
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Anton Asam
Alter: 51
Position: Direktor Vertrieb
Unternehmen: Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Hobbies: Ich bewege mich sehr gerne in der Natur, Fotografie
B4B SCHWABEN: Wie führte Sie Ihr beruflicher Werdegang zu den Augsburger Stadtwerken und was fasziniert Sie an der dortigen generellen Aufgabenstellung?
Anton Asam: Mit den Stadtwerken Augsburg bin ich erstmals als junger Ingenieur in Kontakt gekommen. Damals habe ich eine Heizzentrale mit Blockheizkraftwerk (BHKW) und Brennwerttechnik geplant, was für das Jahr 1990 ein absolut innovatives Energieprojekt war. Dabei wurde ich auf eine sehr interessante offene Stelle bei den Stadtwerken aufmerksam.
Zu meiner Tätigkeit bei den Stadtwerken: Nichts ist seit der Energiemarktliberalisierung im Jahre 2000 spannender, und in keiner Branche gab und gibt es mehr Veränderungen als in der Energiewirtschaft. Es ist einfach ein tolles Gefühl, an der Gestaltung der Augsburger Energielandschaft mitzuwirken und für die Augsburger Bürger arbeiten zu dürfen. Die Bürger dieser schönen Stadt sind zu 100 Prozent Eigentümer der Stadtwerke Augsburg.
B4B SCHWABEN: Im Mittelpunkt Ihrer aktuellen Aufgaben steht vermutlich die „Energiewende“. Was verstehen Sie konkret unter diesem viel diskutierten Begriff?
Anton Asam: Nun, die Energiewende ist wohl die größte Veränderung in der Energieversorgung überhaupt. Für die Stadtwerke Augsburg allerdings sind die von der Bundesregierung gesetzlich geforderten Anteile an erneuerbaren Energien nichts Neues. Unsere Energieerzeugung war nämlich schon immer auf Kraft-Wärme-Kopplung und ökologische Erzeugung ausgelegt! Als Versorgungsunternehmen für die Region Augsburg haben wir nie auf Großkraftwerke gesetzt, sondern verfolgen den bereits in den 1950er-Jahren eingeschlagenen Weg konsequent fort. Die Energiewende in Augsburg hat also früh begonnen und entwickelt sich in meinen Augen rasant im positiven Sinne. Zur Umsetzung unserer Vorhaben gehen wir auch unkonventionelle Wege. So initiierten die Stadtwerke mit dem Investitionsmodell „swa Energiepartner“ ein Projekt, um gemeinsam mit Augsburger Bürgern den Ausbau regenerativer Energie vor Ort voranzutreiben.
B4B SCHWABEN: Für die Verbraucher wird die Energiewende zunächst einmal an den stark steigenden Strompreisen sichtbar. Welche Strom sparenden Maßnahmen empfehlen Sie?
Anton Asam: Da kann man schon einiges tun und das sollte man auch. „Energieeffizienz“ und „Energieeinsparung“ heißen die beiden Zauberwörter. Das kann im Haushalt, im Büro, beim Bauen oder bei der Sanierung von Gebäuden sein. Konkret sollten Verbraucher beispielsweise regelmäßig ihre Zählerstände überprüfen, um groben Veränderungen schnell nachgehen zu können. Außerdem bringt es viel, sämtliche Standby-Geräte ganz auszuschalten. Es macht sich bezahlt, nach und nach sämtliche Energiefresser ausfindig zu machen. Dabei hilft beispielsweise unsere Energieberatung im Kundencenter am Hohen Weg. Da kam schon so manche verblüffende Sparmaßnahme im alltäglichen Energieverbrauch unserer Kunden zutage. Außerdem verleihen wir über unser Kundencenter kostenlos Strommessgeräte und geben auch auf unserer Homepage www.sw-augsburg.de in der Rubrik „Energiesparen“ viel Wissenswertes zu diesem Thema weiter.
B4B SCHWABEN: Halten Sie es für gerechtfertigt, dass gewerbliche Kunden in Bezug auf die künftigen Stromkosten weniger belastet werden als Privatkunden?
Anton Asam: Fast alle gewerblichen Kunden werden durch die bereits sehr hohen und weiterhin steigenden Steuern und Abgaben in gleicher Höhe wie die Privatkunden belastet. Nur ein kleiner Teil ist davon befreit. Bei diesen hat der Gesetzgeber die Aufgabe, diesen Vorteil ständig zu überprüfen und eine Abwägung mit dem möglichen Verlust von Arbeitsplätzen durch fehlende Wettbewerbsfähigkeit vorzunehmen. Der Anteil der Steuern und Abgaben (wie EEG, KWK, MwSt, …) beträgt mittlerweile über 50 Prozent am Strompreis. Bei der diskutierten Strompreiserhöhung handelt es sich daher faktisch um eine Erhöhung von staatlichen Abgaben.
B4B SCHWABEN: Ein Dauerthema in den Augsburger Medien sind der FCA und der AEV. Wie stehen Sie zu den beiden Vereinen?
Anton Asam: Die beiden Vereine sind die Augsburger Aushängeschilder und tragen Augsburg hinaus nach ganz Deutschland. Wir unterstützen beide Vereine bereits seit vielen Jahren. Ich besuche die Spiele des FC Augsburgs und der Augsburger Panther leidenschaftlich gerne und bin sehr stolz auf die großartigen Erfolge der letzten Jahre. Es ist für beide Vereine nicht einfach, mit einem sehr kleinen Budget mit den finanzstarken Teams mithalten zu können. Ich empfinde große Anerkennung für die Motoren der beiden Vereine Walther Seinsch, Peter Bircks und Lothar Sigl.
B4B SCHWABEN: Welchen Rat würden Sie, wenn die jeweiligen Verantwortlichen Sie fragen würden, diesen Vereinen für den weiteren Verlauf der Saison geben?
Anton Asam: Weiterhin mit Begeisterung stürmen bis die Tore fallen und auf dem betriebswirtschaftlichen Boden bleiben.
B4B SCHWABEN: Sie stehen beruflich meist „unter Strom“ – wie entspannen Sie privat?
Anton Asam: Bei meiner Tätigkeit im Vertrieb und als Netzwerker sind die Grenzen zwischen geschäftlich und privat fließend. Ich kann aber bei einem guten, einfachen Essen oder einem Spaziergang mit Menschen, die ich gerne mag, sehr gut entspannen. Da gibt es schon einige Rituale.
B4B SCHWABEN: Wo sehen Sie die Stadtwerke Augsburg in 5 Jahren? Und sich selbst?
Anton Asam: Wir leben Nachhaltigkeit, alle unsere Kunden nutzen unsere Ökoprodukte Stadtwerke Regenio Strom, Erdgas und Trinkwasser. Wir haben klare Vorstellungen von unserer Zukunft: Unser Ziel ist es, bis 2014 alle Augsburger Haushalte und bis 2017 auch die Straßenbahnen des öffentlichen Personennahverkehrs mit selbst oder in der Abfallverwertungsanlage Augsburg erzeugtem ökologischen Strom zu versorgen. Um das zu erreichen, haben wir unsere Energieerzeugung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ökologisch ergänzt: mit dem Bau einer hocheffizienten Gasturbine, dem Biomasseheizkraftwerk in Lechhausen, dem Ausbau der Fernwärmenetze sowie mit Photovoltaik- und Windenergieanlagen. Daneben realisieren wir zahlreiche dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Blockheizkraftwerke in Kundenanlagen.
Für meine eigene Zukunft kann ich sagen, dass mir meine Arbeit sehr viel Freude macht, wenn sie auch oft sehr stressig ist. Deshalb hoffe ich, dass ich diese auch noch in mehr als fünf Jahren gesund, mit derselben Begeisterung und letztendlich auch zufrieden ausüben kann und darf. Ich werde meine ganze Energie dafür verwenden, dass die Stadtwerke Augsburg auch in den nächsten Jahren erfolgreich am Markt bestehen bleiben und dadurch die Stadt Augsburg und alle ihre Bürger weiterhin nachhaltig davon profitieren werden.
B4B SCHWABEN: Sie sind innerhalb der Augsburger Stadtgrenzen tätig, welche Beziehung haben Sie zu Augsburg und zur Region Bayerisch-Schwaben?
Anton Asam: Ich wohne und arbeite schon immer in Bayerisch-Schwaben und das mit Leidenschaft. Wenn wir mal ganz ehrlich sind, haben wir alle das große Glück, in einer landschaftlich, klimatisch und wirtschaftlich bevorzugten Region leben zu dürfen.
B4B SCHWABEN: Zum Schluss: Können Sie uns drei Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben nennen, die Ihnen imponieren?
Anton Asam: Mir imponieren alle, die ehrenamtlich hilfsbedürftigen Menschen helfen, seien es die vielen Helfer bei den Hilfsorganisationen wie Malteser, Rotes Kreuz, Johanniter, Arbeiter Samariter Bund, Caritas oder bei den freiwilligen Feuerwehren, um nur einige zu nennen. Menschen, die etwas an Schwächere abgeben, sei es in Form von Zeit, Geld, Zuspruch oder in einer sonst möglichen Form und sich für diese einsetzen. Vor einem der ganz großen Helfer habe ich besonderen Respekt, den ich hier stellvertretend für viele andere nennen möchte: Das ist der Augsburger Stadtrat Theodor Gandenheimer, der sich seit vielen Jahrzehnten für sozial Schwache engagiert.
B4B SCHWABEN: Herzlichen Dank für das Energie geladene Gespräch, Herr Asam.