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„Wegen Krisen können wir nicht jedes Mal Pläne stoppen“: Greif investiert 40 Millionen Euro
Interview

„Wegen Krisen können wir nicht jedes Mal Pläne stoppen“: Greif investiert 40 Millionen Euro

Spatenstich für den neuen Standort von Greif Mietwäsche in Augsburg. Foto: B4B/ Katharina Seeburger
Spatenstich für den neuen Standort von Greif Mietwäsche in Augsburg. Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Greif Mietwäsche baut in Augsburg für 40 Millionen Euro einen neuen Standort. In der neuen Wäscherei gibt es 120 Arbeitsplätze, Ende 2027 soll der Neubau fertig sein. Geschäftsführer Martin Greif erklärt, warum sie trotz der wirtschaftlichen Lage investieren.

B4BSCHWABEN.de: Was entsteht hier in Augsburg-Lechhausen?

Martin Greif: Hier entsteht ein Hotelwäschebetrieb, der für die Bearbeitung von Bettwäsche und Frotteewäsche ausgelegt ist. Wir fangen hier mit einer Kapazität von 50 Tonnen Wäsche pro Tag an. Im Endausbau können wir bis zu 200 Tonnen Wäsche bearbeiten.

In der aktuellen wirtschaftlichen Lage investieren wenig Unternehmen, und wenn, dann eher im Ausland. Warum haben Sie sich anders entschieden?

Weil es keinen perfekten Zeitraum gibt. Wir planen den neuen Standort seit fast zehn Jahren. Aber wegen der diversen Krisen können wir nicht jedes Mal unsere Planungen beenden und aufhören, sondern halten daran fest. Wir blicken in die Zukunft und wir glauben daran, dass die Zeiten für die Wirtschaft auch wieder rosiger werden. Grundsätzlich hat unsere Branche einen bestimmten Radius. Wenn unsere Standorte zu weit weg sind, ist das nicht mehr rentabel.

Trotzdem fahren einige Unternehmen im Moment mit Handbremse, auch wenn sie eigentlich Pläne haben. Wie gehen Sie mit den aktuellen Krisen bei sich im Unternehmen und in der Geschäftsführung um?

Man muss immer dranbleiben und die Prozesse effizient halten, um zukunftsfähig zu sein. Durch diesen Neubau werden wir einen hohen Grad an Effizienz generieren und deswegen müssen wir diesen Bau auch durchführen.

Sie wollen bis 2045 klimaneutral werden. Welche Rolle spielt dabei der neue Standort?

In den bestehenden Betrieben werden unsere Prozesse mit Erdgas betrieben. Unseren neuen Standort haben wir so ausgestattet, dass er auch mit Strom, Biogas oder anderen zukünftigen Rohstoffen betrieben werden kann. Aber im Moment gehen die Preise für Strom und Gas noch so weit auseinander, dass wir nicht von jetzt auf gleich auf Strom umstellen könnten. Darunter würde die Wirtschaftlichkeit extrem leiden, sodass das Ganze nicht wirtschaftlich wäre. Sollte unsere Branche bei der Stromsteuer oder beim Industriestrompreis berücksichtigt werden, könnte sich das Ganze nicht nur rechnen. Es würde dann schnell auch zu einer Reduktion der CO₂-Emissionen führen. Außerdem wird der neue Standort PV-Anlagen auf dem Dach haben. Den Strom nutzen wir dann zum Beispiel zum Laden unserer E-Lkw.

Die Brüder und Geschäftsführer von Greif Mietwäsche: Markus (l.) und Martin (r.) Greif. Foto: B4B/ Katharina Seeburger
Die Brüder und Geschäftsführer von Greif Mietwäsche: Markus (l.) und Martin (r.) Greif. Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von Unternehmen, die im Moment weniger investitionsfreudig sind?

Es gibt viele, die fragen, warum wir das in dieser aktuellen Lage machen. Jetzt kommt ja noch der Iran-Konflikt dazu, der auch Auswirkungen auf die Energiepreise hat. Aber Abwarten würde Stillstand bedeuten, und Stillstand ist definitiv nicht das, was wir wollen. Wir sind Marktführer im Bereich der Hotellerie und Gastronomie, das wollen wir bleiben und auch noch weiter ausbauen. Wenn wir abwarten würden, würden wir das gefährden, und das wollen wir definitiv nicht riskieren.

Sie treffen auch bei einem weiteren Thema andere Entscheidungen als die meisten Unternehmen im Moment: Sie haben die Löhne Ihrer Mitarbeitenden erhöht und die Arbeitszeiten gesenkt. In der öffentlichen Diskussion wird meistens dargestellt, dass das aktuell wirtschaftlich gar nicht möglich ist. Warum klappt das bei Ihnen?

Weil wir gesehen haben, dass man Konzepte anbieten muss, die für die Arbeitnehmer attraktiv sind. Gerade bei der Suche nach Fachkräften. Deswegen sind wir diesen Schritt gegangen. Der Mangel an Fachkräften und allgemein an Personal drängt uns dazu, da neue Konzepte zu fahren.

Gibt es in nächster Zeit weitere Projekte, die Sie noch „in der Schublade haben“ und herausholen möchten?

Wir haben immer Projekte in der Schublade, die natürlich jetzt noch im Geheimen sind. Da wird sich die nächsten Jahre noch einiges tun. Aber jetzt kann es hier endlich losgehen und ich freue mich nach der langen Planungsphase wahnsinnig darauf.

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