B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

B4B Schwaben
 / 
Themen  / 
Was Ihre Mitarbeitenden über KI denken – und warum das strategisch relevant ist
Frank Stadler, KIVOREX GmbH

Was Ihre Mitarbeitenden über KI denken – und warum das strategisch relevant ist

Frank Stadler ist Experte für Künstliche Intelligenz, Data Strategy, Governance und die Umsetzung der EU KI-Verordnung (AI Act). Foto: KIVOREX
Frank Stadler ist Experte für Künstliche Intelligenz, Data Strategy, Governance und die Umsetzung der EU KI-Verordnung (AI Act). Foto: KIVOREX

Wie denkt Ihr Team wirklich über KI? Wenn Sie bei dieser Frage nur mutmaßen können, verschenken Sie wertvolles Potenzial. Warum selbst die beste KI-Strategie nichts nützt, wenn die Belegschaft nicht an Bord ist, erklärt B4B-Experte Frank Stadler.

In Gesprächen mit Geschäftsführern fällt mir auf, wie selten die eigene Belegschaft in KI-Überlegungen vorkommt. Man spricht über Tools, Budgets, Governance. Dass Mitarbeitende eine eigene Perspektive auf das Thema haben – und dass diese Perspektive den Projekterfolg direkt beeinflusst – gerät dabei jedoch regelmäßig aus dem Blick.

Was Mitarbeitende wirklich erleben

Ich habe noch kein Unternehmen erlebt, in dem die Belegschaft einheitlich auf KI reagiert. Manche experimentieren eigenständig, oft mit Tools, die das Unternehmen nicht offiziell freigegeben hat. Andere warten ab, weil niemand klar gesagt hat, ob und wie KI die eigene Arbeit verändern wird.

Besonders die Frage nach der eigenen Stelle bleibt meistens unausgesprochen – dennoch ist sie fast immer vorhanden. Welche Aufgaben bleiben, wenn Routinearbeit wegautomatisiert wird? Was passiert mit Rollen, die bisher auf langjähriger Erfahrung basierten? Das sind keine abstrakten Sorgen. Das sind legitime Fragen, auf die Führungskräfte in der Regel keine klare Antwort geben, weil sie selbst unsicher sind.

Was fast immer fehlt: eine klare Aussage dazu, was im Unternehmen erlaubt ist und was erwartet wird. Welche Tools? Mit welchen Daten? Für welche Aufgaben?

Wenn niemand antwortet, beantwortet es jeder selbst. Das ist die Wurzel von Shadow AI – nicht Böswilligkeit, sondern Orientierungslosigkeit.

Die Verbindung zur Shadow AI

In Unternehmen ohne klare KI-Richtlinien entsteht erfahrungsgemäß eine Praxis, die niemand vollständig überblickt. Externe Dienste werden für interne Aufgaben genutzt. Kundendaten landen in Tools, für die kein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht. Ergebnisse werden weitergegeben, ohne dass jemand die Quelle geprüft hat.

Das Muster ist unabhängig von Unternehmensgröße dasselbe. Und es bleibt so lange unsichtbar, bis etwas schiefgeht: ein Datenschutzverstoß, ein Bericht, der auf einer ungeprüften KI-Ausgabe basierte, ein Angebot, das mit fehlerhaft generierten Zahlen versendet wurde. Dann ist das Problem plötzlich sichtbar – und der Erklärungsbedarf gegenüber Kunden, Aufsicht oder intern erheblich.

Nachträgliche Verbote bringen kaum etwas. Die Reaktion „wir haben jetzt ChatGPT gesperrt“ schiebt das Problem bestenfalls auf andere Tools. Und auch den Ansatz, KI-Nutzung vollständig zu kontrollieren, kann man vergessen. Das haben Unternehmen beim Thema Smartphones gelernt, beim privaten E-Mail-Zugriff, bei Cloud-Diensten. Mit KI wird es nicht anders sein. Klare Orientierung von vornherein funktioniert anders: Sie gibt Mitarbeitenden einen Rahmen, in dem sie handeln können, ohne das Unternehmen zu exponieren.

Was Führungskräfte wirklich kommunizieren müssen

Eine häufige Schwierigkeit ist, dass viele Führungskräfte glauben, das Thema bereits adressiert zu haben. Ein Hinweis im Intranet, eine kurze Erwähnung im All-Hands-Meeting, ein genereller Appell zur vorsichtigen Nutzung. Das ist keine Orientierung, das ist Pflichterfüllung.

Was wirklich hilft, sind konkrete Aussagen. Darüber, welche Tools freigegeben sind und für welche Zwecke – kombiniert mit dem Signal, dass produktive KI-Nutzung aktiv gewünscht ist, nicht nur geduldet. Wer das klar kommuniziert, stellt fest, dass unkontrollierte Nutzung zurückgeht. Schlicht, weil die Unsicherheit weggefallen ist. Und darüber, was die Nutzung von KI für bestimmte Rollen im Unternehmen bedeutet. Ohne falsche Versprechen, sondern mit Ehrlichkeit darüber, wie sich Aufgaben verändern werden und was das Unternehmen dabei begleiten wird. Wer diese Fragen vermeidet, löst sie nicht auf – er lässt Unsicherheit wachsen.

Warum das auf das Geschäftsergebnis wirkt

Der Zusammenhang ist direkt. Wer die Belegschaft im Unklaren lässt, riskiert auf der einen Seite Haftungsfragen durch unkontrollierte Nutzung und auf der anderen Seite unerschlossenes Potenzial durch Nicht-Nutzung. Beides ist vermeidbar, wenn Führung das Thema aktiv angeht, statt es laufen zu lassen.

KI-Produktivität entsteht nicht dadurch, dass Lizenzen eingekauft werden. Sie entsteht, wenn Mitarbeitende wissen, was sie dürfen, was erwartet wird und wozu das Ganze gut sein soll. Diese Klarheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss aktiv hergestellt werden – und das ist Führungsaufgabe.

Wie diese Klarheit strukturell verankert werden kann, habe ich im Executive Briefing zusammengefasst: https://www.kivorex.de/executive-briefing/

Sie haben Rückfragen an KI-Experte Frank Stadler oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

Artikel zum gleichen Thema