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Ein Ort, der Familien im Alltag entlastet und Kindern Geborgenheit bietet: Im Therapiezentrum Ziegelhof der Stiftung Bunter Kreis in Stadtbergen startet der Bau für ein teilstationäres Hospiz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Damit will der Bunte Kreis eine Versorgungslücke für Familien mit unheilbar kranken Kindern schließen.
Wenn Kinder so krank sind, dass sie rund um die Uhr Pflege benötigen, brauchen Familien ein ausgeklügeltes Betreuungssystem. Passieren dann unvorhergesehene Dinge, kann das ganze System zusammenbrechen. Etwa wenn ein Elternteil eine Operation braucht oder Behördengänge erledigen muss, die ambulante Pflege ausfällt oder ein Geschwisterkind krank wird. „Eltern haben in solchen Situationen bisher keine Möglichkeit, ihr Kind abzugeben“, erklärt Projektleiterin Susanne Wild. „Wir möchten Entlastung im Alltag bieten und eine Versorgungslücke schließen“, sagt Wild weiter.
Zwar gibt es in Bayerisch-Schwaben bereits Kinderhospize. Diese ermöglichen es Familien bisher ausschließlich dort Urlaub zu machen. Das Brückenhaus dagegen soll Eltern punktuelle Entlastungshilfe im Alltag bieten: Sie können ihre pflegebedürftigen Kinder und Jugendlichen dort stunden- oder tageweise abgeben und umsorgt wissen. In Bayerisch-Schwaben ist es damit das erste seiner Art.
Anders als bei Hospizen für Erwachsene steht hier nicht das begleitete Sterben im Vordergrund. „Ein Kinderhospiz ist Begleitung im Leben, ab Diagnosestellung, egal wie lange das Leben dauert“, sagt Wild. „Das Brückenhaus ist ein Haus, das nicht nur funktioniert, sondern auch emotional trägt.“
Nach vier Jahren Planung ist nun der Spatenstich für das „Brückenhaus“ erfolgt. Im Juni rollen die ersten Bagger an. 2027 soll das Kinderhospiz eröffnen. Das Brückenhaus wird ein L-förmiges Gebäude, das Platz für acht Einzelzimmer mit Bad und einen Aufenthaltsraum bietet. Außerdem bekommt es eine Dachterrasse mit Blick auf die Pferdekoppel. Auch im Bett können Kinder auf die Dachterrasse gebracht werden. Drei Familienappartements aus dem Bestandsgebäude werden für das Hospiz umgewidmet, damit auch ganze Familien das Hospiz nutzen können. Alt- und Neubau werden dafür mit einer Brücke verbunden.
Vor dem neuen Gebäude entsteht ein Therapiegarten, der mithilfe von Eltern geplant wurde. „Wir hören oft von den Eltern, dass ihre Kinder die üblichen Spielplätze in ihrer Nachbarschaft gar nicht nutzen können“, sagt Wild. Verschiedene Elemente wie Geräusche und Licht oder auch ein Wasserspielplatz, sollen es allen Kindern ermöglichen, auf einem Spielplatz zu spielen.
Für Stadtbergens Bürgermeister Paulus Metz ist das Therapiezentrum des Bunten Kreises aus Stadtbergen nicht mehr wegzudenken. „Das Haus, das hier entsteht, wird ein Rückzugsort sein für schwer kranke junge Menschen und ihre Familien“, sagte er beim Spatenstich für das Brückenhaus.
Unterstützt wird der Neubau von Kartei der Not und Sternstunden. Bis zu 95 Prozent der Betreuungskosten übernehmen später die Krankenkassen. Der Rest wird über Spenden finanziert. Doch wie viel genau die Krankenkassen übernehmen werden, ist laut Wild noch offen: Erst nach der Brandschutzbegehung, wenn das Gebäude schon fertig ist, erfährt der Bunte Kreis, wie viel die Krankenkassen tatsächlich zahlen.