
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Seit die Bagger in der Augsburger Innenstadt ihr Unwesen treiben, zieht es weniger Menschen in die Fußgängerzone. Kein Wunder – zwar ist das Ziel der Umgestaltung eine attraktivere City, doch bis es so weit ist, müssen noch viele Flüster-Pflastersteine verlegt werden. Der ruhige Cappuccino in der Morgensonne oder der nachmittägliche Spritz im Straßencafé ist daher für viele Besucher der Innenstadt zur Zeit an vielen Stellen nicht möglich, zu laut ist der Baulärm, zu schmutzig das Baustellen-Ambiente.
Baulärm zum Cappuccino bei Kunden nicht beliebt
„Seit dem Umbau sind eindeutig weniger Menschen in der Augsburger Innenstadt unterwegs – das ist aber auch kein Wunder“, berichtet „Lavazza Cafe“-Inhaber Walter Sager. Auch Michele Agus, Betreiber des „Il Vicolo“ im – derzeit mal mehr, mal weniger – charmanten Mettlochgässchen, muss einen Rückgang bei der Laufkundschaft seines Tagescafés feststellen. „Die Stammkundschaft ist größtenteils geblieben. Viel Laufkundschaft geht aber woanders hin“, so Agus. Der Schmutz und der Lärm hielten viele Kunden von einem Besuch im Straßencafé ab. „Wer den ganzen Tag arbeitet, will die zehn Minuten bei mir einfach nur genießen. Mit den Baustellen geht das aber nicht“, weiß der Inhaber des Il Vicolo. Außerdem sei der Durchgang durch die Gasse nicht immer gewährt. Dabei sei es gerade die Durchlauf-Kundschaft, die das Il Vicolo brauche.
Henry’s Coffee bisher noch nicht betroffen
Ganz andere Töne lässt hingegen das „Henry’s Coffee“ am Augsburger Rathausplatz verlauten. „Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben, auch trotz des schlechten Wetters“, verrät Tomas Batthyanyi, Betriebsleiter des Cafés. Allerdings war der Außenbereich des Henry’s bisher kaum von den Umbauarbeiten betroffen. Für das kommende Jahr zeigt sich Batthyanyi daher vorsichtig. Dann steht nämlich die Pflasterung der Philippine-Welser-Straße an. „Ich befürchte das Schlimmste“, sagt der Gastronom.
Geschäft von Erholung noch weit entfernt
Im Lavazza Cafe hat man das Gröbste an Baustellen-Belastung zwar hinter sich, durch die Umbau-Arbeiten im vergangenen Jahr seien in seinem Café teilweise bis zu 80 Prozent der Kundschaft weggebrochen, berichtet der Inhaber Walter Sager. Seither habe sich das Geschäft nicht erholt, ganz im Gegenteil. „Davon sind wir noch weit entfernt“, so der Gastronom. Grundsätzlich gefalle ihm die Neugestaltung der Innenstadt sehr gut – dennoch: „Der Umbau hätte schon viel früher gemacht gehört“, so Sager. Seit zehn Jahren betreibe er das Lavazza Cafe in der Augsburger Annastraße und beobachte ein kontinuierliches Weniger-Werden der Besucher-Frequenz in der City. „Seitdem sich die City Galerie etabliert hat, wird das Publikum stetig weniger. Die Zukunft sehe ich im E-Commerce“, lautet die Einschätzung Sagers.
Abendpläne für die Sommermonate im Cafe Lavazza
Trotz all des Schlechtwetters bleibt der Lavazza-Betreiber Sager am Ball – für die warmen Sommermonate plant er, sein Tagesgeschäft an den Wochenend-Tagen Donnerstag, Freitag und Samstag in die Abendstunden auszuweiten. Gastro-Leiter Christian Essigkrug fügt an: „Wir versuchen, uns über Wasser zu halten.“ Die Konzession für das Abendgeschäft sei im Cafe Lavazza bereits vorhanden. Für die genaue Gestaltung der geöffneten Abende gebe es auch schon erste Ideen. „Bis der Sommer richtig da ist, kann es allerdings Ende Juni werden“, fügt Essigkrug an.
„Baustelle oder nicht Baustelle, der Espresso muss stimmen.“
Auch Michele Agus beobachtet einen Rückgang bei den Besuchern der Augsburger Innenstadt. „Bei den Baustellen links und rechts möchte doch niemand gerne her kommen“, lautet seine Einschätzung. Das Ergebnis der Umgestaltung gefalle Agus zwar: „Das Mettlochgässchen wirkt jetzt breiter und gepflegter.“ Bisher hätten ihn die Umbauarbeiten jedoch viel Kraft und Nerven gekostet. Dennoch fahre er seine Linie stringent weiter und lege großen Wert auf Qualität. „Baustelle oder nicht Baustelle, der Espresso muss stimmen.“ Das schlechte Wetter ist für Agus Glück im Unglück – denn bei den bisher frostigen Frühlingstemperaturen wären ihm die Gäste sowieso ausgeblieben.