Riedberger Horn

Skischaukel am Riedberger Horn: Bayern passt Pläne an

Heimatminister Markus Söder. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Wie die heutige Kabinettssitzung in München zeigte, ist der Bayerischen Staatsregierung viel am Bau der Skischaukel am Riedberger Horn gelegen. Damit einher geht eine Änderung des Alpenplanes.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Heimatminister Markus Söder kündigte heute an, dass die neu zu erschließenden Flächen am Riedberger Horn kleiner als ursprünglich geplant ausfallen sollen. Auf diese Weise sollen die Flächen, die in der Zone C des Alpenplanes liegen, reduziert werden. Lage und Verlauf  von Seilbahn und Piste bleiben identisch. Andere Gebiete sollen dafür in den Alpenplan aufgenommen werden. Damit kommt die Bayerische Staatsregierung dem Wunsch vieler ansässiger Bürger nach.

Gemeinden sprechen sich klar für die Skischaukel am Riedberger Horn aus

Mitte September hatten die Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang über den Bau der Skischaukel in einem Bürgerentscheid abgestimmt. Das Ergebnis war eindeutig: Eine Mehrheit von 68 (Obermaiselstein) beziehungsweise 85 Prozent (Balderschwang) stimmte für das Projekt. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte zuvor angekündigt, bei einem deutlichen Ergebnis den Alpenplan verschieben zu wollen. Dieser Plan wurde heute mit dem Vorschlag von Minister Söder angestoßen.

Alpenverein und Schutz-Organisationen sind nicht überzeugt

Gegenwind erhalten die Pläne von der Alpenschutz-Organisation CIPRA Deutschland sowie dem Deutschen Alpenverein. Diese befürchten, mit der Skischaukel werde ein Präzedenzfall geschaffen, der den Alpenplan bedroht. Der Alpenplan soll Wander- und Skitourengipfel in den bayerischen Alpen von technischen Erschließungen schützen. Weiter gilt das Gebiet als geologisch instabil. „Wir sehen das, was dort gerade passiert, als außerordentlich kritisch“, so Manfred Scheuermann vom DAV-Ressort Natur- und Umweltschutz im Sommer. Seither hat sich die Ansicht des Deutschen Alpenvereins nicht verändert.

Hintergrund: Wirtschaftlichkeit am Riedberger Horn bedroht

Das Riedberger Horn liegt im Oberallgäu und beherbergt die beiden Skigebiete Balderschwang und Grasgehren. Diese liegen nur rund 2,2 Kilometer voneinander entfern. Dazwischen befindet sich bisher unerschlossenes Wald-Gebiet. Das wollen die beiden Ortschaften wenn möglich gerne ändern. So soll hier künftig Platz für Ski-Pisten und Lifttrassen entstehen. Gerade die Liftbetreiber haben ein Interesse daran, dass die Skigebiete erweitert werden. Sie sehen die wirtschaftliche Zukunft der Region andernfalls in Gefahr.

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