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Macht ein Tax Compliance Management System Sinn?
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Robert Zirch, Partner bei drei6null Zirch & Partner mbB

Macht ein Tax Compliance Management System Sinn?

 Beraterpool-Robert_Zirch
Unser Experte für das Thema Wirtschaftsprüfung: Dipl.-Kfm. Robert Zirch. Foto: drei6null Zirch & Partner mbB

Ab welcher Unternehmensgröße macht ein Tax Compliance Management-System Sinn?

B4B-Leser fragt:

Einer unserer Kunden hat ein Tax Compliance Management-System eingeführt. Ab welcher Betriebsgröße macht so etwas eigentlich Sinn? Bei zehn Leuten in unserer Firma erscheint uns das übertrieben?

Unser Experte für das Thema Wirtschaftsprüfung, Robert Zirch, Partner bei drei6null Zirch & Partner mbB,  antwortet:

Unter einem Tax Compliance Management-System (Tax CMS) sind alle Grundsätze und Maßnahmen eines Unternehmens zu verstehen, die auf die Erfüllung der steuerlichen Pflichten bzw. auf die Verhinderung von Verstößen gegen die Steuergesetze gerichtet sind. Von daher ist ein Tax CMS grundsätzlich für jede Unternehmensgröße geeignet.

Gleichwohl stellt sich natürlich die Frage, wie stark ausgeprägt so ein Tax CMS gerade bei kleineren Unternehmen sein sollte. Um die Frage zu beantworten, muss man den Sinn und Zweck eine Tax-CMS verstehen. Mit Hilfe eines effektiv eingerichteten Tax CMS sollen Strukturen und Arbeitsabläufe im Unternehmen bewusst kontrolliert und erforderlichenfalls angepasst werden, die steuerliche Auswirkungen haben oder haben können. Damit soll erreicht werden, Rahmenbedingungen für steuerlich korrektes Verhalten und Handeln zu schaffen und zugleich Sensibilität für steuerlich relevante Sachverhalte zu entwickeln. Auf diese Weise werden Steuernachzahlungen und Haftungsrisiken vermeiden oder zumindest verringert.

Außerdem bietet ein Tax-CMS Schutz vor dem persönlichen Vorwurf einer vorsätzlichen Steuerhinterziehung (Steuerstrafrecht). Zwar kann ein bestehendes Tax-CMS lediglich als Indiz dafür angesehen werden, dass nicht vorsätzlich oder leichtfertig gehandelt wurde (vgl. § 153 AO), jedoch haben gerade die steuerehrlichen Unternehmen ein Eigeninteresse an einem Tax-CMS, da sie hiermit dazu beitragen können, eben dieses steuerehrliche Verhalten zu dokumentieren. Daher ist das Thema „Tax Compliance“ grundsätzlich für jeden von Relevanz. Ein eingerichtetes und dokumentiertes Tax-CMS wird durch die Finanzverwaltung gerade im Fall von Steuererklärungsberichtigungen positiv gewertet.

Häufig besteht die Befürchtung, ein Tax CMS ist ein hochkomplexes System was einen hohen Verwaltungsaufwand nach sich zieht. Dies kann man so pauschal aber nicht sagen. In der Regel wird es bereits zahlreiche Grundsätze und Maßnahmen zum Einhalten der steuerlichen Pflichten geben. In einem ersten Schritt sollten daher diese Grundsätze und Maßnahmen gesammelt werden, um z.B. als zweiten Schritt Checklisten aus den bereits existierenden Arbeitsanweisungen und Richtlinien zu entwickeln.

Nach Aufnahme des Status Quo kann ein externer steuerlicher Berater auch dabei helfen, aus den vorhandenen Elementen ein von der Finanzverwaltung anerkanntes Tax CMS zu gestalten, mittels dessen unter Risikogesichtspunkten die Zielvorgaben und Anforderungen der Geschäftsleitung umgesetzt werden können.

Sie haben Rückfragen an Robert Zirch, unseren Experten für das Thema Wirtschaftsprüfung, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.