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Die meisten von uns müssen nicht mit körperlichen Einschränkungen in unserer Bewegungsfreiheit fertig werden. Doch nicht nur kann dieses Problem einen in kürzester Zeit durch einen Unfall selbst betreffen. Ein unerheblicher Teil der Deutschen Bevölkerung muss Tag für Tag wegen ihrer Behinderung mit fast unüberwindbaren Hindernissen fertig werden, ob Treppen oder fehlendes Verständnis. Aus dem Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung geht hervor, dass etwa 9,6 Mio. Menschen, also mehr als 11,7 Prozent der Deutschen Bürger und Bürgerinnen, eine Behinderung besitzen. Die Mehrzahl von ihnen, 7,1 Mio. Menschen, sogar eine schwere Behinderung. Deshalb ist es ein Anliegen von Organisationen wie dem Behindertenbeirate der Stadt Memmingen, die Integration von Menschen mit Behinderung und die Umsetzung von Barrierefreiheit in unserer Gesellschaft zu fördern. Erst vor kurzem hat der Behindertenbeirat die Mitarbeiter des Cineplex in Memmingen zu diesem Thema geschult.
Die Belegschaft versetzte sich in die Situation eines Behinderten
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Kinos folgten gerne der Einladung des Behindertenbeirates. Während ihres Vortrages zeigten die Referenten die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen auf. Dies erörterten sie am Beispiel eines eigens dafür ausgearbeiteten Konzeptes für einen Kinobesuch. Während der Schulung war aber nicht nur Zuhören angesagt. Die jungen Mitarbeiter versetzten sich auch aktiv in die Rolle eines Rollstuhlfahrers. Im Verlauf eines Besuchs an der benachbarten Tankstelle sowie beim Navigieren durch das Kino, wurden die tagtäglichen Schwierigkeiten eines motorisch eingeschränkten Menschen offensichtlich. Die Hemmnisse wurden durch diese Aktion aufgezeigt und dargestellt, wo Probleme lauern können, wenn man auf Barrierefreiheit angewiesen ist.
Inklusion durch Spaß lernen
Durch das Rollenspiel erhielten die Mitarbeiter neue Sichtweisen über diese Thematik. Wegen dem herzlichen und offenen Miteinander zwischen der Kinobelegschaft und dem Behindertenrat war die Vermittlung neuen Verständnisses bei allen Beteiligten mit viel Spaß verbunden. Die Kinochefs Oliver Kühne und Andreas Spitzhüttl würden den Vortrag gerne zu einer jährlichen Schulung machen. Beide wahren sich einig: „Das schärfen der Wahrnehmungen zugunsten aller Kinobesucher bringt uns in unserer Arbeit weiter und fördert die wichtige und selbstverständliche Inklusion“.