Augsburgs neue Oberbürgermeisterin

Eva Weber: Der Wirtschaftsstandort muss sich immer weiter entwickeln

Am 1. Mai startet Eva Weber als neue Oberbürgermeisterin von Augsburg offiziell ins Amt. Im Interview verrät sie, wie sie Augsburg wettbewerbsfähig halten will und wie viel Wirtschaft in einer schwarz-grünen Koalition Platz findet.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was planen Sie für Augsburgs Wirtschaft als Oberbürgermeisterin zu tun? Welche Themen stehen dabei besonders im Fokus? Und haben sich die Themen durch Ihre neue Position verändert?

Eva Weber: Auch als Oberbürgermeisterin wird mir die Wirtschaft besonders am Herzen liegen, denn von einer gesunden, breit aufgestellten Unternehmenslandschaft und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen profitiert die ganze Stadt. Oberste Priorität hat jetzt natürlich erstmal die Bewältigung der Corona-Krise. Dann schauen wir weiter nach vorne. Der Wirtschaftsstandort muss sich immer weiterentwickeln, damit er wettbewerbsfähig bleibt. Wir dürfen uns nicht vor Megatrends, Innovationen und Zukunftstechnologien verschließen. Ich möchte daher auch weiterhin meinen Fokus auf neue Kompetenzfelder legen und die entsprechend passenden Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung schaffen.  

„Made in Augsburg“ soll ein Label für einen hochinnovativen, mittelstandsgebundenen Technologie- und Produktionsstandort der Zukunft werden. Was muss noch passieren, damit wir genau da hinkommen?

Augsburg ist schon jetzt ein Produktions- und Technologiestandort, über 99 Prozent aller Unternehmen sind klein- und mittelständische Unternehmen. Es geht nun darum, weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben und dafür brauchen wir Innovationen. Das Ziel ist es daher, einen höheren Bildungsgrad in Augsburg zu erreichen, damit mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen können. Gleichzeitig müssen wir in Hinblick auf Industrie 4.0 und Digitalisierung die nötige Infrastruktur bereitstellen und unsere bestehenden Kompetenzfelder sukzessive um neue Megathemen ergänzen.  

Augsburg profitiert außerdem schon jetzt von der guten Netzwerkarbeit. Daher muss auch die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik weiter vorangetrieben werden. Auch für die Vernetzung zwischen Mittelstand und Großunternehmen sowie zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen wird es weitere Ansätze geben.

In Ihrem Wahlprogramm stand unter anderem, dass Sie sich für „mehr Mittelstand“ einsetzen möchten. Wie genau wollen Sie das umsetzen?

In meinem Wahlprogramm habe ich viele Vorschläge für die Stärkung des Mittelstands aufgeführt. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung von „Future Skills“, die Sichtbarmachung der Kultur- und Kreativwirtschaft, das Einbringen von Künstlicher Intelligenz und digitalisierten Verfahren in die Produktion mit einem gleichzeitigen Abbau von Vorbehalten gegenüber der Digitalisierung und noch vieles mehr. Welche konkreten Maßnahmen zukünftig umgesetzt werden können, muss jedoch der neue Stadtrat entscheiden und hängt auch von der Entwicklung der städtischen Finanzen aufgrund der Corona-Krise ab. 

Was sich für die Unternehmen allerdings nicht verändert, ist die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg, die weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung, Beratung und Vernetzung unserer Unternehmen leistet und je nach wirtschaftlicher Entwicklung auch neue Themen setzt.

Sie starten in einer besonders schweren Zeit in Ihr Bürgermeisteramt. Jetzt ist eher die Krisenmanagerin als die Vordenkerin gefragt. Wie bringen Sie das unter einen Hut: Zukunftsfest aufstellen und die Krise meistern? 

Das eine schließt in diesem Fall das andere nicht aus. Auch die Bewältigung der Krise erfordert ein gutes Vordenken der nächsten Schritte. Glücklicherweise bin ich hier auch nicht ganz auf mich alleine gestellt. Die Corona-Krise meistere ich gemeinsam mit einem hervorragenden Team aus der Stadtverwaltung und vielen weitere Beteiligten. Gleichzeitig sind wir auch mit anderen Städten und natürlich dem Freistaat Bayern gut vernetzt. Und die Schwerpunkte zur Weiterentwicklung der Stadt setze ich ja auch nicht alleine, das machen wir gemeinsam im Stadtrat. Auch hier bin ich mir sicher, dass wir zusammen viel erreichen können und parteiübergreifend das Ziel verfolgen, die Stadt nach vorne zu bringen und für eine möglichst hohe Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu sorgen.

Was ist Ihre Prognose: Wie wird Augsburg aus der Krise kommen?

Diese Frage ist leider nicht so leicht zu beantworten. Bisher kann noch niemand sagen, wie lange und in welcher Form die Corona-Krise noch andauern wird und welche Auswirkungen sie für uns als Gesellschaft, Staat und Kommune haben wird. Ich kann auch verstehen, wenn man als Privatperson oder Arbeitgeber gefrustet oder sogar verzweifelt ist, weil niemand genau sagen kann, wann wieder Normalität einkehren wird. Ich habe auch hohes Vertrauen in Bund, Freistaat und die Strukturen der Stadtverwaltung, dass wir trotz aller Schwierigkeiten die Krise gemeinsam gut überstehen werden. Wir müssen weiterhin zusammenhalten, uns gegenseitig unterstützen und dürfen keinesfalls den Mut verlieren.

Zur Überraschung mancher setzt sich der Stadtrat nun aus einer schwarz-grünen Mehrheit zusammen. Wie wirtschaftsfreundlich wird dieser Stadtrat sein? 

Hier lohnt ein Blick in den Koalitionsvertrag. Als CSU konnten wir unser gesamtes wirtschaftspolitisches Programm in der gemeinsamen Vereinbarung mit Bündnis 90/Die Grünen einbringen. Dies zeigt, dass das Bündnis von dem gemeinsamen Willen getragen ist, unsere Unternehmen zu unterstützen und den Wirtschaftsstandort innovativ und mit dem Blick nach vorne aufzustellen.

Sie sind die erste Frau an der Spitze  in der Geschichte von Augsburg. Immerhin seit nach 2035 Jahren. Was bedeutet Ihnen das?

Ich bin wirklich sehr dankbar für das mir entgegengebrachte Vertrauen und noch immer unglaublich glücklich, aber auch demütig über den Ausgang der Wahl. Natürlich ist es für mich etwas Besonderes, die erste Frau in diesem Amt zu sein. Als Wirtschafts- und Finanzreferentin und Zweite Bürgermeisterin habe ich in den letzten Jahren hart gearbeitet und bin davon überzeugt, dass ich die Wähler durch die von mir gesetzten Themen im Wahlkampf, vor allem aber durch meine Kompetenz und Erfahrung für mich gewinnen konnte. 

Auf was freuen Sie sich besonders als neue Oberbürgermeisterin von Augsburg?

Ich freue mich besonders darauf, wenn wir gemeinsam die Corona-Krise gemeistert haben und dann Schritt für Schritt unsere Ideen für eine „Stadt der Chancen“ in die Tat umgesetzt werden. Wenn man eine ganze Stadt zum Positiven weiterentwickeln kann und miterlebt, wie aus Visionen Realität wird, dann erfüllt einen das nicht nur mit Stolz, sondern gibt auch die Möglichkeit und die Kraft, viele neue Impulse zu setzen. 

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Augsburgs neue Oberbürgermeisterin

Eva Weber: Der Wirtschaftsstandort muss sich immer weiter entwickeln

Am 1. Mai startet Eva Weber als neue Oberbürgermeisterin von Augsburg offiziell ins Amt. Im Interview verrät sie, wie sie Augsburg wettbewerbsfähig halten will und wie viel Wirtschaft in einer schwarz-grünen Koalition Platz findet.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was planen Sie für Augsburgs Wirtschaft als Oberbürgermeisterin zu tun? Welche Themen stehen dabei besonders im Fokus? Und haben sich die Themen durch Ihre neue Position verändert?

Eva Weber: Auch als Oberbürgermeisterin wird mir die Wirtschaft besonders am Herzen liegen, denn von einer gesunden, breit aufgestellten Unternehmenslandschaft und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen profitiert die ganze Stadt. Oberste Priorität hat jetzt natürlich erstmal die Bewältigung der Corona-Krise. Dann schauen wir weiter nach vorne. Der Wirtschaftsstandort muss sich immer weiterentwickeln, damit er wettbewerbsfähig bleibt. Wir dürfen uns nicht vor Megatrends, Innovationen und Zukunftstechnologien verschließen. Ich möchte daher auch weiterhin meinen Fokus auf neue Kompetenzfelder legen und die entsprechend passenden Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung schaffen.  

„Made in Augsburg“ soll ein Label für einen hochinnovativen, mittelstandsgebundenen Technologie- und Produktionsstandort der Zukunft werden. Was muss noch passieren, damit wir genau da hinkommen?

Augsburg ist schon jetzt ein Produktions- und Technologiestandort, über 99 Prozent aller Unternehmen sind klein- und mittelständische Unternehmen. Es geht nun darum, weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben und dafür brauchen wir Innovationen. Das Ziel ist es daher, einen höheren Bildungsgrad in Augsburg zu erreichen, damit mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen können. Gleichzeitig müssen wir in Hinblick auf Industrie 4.0 und Digitalisierung die nötige Infrastruktur bereitstellen und unsere bestehenden Kompetenzfelder sukzessive um neue Megathemen ergänzen.  

Augsburg profitiert außerdem schon jetzt von der guten Netzwerkarbeit. Daher muss auch die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik weiter vorangetrieben werden. Auch für die Vernetzung zwischen Mittelstand und Großunternehmen sowie zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen wird es weitere Ansätze geben.

In Ihrem Wahlprogramm stand unter anderem, dass Sie sich für „mehr Mittelstand“ einsetzen möchten. Wie genau wollen Sie das umsetzen?

In meinem Wahlprogramm habe ich viele Vorschläge für die Stärkung des Mittelstands aufgeführt. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung von „Future Skills“, die Sichtbarmachung der Kultur- und Kreativwirtschaft, das Einbringen von Künstlicher Intelligenz und digitalisierten Verfahren in die Produktion mit einem gleichzeitigen Abbau von Vorbehalten gegenüber der Digitalisierung und noch vieles mehr. Welche konkreten Maßnahmen zukünftig umgesetzt werden können, muss jedoch der neue Stadtrat entscheiden und hängt auch von der Entwicklung der städtischen Finanzen aufgrund der Corona-Krise ab. 

Was sich für die Unternehmen allerdings nicht verändert, ist die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg, die weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung, Beratung und Vernetzung unserer Unternehmen leistet und je nach wirtschaftlicher Entwicklung auch neue Themen setzt.

Sie starten in einer besonders schweren Zeit in Ihr Bürgermeisteramt. Jetzt ist eher die Krisenmanagerin als die Vordenkerin gefragt. Wie bringen Sie das unter einen Hut: Zukunftsfest aufstellen und die Krise meistern? 

Das eine schließt in diesem Fall das andere nicht aus. Auch die Bewältigung der Krise erfordert ein gutes Vordenken der nächsten Schritte. Glücklicherweise bin ich hier auch nicht ganz auf mich alleine gestellt. Die Corona-Krise meistere ich gemeinsam mit einem hervorragenden Team aus der Stadtverwaltung und vielen weitere Beteiligten. Gleichzeitig sind wir auch mit anderen Städten und natürlich dem Freistaat Bayern gut vernetzt. Und die Schwerpunkte zur Weiterentwicklung der Stadt setze ich ja auch nicht alleine, das machen wir gemeinsam im Stadtrat. Auch hier bin ich mir sicher, dass wir zusammen viel erreichen können und parteiübergreifend das Ziel verfolgen, die Stadt nach vorne zu bringen und für eine möglichst hohe Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu sorgen.

Was ist Ihre Prognose: Wie wird Augsburg aus der Krise kommen?

Diese Frage ist leider nicht so leicht zu beantworten. Bisher kann noch niemand sagen, wie lange und in welcher Form die Corona-Krise noch andauern wird und welche Auswirkungen sie für uns als Gesellschaft, Staat und Kommune haben wird. Ich kann auch verstehen, wenn man als Privatperson oder Arbeitgeber gefrustet oder sogar verzweifelt ist, weil niemand genau sagen kann, wann wieder Normalität einkehren wird. Ich habe auch hohes Vertrauen in Bund, Freistaat und die Strukturen der Stadtverwaltung, dass wir trotz aller Schwierigkeiten die Krise gemeinsam gut überstehen werden. Wir müssen weiterhin zusammenhalten, uns gegenseitig unterstützen und dürfen keinesfalls den Mut verlieren.

Zur Überraschung mancher setzt sich der Stadtrat nun aus einer schwarz-grünen Mehrheit zusammen. Wie wirtschaftsfreundlich wird dieser Stadtrat sein? 

Hier lohnt ein Blick in den Koalitionsvertrag. Als CSU konnten wir unser gesamtes wirtschaftspolitisches Programm in der gemeinsamen Vereinbarung mit Bündnis 90/Die Grünen einbringen. Dies zeigt, dass das Bündnis von dem gemeinsamen Willen getragen ist, unsere Unternehmen zu unterstützen und den Wirtschaftsstandort innovativ und mit dem Blick nach vorne aufzustellen.

Sie sind die erste Frau an der Spitze  in der Geschichte von Augsburg. Immerhin seit nach 2035 Jahren. Was bedeutet Ihnen das?

Ich bin wirklich sehr dankbar für das mir entgegengebrachte Vertrauen und noch immer unglaublich glücklich, aber auch demütig über den Ausgang der Wahl. Natürlich ist es für mich etwas Besonderes, die erste Frau in diesem Amt zu sein. Als Wirtschafts- und Finanzreferentin und Zweite Bürgermeisterin habe ich in den letzten Jahren hart gearbeitet und bin davon überzeugt, dass ich die Wähler durch die von mir gesetzten Themen im Wahlkampf, vor allem aber durch meine Kompetenz und Erfahrung für mich gewinnen konnte. 

Auf was freuen Sie sich besonders als neue Oberbürgermeisterin von Augsburg?

Ich freue mich besonders darauf, wenn wir gemeinsam die Corona-Krise gemeistert haben und dann Schritt für Schritt unsere Ideen für eine „Stadt der Chancen“ in die Tat umgesetzt werden. Wenn man eine ganze Stadt zum Positiven weiterentwickeln kann und miterlebt, wie aus Visionen Realität wird, dann erfüllt einen das nicht nur mit Stolz, sondern gibt auch die Möglichkeit und die Kraft, viele neue Impulse zu setzen. 

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