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„Die Folgen sind extrem und es ist ein langer Leidensweg. Es verändert das ganze Leben“, sagt Biggi Welter. Vor 19 Jahren, mit Anfang 40, war Welter an Brustkrebs erkrankt. Noch heute spürt sie die Auswirkungen der Erkrankung und der Therapieverfahren. So braucht Welter etwa dreimal pro Woche Lymphdrainage, weil ihr damals die Lymphknoten entfernt wurden. Spontan in den Urlaub fahren? Geht nicht. „Höchstens in einen Rentnerort, wo es auch Angebote für Lymphdrainage gibt.“
Heute engagiert sie sich in der bundesweit aktiven Patientinnen-Initiative mamazone e.V., sitzt im Vorstand. mamazone hat Welter bei ihrer eigenen Krebserkrankung viel geholfen. Emotional und medizinisch durch Aufklärung und Information. „Dadurch, dass ich mich engagiere, kann ich so viel zurückgeben. Aber die Angst ist immer da“, sagt Welter.
Um erkrankten Frauen einen Teil ihrer Angst zu nehmen, greifen derzeit wieder viele Augsburgerinnen zu Stricknadeln und Wolle. Das Ziel: „Umarmungstücher“ für Brustkrebspatientinnen. Die Idee zu dem Umarmungstuch hatte Welter vor einigen Jahren. „Mir wurde so liebevoll geholfen von anderen Frauen, und jetzt verschenken wir eine Umarmung mit dem Tuch, um den Frauen zu zeigen: Ihr seid nicht allein!“
Mehrere hundert Tücher hat mamazone inzwischen schon verteilt. Für Welter bringen die Umarmungstücher Menschen zusammen. „Wenn jemand weiß, es sitzen 25 Frauen da, die ihre Gebete und guten Wünsche reinstricken – das hilft“, sagt Welter. Oft fehlten gerade Angehörigen von Betroffenen die Worte. „Doch wenn man einer Freundin so ein Tuch strickt, sagt man damit: Hier ist meine Zeit, hier ist meine Liebe.“
Jedes Umarmungstuch besteht aus 25 kleinen Dreiecken. Wer mitmachen will, kann so viele Dreiecke stricken, wie er will. Die gestrickten Stücke schicken die Strickerinnen dann per DHL an mamazone in Augsburg. Die Patientinnen-Initiative näht die Teile dann zusammen. Verwendet wird die Wolle Lana Grossa Cool Wool in Rosa (Fb. 452) und Cool Wool Mélange in Rot (Fb. 1405). Ein Knäuel reicht dabei für drei Dreiecke.
Aktiv unterstützt wird die Aktion in diesem Jahr von Dr. Grandel aus Augsburg. 33 Mitarbeiterinnen von Grandel haben angefangen, für die Umarmungstücher zu stricken. Die Geschäftsführerin Ariane Grandel ist stolz auf das Engagement ihrer Mitarbeiterinnen. „Brustkrebs geht uns alle etwas an“, sagt sie. Auch in ihrer Familie und ihrem Bekanntenkreis erkrankten immer wieder Frauen an Brustkrebs. Statistisch bekommt jede achte Frau Brustkrebs, quer durch alle Altersklassen. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns unterhaken und unterstützen.“ Zusätzlich hat das Unternehmen 5.000 Euro an die Patientinnen-Initiative mamazone gespendet.
„Mit solchen Aktionen schärfen wir das Bewusstsein. Für die Vorsorge und dass es fachliche Ansprechpartner wie mamazone gibt“, sagt Grandel. Und gerade die Vorsorge sollte keine Frau vernachlässigen. Zwar gilt Brustkrebs inzwischen als die am besten heilbare Krebserkrankung. Grandel und Welter sind sich einig: Keine Frau sollte diese Krankheit und die Vorsorge auf die leichte Schulter nehmen. „Dass Frauen ihre Brust abtasten, ist grundlegend“, sagt Welter. Zwar sei die Brust immer knotig. „Aber wenn man seine Brust kennt, spürt man es, wenn etwas anders ist als sonst.“