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B4B SCHWABEN: Pfaffi pfeift drauf von Ulrich Pfaffenberger

Pfaffi pfeift drauf: An Opas Krankenbett

 Symbolbild. Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

Die Möchtegern-Krisengewinnler beim VW-Skandal lösen bei Ulrich Pfaffenberger heftige Übelkeit aus.

Ich hatte sie erwartet, diese Pressemitteilung. Aber dann lag sie doch schon viel früher im Postfach als befürchtet. Eine Rechtsanwaltskanzlei dient sich den Besitzern von manipulierten VW-Dieselmotoren an, diese vor Gericht zu vertreten. Es bestünden gute Chancen, den Wolfsburger Autobauer dranzukriegen. Schließlich mindere sich durch diese Manipulation ja der Wiederverkaufswert des Fahrzeugs.

Hallo, geht’s noch? Das Problem, so scheint mir, sind die für Mensch und Umwelt schädlichen Stickoxide, die da in Überzahl aus dem Auspuff gepustet werden. Die mindern den Wiederverkaufswert des Planeten Erde. Wo wollen Sie klagen, Herr Anwalt?

Gleichzeitig lese ich auf einem nationalen Nachrichtenportal eine Reportage. Da hat sich einer bei Hamburger VW-Händlern schlau gemacht, wie denn die Stimmung so sei und was es von der Kundenfront zu berichten gibt. Wenig Gutes, so lese ich erwartungsgemäß. Bis ich zu einem Absatz gelange, in dem von einem Kunden die Rede ist, der sofort einen VW-Diesel kaufen würde – gegen 5.000 Euro Preisnachlass.

Hallo, geht’s noch? Gegen diesen Verrat an einer sauberen Umwelt ist Judas ein Waisenknabe. Aber was erwarte ich in einem Land, in dem es salonfähig ist, mit 200 PS am Glascontainer vorzufahren?

Ich räume ein: VW, seit Jahrzehnten treuer Mobilisator der Familie, hat mich enttäuscht. Ausgerechnet mit der billigsten Idee den Markt abräumen wollen – Leute, wenn ihr vor gut 40 Jahren so gedacht hättet, dann gäbe es bis heute keinen „Golf“. Ich räume ebenfalls ein: Wegen dieser Blödheit das Unternehmen und alle Mitarbeiter in Sippenhaft zu nehmen, widerstrebt mir zutiefst. Wie wir (und alle Anwälte und Preisdrücker) wissen: Jeder hat in diesem Land ein Recht auf Resozialisierung. Und die Gesellschaft hat die Pflicht, dafür den Weg zu ebnen. Mir hängt einfach zu viel an Folgeschäden dran, um VW den Gar ausmachen zu wollen. Wahrscheinlich bekäme das auch der Schlauberger mit seinen 5.000 Euro irgendwo zu spüren, so „systemrelevant“ wie die Automobilindustrie in diesem Lande ist. Also: Obacht!

Dazu kommt aber noch etwas ganz anderes. Diejenigen, die jetzt nur den persönlichen Vorteil sehen und schnelle Kasse machen wollen, die erinnern mich an jene Typen, die sich an Opas Krankenbett ums Erbe streiten. Auf solche Typen aber pfeif‘ ich.           

von Ulrich Pfaffenberger