Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Minister Heubisch stellt Zukunftskonzept für die Staats- und Stadtbibliothek vor

Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) hat gestern das Zukunfts- und Finanzierungs-Konzept für die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg vorgestellt. Der staatliche Zuschuss für die Bibliothek soll aufgestockt werden. Heubisch konnte aber zur geplanten Verstaatlichung noch keine Angaben machen.

Das Zukunfts- und Finanzierungs-Konzept wurde von einer Arbeitsgruppe  unter fachlicher Aufsicht von Dr. Rolf Griebel, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek geleitet. Die Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Zukunfts- und Finanzierungskonzeptes für die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg hat neben der Bewertung des Bestandes, einer Analyse der baulichen und informations-technologischen Rahmenbedingungen, des Leistungsprofils, auch eine Prozesskosten-Analyse durchgeführt.

Finanzierung zwischen Freistaat und Stadt Augsburg wird neu verteilt

Eine der Kernempfehlung ist die Absenkung der Betriebskosten sowie die Aufstockung des Zuschusses des Freistaates Bayern. Die Betriebskosten werden auf 850.000 Euro im Jahr heruntergefahren. Der Zuschuss vom Freistaat wird im Rahmen eines Stufenmodells auf 350.000 Euro im Jahr aufgestockt (bis jetzt waren es 19.000 Euro im Jahr). Die restlichen 500.000 Euro müssen von der Stadt Augsburg getragen werden. Alle vier Jahre soll diese Verteilung neu evaluiert werden. 2012 wird der staatliche Zuschuss bereits 55.800 Euro betragen. Der neue Finanzierungs-Anteil ist Teil des Nachtrags-Haushaltes, der noch vom bayerischen Landtag abgesegnet werden muss. 

Stellenstreichungen sind geplant

Im Rahmen der Senkung der Betriebskosten werden auch zwei Stellen bei der Staats- und Stadtbibliothek gestrichen werden müssen. Wie Hermann Weber, Referent für Finanzen, Personal, Controlling, Stiftungen und Wohnen erklärt, wird es keine betriebs-bedingten Entlassungen geben. „Die Stellen werden später nicht mehr besetzt“, so Weber. Zudem könnte es gut sein, das nach dem Anlaufen des neuen Konzeptes, neue Stellen geschafften werden. „Es ist bereits jetzt schwierig, mit der aktuellen Personal-Situation den Betrieb der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg aufrecht zu erhalten“,  meinte Dr. Helmut Gier, Leiter der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg.

Weitere Empfehlungen der Arbeitsgruppe

  • Schärfung des Leistungsprofils: Die Staats- und Stadtbibliothek soll sich auf ihre Aufgaben als eine regional orientierte Forschungs-Bibliothek konzentrieren. Ein großer Anteil des Etats für Neuerwerbungen soll für den Bereich Altbestände genutzt werden.
  • Abschluss eines Kooperations-Vertrages mit der Universität Augsburg: Durch eine Kooperation soll der Anschluss an innovative Entwicklungen, wie Digitalisierung geschafft werden.
  • Modernisierung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg: Die Sichtbarkeit des von ihr verwahrten kulturellen Erbes sowie ihre Wahrnehmung auf nationaler und internationaler Ebene soll gestärkt werden.
  • Schutz der Bestände: Wichtiger Handlungsbedarf besteht bei der Magazinierung der Bestände sowie bei der Schaffung optimaler Konservierungs-Bedingungen (Regulierung der extrem starken Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Schwankungen)
  • Realisierung einer baulichen Neukonzeption: Vorgesehen ist der Ausbau des Dachgeschosses als Magazin sowie ein Anbau. Die Bibliothek soll aber weiterhin in der Schätzlerstraße bleiben.

Augsburg reicht Antrag auf Verstaatlichung ein

Bis jetzt ist die Staats- und Stadtbibliothek noch die einzige bayerische Bibliothek in kommunaler Trägerschaft. Doch dies könnte sich bald ändern. Die Stadt Augsburg hat nämlich einen Antrag auf Verstaatlichung eingereicht. Ob und wann die Bibliothek verstaatlicht werden könnte, konnte Wissenschaftsminister Dr. Heubisch allerdings gestern noch nicht sagen. „Wir werden das genau prüfen müssen. Das ist wie bei einem Hauskauf, wo man schauen muss, was an Altlasten noch da ist“, so Minister Heubisch. Heubisch steht einer Verstaatlichung positiv gegenüber. Doch zunächst muss zwischen der Stadt Augsburg und dem Freistaat verhandelt werden.

Kein Geld im Augsburger Haushalt für die Maßnahmen

Aus fachlicher Sicht wäre eine Verstaatlichung wünschenswert, zumal die Finanzierung der Maßnahmen im Augsburger Haushalt auch im nächsten Jahr nicht vorgesehen ist. Die Bürgerinitiative „Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V.“ fordert auf Rücksicht der dringenden Konservierung einiger Werke keinen Stillstand bei der Finanzierung. „Was finanziert werden kann, soll sofort finanziert werden“, fordert Dr. Helmut Zäh, erster Vorsitzender der „Initiative Staats- und Stadtbibliothek e.V.“. Im Leistungsvergleich steht die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg noch hinter anderen Bibliotheken wie Bamberg, Regensburg oder Coburg.

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Das Zukunfts- und Finanzierungs-Konzept wurde von einer Arbeitsgruppe  unter fachlicher Aufsicht von Dr. Rolf Griebel, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek geleitet. Die Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Zukunfts- und Finanzierungskonzeptes für die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg hat neben der Bewertung des Bestandes, einer Analyse der baulichen und informations-technologischen Rahmenbedingungen, des Leistungsprofils, auch eine Prozesskosten-Analyse durchgeführt.

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  • Schutz der Bestände: Wichtiger Handlungsbedarf besteht bei der Magazinierung der Bestände sowie bei der Schaffung optimaler Konservierungs-Bedingungen (Regulierung der extrem starken Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Schwankungen)
  • Realisierung einer baulichen Neukonzeption: Vorgesehen ist der Ausbau des Dachgeschosses als Magazin sowie ein Anbau. Die Bibliothek soll aber weiterhin in der Schätzlerstraße bleiben.

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Bis jetzt ist die Staats- und Stadtbibliothek noch die einzige bayerische Bibliothek in kommunaler Trägerschaft. Doch dies könnte sich bald ändern. Die Stadt Augsburg hat nämlich einen Antrag auf Verstaatlichung eingereicht. Ob und wann die Bibliothek verstaatlicht werden könnte, konnte Wissenschaftsminister Dr. Heubisch allerdings gestern noch nicht sagen. „Wir werden das genau prüfen müssen. Das ist wie bei einem Hauskauf, wo man schauen muss, was an Altlasten noch da ist“, so Minister Heubisch. Heubisch steht einer Verstaatlichung positiv gegenüber. Doch zunächst muss zwischen der Stadt Augsburg und dem Freistaat verhandelt werden.

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