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Fest steht: Keiner von uns kann in der Glaskugel lesen und wir alle wissen nicht mit Sicherheit, wie sich die wirtschaftlichen und konjunkturellen Marktbedingungen in den nächsten Monaten entwickeln werden.
Fest steht aber auch: Unternehmer können sich auf unruhige und stürmische Zeiten auf dem Markt vorbereiten. Die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/09 hat gezeigt, dass Unternehmer, die bestimmte Strukturen in ihren Unternehmen beachtet haben, die Krisenzeit mit der schwierigen Marktsituation deutlich besser überstanden haben. Es gilt daher spätestens jetzt, betriebliche und unternehmerische Maßnahmen zu ergreifen, um die Zelte zu spannen und dem Sturm zu trotzen.
Wesentliche Bedeutung hat dabei das betriebliche Rechnungswesen als zentrales Instrument der Unternehmenssteuerung. Dieses wird sehr häufig nur stiefmütterlich behandelt. Da es aber zur Erfüllung der handels- und steuerrechtlichen Anforderungen ohnehin vorhanden sein muss, sollte es auch für eigene Zwecke tatsächlich in vollem Umfang genutzt werden. Dies setzt voraus, dass das Rechnungswesen zeitnah und vollständig geführt wird und dabei nicht nur als lästige Pflicht des Unternehmens verstanden wird, die auf den internen oder externen Buchhalter abgeschoben wird. Der
Unternehmensinhaber selbst sollte diese wichtige Erkenntnisquelle schätzen und pflegen. Durch ein gut strukturiertes, sauber und zeitnah geführtes Rechnungswesen hat der Unternehmer jederzeit die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand der wirtschaftlichen Situation zu unterrichten und Tendenzen und Fehlentwicklungen zu erkennen. Die Erkenntnisse aus dem Rechnungswesen müssen laufend in die Unternehmenssteuerung einbezogen und mit den Planzahlen verglichen werden. Zu spät ist es, sich erst mit den Zahlen zu beschäftigen, wenn die Bilanz erstellt ist, da dann die der nachteiligen Entwicklung zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle teilweise schon mehr als 15 Monate zurück liegen können, so dass ein zeitnahes Gegensteuern nicht mehr möglich ist.
Ein weiteres Augenmerk hat der Unternehmer auf die Finanzierungstruktur seines Unternehmens zu richten. Eine ausreichende Eigenkapitalausstattung ist nach wie vor elementar, um Krisen zu überstehen. Parallel dazu ist die permanente Liquidität des Unternehmens zu sichern, um kurzfristig am Markt handlungsfähig zu sein.
Personalintensive Unternehmen sollten darauf achten, ausreichende Instrumente zur Arbeitszeitflexibilisierung einzusetzen, wie etwa Arbeitszeitkonten, Blockarbeitszeitmodelle und gegebenenfalls den Einsatz von Zeitarbeitnehmern. In der Produktion können in vielen Fällen Zeiten Puffer eingebaut werden. Auch dem Thema Fachkräftemangel wird von dem vorausschauenden Unternehmer Bedeutung beigemessen, so dass es wichtig ist, einen guten Mitarbeiterstamm auch in einer Krise halten zu können. In der vorangegangenen Wirtschaftskrise hat die Anwendung der Kurzarbeitsregeln insoweit zu spürbarer Entlastung der Unternehmen geführt. Auch künftig wird daher dieses Instrument in geeigneten Fällen hilfreich sein, Krisen zu durchstehen. Betriebliche Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen können einen weiteren Baustein der Personalbindung bilden.
Der Unternehmer, der mit einer effizienten Unternehmenssteuerung und ausreichender Eigenkapitalisierung ausgestattet ist, wird auch in Krisenzeiten erfolgreich handeln können. Denn auch in solchen Zeiten gibt es Marktchancen und Unternehmer, die sich trauen zu handeln und Risiken einzugehen, werden auch schwierige Zeiten durchstehen können.
Kanzlei Epple Dr. Hörmann & Kollegen
Morellstraße 33, 86159 Augsburg
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