Bürgerentscheid am Riedberger Horn

Bürgerentscheid am Riedberger Horn: Ergebnis fiel deutlich aus

Im Aufstieg zum Riedberger Horn. Foto: Erich Keppler / pixelio.de

Am gestrigen Sonntag, den 18. September 2016, haben die Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang über die Skigebietsverbindung am Riedberger Horn abgestimmt.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

32 Prozent der der Wähler von Obermaiselstein, sowie 15 Prozent aus Balderschwang haben sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Damit stimmte eine Mehrheit von 68 beziehungsweise 85 Prozent für das Projekt. Die Natur- und Umweltschutzverbände drückten diesbezüglich ihr Bedauern aus. Wirklich entschieden, wie es weitergeht, ist jedoch noch immer nichts.

Alpenplan besteht weiterhin

Denn jetzt ist die Bayerische Staatsregierung am Zug. Diese muss das Abstimmungs-Ergebnis nun mit bayerischem, nationalem und europäischem Recht in Einklang bringen. Das steht den Erschließungsplänen am Riedberger Horn allerdings entgegen. Der geltende Alpenplan untersagt nach wie vor eine Bebauung der Schutzzone C. Der Deutsche Alpenverein geht daher davon aus, dass spätestens vor Gericht das Projekt kippt. Der Alpenplan beschreibt seit 1972, wo in den Bayerischen Alpen gebaut werden darf und wo nicht. Anders als in den Entwicklungszonen A und B ist jede technische Erschließung außerhalb notwendigster Maßnahmen in Zone C generell untersagt.

Seehofer will Schutzzone neu verlegen

Ministerpräsident Horst Seehofer äußerte sich bereits vor der Abstimmung in der Presse: Er kündigte an, die Zone bei deutlicher Mehrheit verschieben zu lassen und die Skigebietsverbindung zu ermöglichen. Neben Ministerpräsident Horst Seehofer traten medial auch Heimatminister Markus Söder und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner als Befürworter des Vorhabens auf. Ob ihnen das Abstimmungs-Ergebnis für eine neue Grenze der Schutzzone reicht, bleibt jetzt abzuwarten.

Tourismus ist entscheidend für die Skigebiete Balderschwang und Grasgehren

Das Riedberger Horn beheimatet derzeit die Skigebiete Balderschwang und Grasgehren im Oberallgäu. Diese werden von rund 2,2 Kilometer unerschlossenem Wald getrennt. Das wollen einige Akteure beider Ortschaften, wenn möglich, gerne ändern. Mit neuen Ski-Pisten und Lifttrassen planen sie, die Gebiete für Touristen interessanter zu machen. Der Tourismus zählt in der Region zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Laut Medienberichten gehören daher vor allem die Liftbetreiber beider Gemeinden zu den stärksten Befürwortern.

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