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Hochland-Bilanz 2025: Gewinn deutlich gestiegen
Geschäftsjahr 2025

Hochland-Bilanz 2025: Gewinn deutlich gestiegen

Der Vorstand der Hochland-Gruppe (vonl links): COO Josef Stitzl, CEO Sebastian Schaeffer und CFO Hubert Staub. Hochland hat seine Bilanz für 2025 vorgestellt. Foto: Hochland und Gudrun Muschalla
Der Vorstand der Hochland-Gruppe (vonl links): COO Josef Stitzl, CEO Sebastian Schaeffer und CFO Hubert Staub. Hochland hat seine Bilanz für 2025 vorgestellt. Foto: Hochland und Gudrun Muschalla

2024 noch hatte sich der Gewinn von Hochland halbiert. Jetzt ist er wieder deutlich gestiegen. Am stärksten zugelegt hat das Produkt „Hüttenkäse“ der Marke Gervais.

Die Hochland-Gruppe mit Stammsitz in Heimenkirch konnte ihren Gewinn 2025 wieder deutlich steigern: um rund 70 Prozent auf 96,3 Millionen Euro. Von 2023 auf 2024 war der Gewinn um nahezu die Hälfte eingebrochen – von 107,9 Millionen Euro auf 56,1 Millionen Euro. Grund war das Tochterunternehmen Franklin Foods in den USA. Dieses hat die Hochland-Gruppe, weil es unrentabel war, 2025 verkauft.

Insgesamt stand der Milchpreis 2025 unter Druck, was sich auch auf die Hochland-Gruppe ausgewirkt hat. Die Lage im Nahen Osten behindert den Export.

Finanzkennzahlen der Hochland-Gruppe

Den Umsatz konnte Hochland im vergangenen Jahr um knapp acht Prozent auf 2,54 Milliarden Euro steigern. Weil der Gewinn stärker gewachsen ist als der Umsatz, hat sich auch die EBT-Marge verbessert – um 1,4 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Der Jahresüberschuss hat sich fast verfünffacht und lag 2025 bei 54,7 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote der Hochland-Gruppe liegt bei 65,3 Prozent. Der Free-Cash-Flow ist um 1,9 Millionen auf 93,1 Millionen Euro gewachsen.

„Wir blicken auf ein intensives Jahr mit zufriedenstellendem Ergebnis zurück“, erklärt CFO Hubert Staub. „2025 haben wir die richtigen, teils auch schwierigen Entscheidungen getroffen, um unseren profitablen Wachstumskurs fortzusetzen.“

So entwickelte sich Hochland Deutschland

Hochland Deutschland ist 2025 hinter den Erwartungen des Unternehmens zurückgeblieben. Als Grund nennt Hochland die volatilen Milch- und Rohstoffmärkte. Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für die Milchwirtschaft in Deutschland gut gewesen. Doch im zweiten Halbjahr sind durch ein Überangebot an Milch die Preise stark zurückgegangen. Das wirkte sich bei Hochland vor allem auf das Frischkäse-Segment aus.

Am Stammsitz in Heimenkirch entsteht ein neues Hochregallager, das im Sommer 2026 fertig sein soll. Zudem wurden 2025 die Werke in Hergatz und Oberreute geschlossen und in die Standorte Heimenkirch und Schongau integriert. Laut Unternehmen arbeite jetzt ein Großteil der betroffenen Mitarbeitenden in Heimenkirch. Hintergrund war, dass die vegane Produktion in Schongau und Heimenkirch integriert wurden.

Marktentwicklung: Hüttenkäse auf die Eins

Das Markengeschäft zeigte laut Hochland-Gruppe eine stabile Entwicklung in einem umkämpften Markt. So lag das Wachstum von Hochland bei Hart- und Schnittkäse sowie beim Schmelzkäse unter dem Marktniveau. Der Umsatz der Marke Patros ist gleichgeblieben, obwohl der Weißkäsemarkt allgemein gewachsen ist.

Stark gewachsen ist 2025 die Nachfrage nach Hüttenkäse. Hier konnte Hochland den Umsatz beim Hüttenkäse der Marke „Gervais“ um 37,2 Prozent steigern. Auch die Frischkäse-Marke Almette hat ihren Umsatz um 12,5 Prozent gesteigert. Der Umsatz beider Marken wuchs stärker als der im jeweiligen Produktmarkt.

Diversifikation stärkt

Das Geschäftsfeld B2B bleibt für das Wachstum von Hochland zentral, auch wenn es 2025 einem starken Kostendruck bei Produktion und Rohstoffen ausgesetzt war. Das Geschäftsfeld Food Service hat sich auf Vorjahresniveau entwickelt. Der Bereich Private Label mit der Hochland-Tochter Bonifaz Kohler ist zwar gewachsen, aber hinter den Erwartungen geblieben.

Für CEO Sebastian Schaeffer zahlt sich das diversifizierte Geschäftsmodell aus. „Marken, Private Label, Food Service und B2B ergänzen sich und geben uns Spielraum. So können wir in unterschiedlichen Märkten Chancen ergreifen und Risiken managen“, sagt Schaeffer.

Exporte in den Nahen Osten schwierig

Hochland exportierte 2025 erneut mehr in den Nahen Osten und nach Asien. Allerdings werden die Exporte auch erschwert: zum einen durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche Anfang des Jahres in Deutschland. Dadurch sei der Export nahezu zum Erliegen gekommen. Zum anderen durch die Situation im Nahen Osten. Mehrere tausend Tonnen Waren kann Hochland hier nicht ausliefern, weil Akkreditive fehlen.

Ausblick: Vision 2030

Die Vision 2025 ist abgeschlossen. Hochland konnte einige Ziele erreichen bzw. übertreffen: So wollte das Unternehmen seinen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro in 2019 auf zwei Milliarden Euro steigern. Dieses Ziel hat Hochland mit 2,5 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr übertroffen.

Verfehlt hatte Hochland allerdings das Ziel seiner Mengenentwicklung verfehlt. So wollten sie einen jährlichen Absatz von 500.000 Tonnen Käse erreichen – schafften es auf 438.000 Tonnen im vergangenen Jahr.

Mit der Vision 2030 unter dem Motto „We serve our customers better“ will Hochland sich unter anderem auf Produktivität, profitables Wachstum, Nachhaltigkeit und Digitalisierung konzentrieren. So will Hochland bis 2030 klimaresilienter werden und 30 Prozent weniger CO₂‑Äquivalente ausstoßen.

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