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ESA-Mission bringt Augsburger Universitätsforschung ins All
Europäische Weltraumorganisation

ESA-Mission bringt Augsburger Universitätsforschung ins All

Prof. Dr. Michael Bittner und PD Dr. Sabine Wüst vor einem Modell des Satelliten. Er trägt die Messinstrumente des Projekts Sova
Prof. Dr. Michael Bittner und PD Dr. Sabine Wüst vor einem Modell des Satelliten. Er trägt die Messinstrumente des Projekts Sova-S. Foto: Universität Augsburg

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat die Satellitenmission Sova-S ausgewählt. Die Universität Augsburg übernimmt gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die wissenschaftliche Leitung. Der Start der Mission ist für 2030 geplant.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat die Satellitenmission Sova-S zur Umsetzung ausgewählt. Ziel der Mission ist es, ab 2030 die obere Atmosphäre mit einer speziellen Infrarotkamera zu untersuchen.

Die wissenschaftliche Leitung übernehmen Prof. Dr. Michael Bittner und Dr. Sabine Wüst von der Universität Augsburg. Beide arbeiten zudem am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Gemeinsam verantworten sie die wissenschaftlichen Ziele der Mission, das Messkonzept und die Auswertung der Daten.

Projekterfolg als wissenschaftliche Chance

Die Universität Augsburg war mit ihrer Professur für Atmosphärenfernerkundung an der wissenschaftlichen Konzeption der Mission beteiligt. Die Gesamtprojektleitung liegt bei einem Industriekonsortium unter Führung von OHB CzechSpace. Michael Bittner bewertet diesen Erfolg als große wissenschaftliche Chance. „Viele Jahre vorbereitender Forschung an der Universität Augsburg und am DLR fließen damit in eine europäische Satellitenmission ein, die uns helfen wird, Prozesse in der oberen Atmosphäre deutlich besser zu verstehen“, so Bittner.

Universität Augsburg entwickelt wissenschaftliche Grundlagen

Die wissenschaftlichen Ziele der Mission wurden von den Forschenden der Universität Augsburg entwickelt. Sie formulierten auch die fachlichen Anforderungen an die Messungen. Unterstützt werden sie von einer internationalen Science Advisory Group unter der Leitung von Prof. Dr. Christian von Savigny von der Universität Greifswald. Auch Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten an der Universität Augsburg haben in den vergangenen Jahren zur Vorbereitung der Mission beigetragen.

Mission untersucht Schwerewellen in der Atmosphäre

Sova-S steht für „Satellite Observation of Waves in the Atmosphere – Scout“. Die Mission soll sogenannte atmosphärische Schwerewellen in rund 90 Kilometern Höhe beobachten. Diese Strömungen beeinflussen Klimaprozesse sowie die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Weltraum. Bisher fehlen dafür jedoch globale Messdaten.

„Diese wellenartigen Strömungen spielen eine wichtige Rolle für Klimaprozesse und die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Weltraum“, erklärt Sabine Wüst. „In Modellen sind sie bislang aber nur unzureichend erfasst, weil globale Beobachtungsdaten fehlen.“ An Bord des Satelliten kommt eine hochauflösende Infrarotkamera zum Einsatz. Sie misst das natürliche Luftleuchten der Atmosphäre, das sogenannte Airglow. Veränderungen dieses Leuchtens machen Schwerewellen sichtbar und liefern Informationen über ihre Stärke, Ausbreitungsrichtung und Wellenlänge.

Messungen auf der Zugspitze liefern wichtige Grundlage

Eine wichtige Grundlage für das Missionskonzept sind Airglowmessungen an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze. Diese Messungen führen die Universität Augsburg und das DLR seit vielen Jahren gemeinsam durch.

Nach dem geplanten Start im Jahr 2030 soll der Satellit zwei bis fünf Jahre lang Daten aus einem erdnahen Orbit liefern. Die Messungen auf der Zugspitze sollen anschließend genutzt werden, um die Satellitendaten zu überprüfen. „Geplant ist hier auch die Koordination eines weltweiten bodengebundenen Messnetzes zur begleitenden Validierung“, fügt Wüst an.

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