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Augsburg startet erstes Abwärme-Netzwerk in Deutschland
Industrielle Abwärme

Augsburg startet erstes Abwärme-Netzwerk in Deutschland

Rund eine Milliarde Euro investieren die Stadtwerke Augsburg bis 2040 in den Fernwärmeausbau. Mit dem ersten Abwärme-Netzwerk so
Rund eine Milliarde Euro investieren die Stadtwerke Augsburg bis 2040 in den Fernwärmeausbau. Mit dem ersten Abwärme-Netzwerk soll industrielle Abwärme für die Fern- und Nahwärme genutzt werden. Foto: swa / Thomas Hosemann

In Augsburg haben die Stadtwerke und mehrere Unternehmen ein bundesweit erstes Abwärme-Netzwerk gegründet. Ziel ist es, industrielle Abwärme systematisch für die Fernwärmeversorgung zu nutzen und damit einen Beitrag zur klimaneutralen Wärmeversorgung zu leisten.

Industrielle Abwärme gilt zunehmend als bislang ungenutzte Ressource der Energiewende. In Augsburg wollen die Stadtwerke Augsburg (swa) dieses Potenzial nun gezielt erschließen. Gemeinsam mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der Stadt wurde das erste Abwärme-Netzwerk in Deutschland ins Leben gerufen. Es soll industrielle Wärmeüberschüsse für die Fernwärme nutzbar machen und zugleich die kommunale Wärmeplanung unterstützen.

Netzwerk bündelt Wirtschaft, Energieversorger und Kommune

Am neu gegründeten Abwärme-Netzwerk beteiligen sich zunächst zehn Unternehmen, darunter Industrie- und Großverbraucher wie Rolls-Royce, KUKA und das Universitätsklinikum Augsburg. Neben den swa sind die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE), Bayern Innovativ mit dem Projekt BEEN-i, AwaNetz sowie die Stadt Augsburg eingebunden. Ziel soll es sein, Unternehmen, Netzbetreiber und Kommune frühzeitig zusammenzubringen und Abwärmepotenziale systematisch zu erfassen. Die bei industriellen Prozessen entstehende Wärme soll künftig nicht mehr ungenutzt bleiben, sondern in Fernwärmenetze oder quartiersbezogene Lösungen eingespeist werden. Damit kann sie zur Beheizung von Wohnungen, Büros oder öffentlichen Einrichtungen beitragen.

Abwärme als Baustein der Wärmewende

„Industrielle Abwärme ist ein Schlüssel zur Dekarbonisierung unserer Wärmenetze“, sagt Frank Kaminke, Leiter Fernwärmevertrieb bei den Stadtwerken Augsburg. „Denn täglich verpufft in Industrieanlagen Energie, mit der ganze Quartiere beheizt werden können.“

Derzeit stammen rund 20 Prozent der Augsburger Fernwärme aus Abwärme, die überwiegend aus der Abfallverwertungsanlage eingespeist wird. Bis 2040 soll dieser Anteil deutlich steigen. Nach den Planungen der swa soll Abwärme dann rund 35 Prozent der Fernwärme ausmachen, was einer Energiemenge von etwa 380 Megawattstunden entspricht.

Investitionen in den Ausbau der Fernwärme

Parallel zum Aufbau des Netzwerks investieren die Stadtwerke Augsburg bis 2040 rund eine Milliarde Euro in den Ausbau der Fern- und Nahwärmenetze. Ziel ist es, künftig zwischen 60 und 70 Prozent des Wärmebedarfs in Augsburg über diese Netze mit erneuerbaren Energien und Abwärme zu decken. Der Energiebedarf der Fernwärmeversorgung wird sich dabei nahezu verdoppeln und von derzeit 570 auf rund 1.100 Megawattstunden steigen. Neben zentralen Anlagen wie dem Biomasseheizkraftwerk setzen die swa zunehmend auf dezentrale Lösungen. Dazu zählen Großwärmepumpen sowie die systematische Nutzung unvermeidbarer industrieller Abwärme, die in bestehende Netze integriert werden soll.

Rolle der Forschung und praktische Umsetzung

Initiiert wurde das Abwärme-Netzwerk von der FfE, die das Projekt fachlich begleitet und organisiert. Regelmäßige Workshops bringen die beteiligten Akteure zusammen und kombinieren Fachvorträge mit Betriebsbegehungen. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Umsetzungsschritte, von der Analyse des Abwärmepotenzials über technische Prüfungen bis hin zur Integration in Fernwärmeleitungen oder lokale Quartierslösungen.

Die frühzeitige Einbindung dieser Potenziale in die kommunale Wärmeplanung soll allen Beteiligten Planungssicherheit geben und die Zielerreichung erleichtern. „Dem Netzwerk können und sollen sich gerne weitere Unternehmen anschließen und sich bei den swa melden“, appelliert Frank Kaminke.

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