Unternehmer der Zukunft

HWK Schwaben ehrt 500 neue Meister in der bigBOX Kempten

Auf der diesjährigen Meisterfeier der HWK Schwaben. Foto: Fred Schöllhorn
Über 1.000 Gäste kamen in der bigBOX in Kempten zusammen, um die 500 frischgebackenen Meister des Jahres 2017 im schwäbischen Handwerk zu feiern. Diese Gelegenheit nutzte Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben, um für Selbstständigkeit im Handwerk zu werben.

„Sie haben hart dafür gearbeitet, diesen stolzen Titel tragen zu dürfen. Bis zu Ihren Prüfungen hatten Sie ein festes Ziel vor Augen – jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es weitergeht. Denn als absolute Spitzenkräfte des Handwerks haben Sie nun viele Möglichkeiten, Ihren weiteren Karriereweg ganz nach Ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten“, so Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben

 

14 Jahresbestmeister gesondert geehrt

 

Mit dem Meisterbrief, so Rauch weiter, könnten die Jungmeister nun Führungspositionen übernehmen, als Betriebsleiter oder Ausbilder tätig werden und auch ein eigenes Unternehmen gründen und führen. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben (HWK), gratulierte den 500 jungen Handwerkers-Meistern, die ihre Meisterbriefe in Empfang nehmen konnten. Den 14 Jahresbestmeistern widerfuhr eine besondere Ehre. Ihnen gratulierte der beste deutsche Skispringer der letzten Jahre, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger, Severin Freund.

 

Digitalisierung bringt neue Herausforderungen für Handwerker

 

Rauch ermunterte die jungen Meister, sich nun neuen Herausforderungen zu stellen. „Die Digitalisierung der Gesellschaft und der Wirtschaft wird zu weitreichenden Veränderungen in unserer Lebens- und Arbeitswelt führen. Lassen Sie sich darauf ein und verstehen Sie diese Entwicklung als Chance.“ An mehreren Beispielen zeigte der Präsident die Vorteile für das Handwerk auf. Neben einer schnellen Kommunikation innerhalb einzelner Gewerke, die zum Beispiel am Bau zusammenarbeiten, werden künftig auch Prozesse in den Unternehmen, aber auch im Kontakt mit Lieferanten und weiteren Partnern auf digitalem Weg erfolgen. Dazu müsse allerdings auch die Infrastruktur passen.

 

Hans-Peter Rauch appelliert an Politik

 

Hier übte Rauch scharfe Kritik: „Der vielfach umjubelte Deutschlandausbau mit schnellem Internet entpuppt sich in einigen Regionen als Mogelpackung, wenn es am Ortsrand und auf dem flachen Land nicht so funktioniert, wie es angekündigt wurde.“ Hier müsse so schnell wie möglich nachgebessert werden, appelliert Rauch an die Politik. So forderte der Präsident die anwesenden Abgeordneten aus Bund, Europa und Land auf, die gegebenen Wahlversprechen einzuhalten. Er nannte dabei die Stärkung des Meisterbriefs, den Ausbau des Meisterbonus, die längst überfällige Steuerreform sowie die Gleichwertigkeit gewerblicher und akademischer Bildung. Weiterhin setzte sich der Kammerpräsident für eine Stärkung des Unternehmertums ein.

 

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