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Seit Februar 2026 setzt Eirenschmalz auf einen vollelektrischen Sattelzug: den MAN eTGX. Damit unterstreicht das Familienunternehmen seinen Anspruch, Logistik und Nachhaltigkeit zu verbinden. Der neue E-Lkw ist dabei jedoch kein reines Technologieprojekt, sondern zentraler Bestandteil einer langfristigen Unternehmensphilosophie. Seit Jahrzehnten baut Eirenschmalz auf eigene Energieerzeugung, effizientes Lastmanagement und die konsequente Nutzung von Ressourcen im Kreislauf. Anton Eirenschmalz, Firmengründer und Geschäftsführer, fasst es prägnant zusammen: „Wir denken in Kreisläufen.“
Der neue eTGX, eine Fünf-Achs-Konfiguration für den Fernverkehr, wird gezielt auf Routen eingesetzt, die sich ideal für die Elektromobilität eignen: planbare Strecken mit klaren Zeitfenstern für das Laden. „Wir fahren damit Touren, die zu unserem Tagesablauf passen – meist 250 bis 300 Kilometer, und am Nachmittag ist das Fahrzeug wieder am Standort“, erläutert Logistikleiter Stefan Fedisch. Doch der Erfolg des Projekts basiert nicht allein auf der Technik des Lkw, sondern auf der intelligenten Verbindung von Logistik und Energieversorgung.
Ein zentraler Vorteil: Der eTGX wird ausschließlich am Unternehmensstandort geladen, nicht an öffentlichen Säulen oder unterwegs. Er ist fest in das hauseigene Energienetz eingebunden, das Photovoltaikanlagen, ein Blockheizkraftwerk und ein intelligentes Lastmanagement umfasst. So fließt der Strom für den Lkw genau dann, wenn er am effizientesten und umweltfreundlichsten ist, sei es bei starker Sonneneinstrahlung oder in den Nachtstunden, wenn der Energiebedarf anderer Maschinen gering ist. „Momentan könnten wir sogar zwei Fahrzeuge parallel laden“, so Fedisch – ein Hinweis auf das Potenzial für zukünftige Erweiterungen.
Der eTGX überzeugt nicht nur ökologisch und wirtschaftlich, sondern verändert auch den Arbeitsalltag der Fahrer. „Er fährt sich wie ein Sportwagen“, beschreibt der Logistikleiter. Gleichzeitig sorgt der leise elektrische Antrieb für eine völlig neue Wahrnehmung: „Im Fahrerhaus ist es so leise, dass man plötzlich Nebengeräusche stärker hört – und das Einzige, was richtig laut ist, ist die Hupe.“
Auch die Bedienung ist moderner und intuitiver als bei herkömmlichen Diesel-Lkw. Statt klassischer Außenspiegel kommt ein innovatives Kamerasystem mit Monitoren zum Einsatz. „Am Anfang muss man sich daran gewöhnen, aber danach sieht man an vielen Stellen mehr – auch weit nach hinten“, erklärt er weiter. Das steigert nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit, etwa beim Rangieren oder Spurwechsel.
Natürlich gibt es Herausforderungen: Bei voller Beladung verringert sich die Reichweite, und für besonders lange Strecken ist die Elektrifizierung aktuell noch schwer umsetzbar. „Wenn wir 500 bis 600 Kilometer am Tag fahren müssten, müsste der Lkw unterwegs nachladen – und das wollen wir eigentlich nicht“, sagt Fedisch. Daher konzentriert sich Eirenschmalz zunächst auf Routen, bei denen der Lkw zuverlässig zum Standort zurückkehrt.
Die neue Zugmaschine, bestellt im Dezember 2024 und Anfang 2026 geliefert, kostete 259.000 Euro. Ob weitere Elektro-Lkw folgen, wird das Unternehmen nach einer gründlichen Auswertung entscheiden. „Zuerst sammeln wir Erfahrungen, analysieren die Daten – dann treffen wir eine fundierte Entscheidung“, lautet der Ansatz.
Der eTGX passt perfekt in die Philosophie von Eirenschmalz: technisch fortschrittlich, ökologisch sinnvoll und tief in der Unternehmenskultur verankert. Alexandra Eirenschmalz betont: „Uns ist wichtig, dass trotz aller Größe das Familiäre erhalten bleibt.“ Der eTGX ist damit kein isoliertes Projekt, sondern ein weiterer Baustein in einer langfristigen Strategie – eingebettet in ein Energiekonzept, das das Unternehmen seit Jahren konsequent verfolgt.