„Workation“

Wie Christoph von Külmer Reisen und Arbeiten verbindet – Teil 2

SportBrain-Geschäftsführer Christoph von Külmer ist gerade auf „Workation“ – er reist mit seiner Frau um die Welt, arbeitet aber weiterhin. Im zweiten Teil des Interviews verrät er die neuesten Trends in Sachen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Christoph, eure Reise startete in Singapur. Warum habt ihr diese Station ausgesucht?

Christoph von Külmer: Ich beobachte Singapur mit großer Faszination, seit ich vor circa 10 Jahren zum ersten Mal dort war. Die Stadt entwickelt sich in allen Bereichen so rasant weiter und ist im digital-wirtschaftlichen Sektor ein absoluter Hotspot. Als Geschäftsführer von einem Chatbot- und einem Digitalmarketing-Unternehmen interessiere ich mich natürlich sehr für Künstliche Intelligenz (KI). Hier ist Singapur ebenfalls in vielen Bereichen Vorreiter. Die Stadt war also ein absolutes Muss auf unserer Liste.

Hast Du Fortbildungen oder Konferenzen in Singapur besucht?

Ich habe mir zwei Startups im Chatbot-Umfeld näher angesehen, die besonders bei der Spracheingabe tolle Lösungen entwickelt haben. An der renommierten Nanyang Technological University haben wir einen vierstündigen Vortrag zu Künstlicher Intelligenz besucht. Der Vortragssaal war an einem Freitagnachmittag mit über 200 Besuchern gefüllt. Davon waren über 75 Prozent Gasthörer, die sich für die Möglichkeiten von Chatbots und Big Data im Einsatz für ihr Business interessiert haben. Besonders auffällig: es waren auch sehr viele kleine Unternehmen. Der Stellenwert von KI ist hier einfach ein ganz anderer als bei uns und die Technologie ist wirklich schon bei der breiten Masse angekommen.

Artificial Intelligence (AI) Singapore heißt ein großes staatliches Projekt, das weltweit schon für viel Aufsehen gesorgt hat. Kannst Du uns das etwas näher erklären?

Diese Initiative beobachte ich seit gut zwei Jahren. Die Regierung hat unter dem Titel „AI Singapore“ ein nationales Programm für den Aufbau von Wissen und Fähigkeiten rund um Künstliche Intelligenz aufgesetzt. Sie fördern mit rund 100 Millionen Euro Schulen, Universitäten und Unternehmen aller Größen bei der AI-Forschung und der Ausbildung von Mitarbeitern. Dabei gibt es drei große Bereiche: AI for Research (Forschung und Entwicklung), AI for Grand Challenges (Lösen von Alltagsproblemen) und AI for Everyone (Weiterbildung des gesamten Staates).

Weiterbildung des gesamten Staates? Wie wird das denn umgesetzt?

Singapur ist sich absolut sicher, dass in Zukunft jeder Bewohner in Themen rund um die Künstliche Intelligenz geschult sein muss und diese Technologie ein fester Bestandteil des Zusammenlebens wird. Genauso wie das Erlernen verschiedener Sprachen soll KI zukünftig Bestandteil jeder Berufsausbildung sein. Bereits jetzt können die Bürger kostenlose Tageskurse besuchen, um beispielsweise zu lernen, was KI ist und was sie für die Datensicherheit bedeutet. Auch für Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen, werden neben der Informatikausbildung intensive Trainings zum Thema KI abgehalten. Besonders gefragt ist laut AI Singapur übrigens ein neunmonatiges Programm für Lehrlinge in Unternehmen, denn auch Singapur hat ein Experten- und Facharbeiterproblem. Das ganze Programm trägt finanziell der Staat. Hier sollte sich Deutschland auch schnell was überlegen.

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Chatbots: Wie kann man sich das denn in der Praxis in Singapur vorstellen?

Ein Beispiel: Schon nächstes Jahr sollen viele Museen und öffentliche Einrichtungen mit intelligenten Putzrobotern ausgestattet werden. Diese wischen nicht nur, sondern können auch in über 20 Sprachen mit den Besuchern aus aller Welt reden und Fragen beantworten. Zudem können sie Witze und Anekdoten erzählen. Also eine spannende Einsatzmöglichkeit von KI und gleichzeitig tolles Marketing für die Stadt! Außerdem soll beispielsweise im Gesundheitsbereich bis 2020 die Terminbuchung bei Ärzten und Krankenhäusern intelligent gesteuert werden, damit die Patienten schneller einen Termin bekommen.

Das klingt wirklich sehr spannend. Wie digital leben denn die Menschen in Singapur?

Digitalen Fortschritt und Künstliche Intelligenz trifft man eigentlich überall in Singapur. Den Alltag kann man tatsächlich nur mit dem Smartphone und den relevanten Apps meistern. Statt Apple Pay beherrscht hier beim Mobile Payment allerdings Alibaba Pay den Markt. Bei der smarten Mobilität wurde Uber von Grab, einem super spannenden Startup aus Singapur, überholt. Im Social Media Bereich steht Instagram, wie auch bei uns, ganz hoch im Kurs. Allerdings ist der Facebook Messenger hier beliebter als WhatsApp. Interessant ist auch, dass auf fast jeder Website Chatbots zur Kundenkommunikation und Terminbuchung eingesetzt werden.

Du bist ja auch auf der Suche nach Innovationen für Deine Unternehmen SportBrain und digital two. Konntest du dir in Singapur Inspiration holen?

Mein Notizbuch ist jedenfalls voll! Ich habe schon sehr viele Inspirationen gesammelt, die ich besonders in unsere Chatbot- und KI-Lösungen integrieren möchte.

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Hast Du Fortbildungen oder Konferenzen in Singapur besucht?

Ich habe mir zwei Startups im Chatbot-Umfeld näher angesehen, die besonders bei der Spracheingabe tolle Lösungen entwickelt haben. An der renommierten Nanyang Technological University haben wir einen vierstündigen Vortrag zu Künstlicher Intelligenz besucht. Der Vortragssaal war an einem Freitagnachmittag mit über 200 Besuchern gefüllt. Davon waren über 75 Prozent Gasthörer, die sich für die Möglichkeiten von Chatbots und Big Data im Einsatz für ihr Business interessiert haben. Besonders auffällig: es waren auch sehr viele kleine Unternehmen. Der Stellenwert von KI ist hier einfach ein ganz anderer als bei uns und die Technologie ist wirklich schon bei der breiten Masse angekommen.

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Diese Initiative beobachte ich seit gut zwei Jahren. Die Regierung hat unter dem Titel „AI Singapore“ ein nationales Programm für den Aufbau von Wissen und Fähigkeiten rund um Künstliche Intelligenz aufgesetzt. Sie fördern mit rund 100 Millionen Euro Schulen, Universitäten und Unternehmen aller Größen bei der AI-Forschung und der Ausbildung von Mitarbeitern. Dabei gibt es drei große Bereiche: AI for Research (Forschung und Entwicklung), AI for Grand Challenges (Lösen von Alltagsproblemen) und AI for Everyone (Weiterbildung des gesamten Staates).

Weiterbildung des gesamten Staates? Wie wird das denn umgesetzt?

Singapur ist sich absolut sicher, dass in Zukunft jeder Bewohner in Themen rund um die Künstliche Intelligenz geschult sein muss und diese Technologie ein fester Bestandteil des Zusammenlebens wird. Genauso wie das Erlernen verschiedener Sprachen soll KI zukünftig Bestandteil jeder Berufsausbildung sein. Bereits jetzt können die Bürger kostenlose Tageskurse besuchen, um beispielsweise zu lernen, was KI ist und was sie für die Datensicherheit bedeutet. Auch für Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen, werden neben der Informatikausbildung intensive Trainings zum Thema KI abgehalten. Besonders gefragt ist laut AI Singapur übrigens ein neunmonatiges Programm für Lehrlinge in Unternehmen, denn auch Singapur hat ein Experten- und Facharbeiterproblem. Das ganze Programm trägt finanziell der Staat. Hier sollte sich Deutschland auch schnell was überlegen.

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Chatbots: Wie kann man sich das denn in der Praxis in Singapur vorstellen?

Ein Beispiel: Schon nächstes Jahr sollen viele Museen und öffentliche Einrichtungen mit intelligenten Putzrobotern ausgestattet werden. Diese wischen nicht nur, sondern können auch in über 20 Sprachen mit den Besuchern aus aller Welt reden und Fragen beantworten. Zudem können sie Witze und Anekdoten erzählen. Also eine spannende Einsatzmöglichkeit von KI und gleichzeitig tolles Marketing für die Stadt! Außerdem soll beispielsweise im Gesundheitsbereich bis 2020 die Terminbuchung bei Ärzten und Krankenhäusern intelligent gesteuert werden, damit die Patienten schneller einen Termin bekommen.

Das klingt wirklich sehr spannend. Wie digital leben denn die Menschen in Singapur?

Digitalen Fortschritt und Künstliche Intelligenz trifft man eigentlich überall in Singapur. Den Alltag kann man tatsächlich nur mit dem Smartphone und den relevanten Apps meistern. Statt Apple Pay beherrscht hier beim Mobile Payment allerdings Alibaba Pay den Markt. Bei der smarten Mobilität wurde Uber von Grab, einem super spannenden Startup aus Singapur, überholt. Im Social Media Bereich steht Instagram, wie auch bei uns, ganz hoch im Kurs. Allerdings ist der Facebook Messenger hier beliebter als WhatsApp. Interessant ist auch, dass auf fast jeder Website Chatbots zur Kundenkommunikation und Terminbuchung eingesetzt werden.

Du bist ja auch auf der Suche nach Innovationen für Deine Unternehmen SportBrain und digital two. Konntest du dir in Singapur Inspiration holen?

Mein Notizbuch ist jedenfalls voll! Ich habe schon sehr viele Inspirationen gesammelt, die ich besonders in unsere Chatbot- und KI-Lösungen integrieren möchte.

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