Klimaschutz machen sich bezahlt.“ Auch wenn Informationsveranstaltungen zu Photovoltaik geplant sind, ist dies nicht der einzige Weg. „Doch auch den Stromverbrauch müssen wir noch deutlich senken, um den Klimaschutz im Unterallgäu zunehmend voranzutreiben,“ so Weirather.  

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