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von Pia Nussol
Thilo Frommlet, in dritter Generation Chef des Lebensmittelproduzenten Gefro, hat nicht nur ein appetitanregendes Produkt, sondern auch ein schmackhaftes Motto für die Geschäftsführung. „Mein Vater sagte: ‚Bua, schwätz mit deinen Kunden, Partnern, Mitarbeitern immer so, dass du jederzeit gerne auf der anderen Seite des Tisches sitzen könntest‘. “ Das macht den einen Teil des Unternehmenserfolgs aus. Dafür, dass Gefro auch sonst in aller Munde ist, hat eine clevere Marketingidee gesorgt: das kostenlose Probierpaket. Vor rund 30 Jahren hatte man in Memmingen die Idee, die stärksten Produkte des Hauses gratis an Haushalte abzugeben, um diese auf den Geschmack zu bringen. Das brachte dem „Freund der Hausfrau“ zum bewährten Image auch den überregionalen Durchbruch.
Bereits 1924 hatten die Brüder Ignaz und Josef Frommlet die Handelsgesellschaft Gebr. Frommlet gegründet, die neben Suppen und Würzen noch viele weitere Produkte wie Fruchtsäfte, Essig-Essenz oder Bohnen-Ersatz-Kaffee in ihrem Kolonialwarenladen führten. Ihre hausgemachte Suppenwürze eroberte mit einem regelrechten Siegeszug Küche um Küche. Das feine Aroma und die gute Bekömmlichkeit der leckeren Würze hatten sich schnell herumgesprochen.
Der Wandel der Lebensmittelmärkte und des Einkaufsverhaltens in Richtung Supermärkte Mitte der 1960er Jahre führten zu einer konzeptionellen Neuausrichtung der Geschäftsphilosophie von Gefro. Um die Konkurrenz zu Supermärkten zu vermeiden, wurde das umfangreiche Sortiment auf die beliebten Suppen, Soßen und Würzen reduziert – und die Zielgruppe ausgeweitet. Mehr als 9 Millionen Abnehmer hat das verlockende Gratis-Probierpäckchen bisher erreicht.
Seit dem Einstieg von Thilo Frommlet 1989 wird das Konzept hin zum kompetenten Fachversandhaus für leckere und gesunde Ernährung konsequent fortgesetzt und weiter entwickelt, ohne dabei jedoch die Tradition zu vergessen. Seit 1998 sorgen über 100 Mitarbeiter im Verwaltungs- und Logistikzentrum in Memmingen dafür, dass die Produkte, inzwischen auch in Bio-Qualität, reibungslos und innerhalb von 48 Stunden in allen Haushalten in Deutschland ankommen. Mit einem Versand von mehr als 1.500.000 Pakten im Jahr ist Gefro Deutschlands Versandhandel Nummer eins in diesem Segment. Die Marke ist zudem mit Abstand die bekannteste Memminger Firma im Bundesgebiet mit einem Bekanntheitsgrad von 49 Prozent laut Forsa-Marktforschung.
In den Kühlregalen Europas verfügt Hochland über einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad. Seit seiner Gründung im Jahre 1927 hat sich das Unternehmen ausschließlich auf die Herstellung, die Veredelung und den Vertrieb eines urtypisch Allgäuer Produkts konzentriert: Käse. Seither ist Hochland organisch gereift und gewachsen. Heute beschäftigt die Firma mehr als 4.200 Mitarbeiter an 12 Produktionsstätten und erwirtschaftete 2012 einen Umsatz von rund 1,15 Mrd. Euro. Damit gehört Hochland zu den größten Herstellern und Veredlern von Käse in Europa. Das Unternehmen ist national und international in allen bedeutenden Käsesegmenten vertreten. Käse aus dem Hause Hochland wird in rund 30 Ländern vertrieben. In der Lebensmittelbranche genießt die Marke hohes Ansehen für die Qualität seiner Ware und für ständige Produktinnovationen.
Frühzeitig hat sich das Unternehmen in ausgewählten Ländern Osteuropas engagiert und mit
großem Erfolg die Marken Hochland und Almette aufgebaut. In Polen, Rumänien und Russland ist Hochland heute Marktführer bei Schmelzkäse und bei Frischkäse. Die Heimenkirchner sind mit ihren Produkten aber nicht nur im Lebensmitteleinzelhandel vertreten. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen die Lebensmittelindustrie und die Gastronomie mit speziell für die Kunden entwickelten Produktkonzepten in allen gewünschten Angebotsformen. Wer zum Beispiel bei McDonald’s in Deutschland „mit Käse“ sagt, bestellt „mit Hochland“.
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